Laryngospasmus
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LoslegenSynonyme: Stimmritzenkrampf, Glottiskrampf
Englisch: laryngospasm
Definition
Als Laryngospasmus bezeichnet man die krampfartige reflektorische Kontraktion der Kehlkopfmuskulatur mit Verengung des Larynx und Verschluss der Stimmritze (Rima glottidis).
- ICD10-Code: J38.5
Ätiologie
Mögliche Ursachen eines Laryngospasmus sind
- Sekret, Blut oder Erbrochenes im Pharynx/Larynx
- gastroösophagealer Reflux, insbesondere bei Kindern
- Inhalationsnoxen
- Aerosole, insbesondere Wassertropfen bei Tauchern
- Ätherische Öle (vorwiegend bei Säuglingen und Kleinkindern)
- Hypokalzämie
- obere Atemwegsinfekte
- Asthma bronchiale
Risikofaktoren sind junges Alter, Rauchen oder Adipositas. Ferner kommen als iatrogene Ursachen in Betracht:
- mechanische Reize im Rahmen einer In- bzw. Extubation
- unzureichende Narkosetiefe während Manipulationen an den Atemwegen
Pathophysiologie
Der Laryngospasmus ist ein Schutzreflex des Kehlkopfs, der durch Reizung supraglottischer Strukturen ausgelöst wird. Über sensible Fasern des Nervus laryngeus superior wird reflektorisch eine Kontraktion der Kehlkopfmuskulatur (Musculus cricoarytaenoideus lateralis, Musculus arytaenoideus transversus, Musculus arytaenoideus obliquus) vermittelt, die zu einem vollständigen oder inkompletten Verschluss der Glottis führt.
Klinik
Als Folge der Atemwegsobstruktion resultiert eine Atemstörung im Sinne einer inversen Atmung, sowie eine obstruktionsbedingte Ventilationsinsuffizienz der Lunge (Apnoe) mit Hypoxie. Typische Symptome sind:
- inspiratorischer Stridor
- paradoxe Thorax- und Abdominalbewegungen
- fehlender bzw. stark verminderter Luftstrom trotz Atembemühungen
- Unruhe, Panik
- Zyanose
- Bradykardie bei prolongierter Hypoxie
Ohne adäquate Therapie kann ein Laryngospasmus einen Herz-Kreislauf-Stillstand auslösen. Als weitere Komplikationen sind Herzrhythmusstörungen, Aspiration und pulmonales Negativdrucködem (NPPE) zu nennen.
siehe auch: trockenes Ertrinken
Differentialdiagnosen
Mögliche Differentialdiagnosen sind u.a.:
Therapie
Der Laryngospasmus ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der eine sofortige Intervention erforderlich macht. DIe Behandlungsmaßnahmen umfassen:
- Beseitigung des auslösenden Reizes, ggf. durch mechanische Entfernung oder Absaugen
- Sauerstoffgabe (100%)
- Atemwegssicherung (Jaw-Thrust, CPAP mit Maske)
Persistierende Krampfzustände bedürfen der Muskelrelaxation (z.B. mittels Succinylcholin) mit anschließender endotrachealer Intubation. Bei anästhesierten Patienten kann die Narkosetiefe gesteigert werden.
Ein therapierefraktärer Laryngospasmus mit vollständiger Atemwegsobstruktion kann eine CICO-Situation (“can’t intubate, can’t oxygenate”) auslösen. In diesem Fall ist die Notfallkoniotomie als ultima ratio zur Sicherung der Oxygenierung indiziert.