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Gelenkpunktion

1 Definition

Unter einer Gelenkpunktion versteht man das Durchstechen der Gelenkkapsel mit einer Kanüle, die dadurch Zugang zur Gelenkhöhle erlangt (Punktion). Die Gelenkpunktion wird vor allem zum Absaugen von Flüssigkeit und/oder zum Einbringen von Arzneistoffen in das Gelenk verwendet.

2 Formen

Grundsätzlich können alle größeren Gelenk punktiert werden. Beispiele für Gelenkpunktionen sind:

3 Indikation

Gelenkpunktionen können aus diagnostischen oder therapeutischen Gründen indiziert sein. Im Rahmen der Differentialdiagnostik von Gelenkerkrankungen wird die gewonnene Gelenkflüssigkeit serologisch, bakteriologisch und/oder zytologisch untersucht. Therapeutische Gründe sind die Entlastungspunktion bei Gelenkerguss (Hämarthros) und die intraartikuläre Injektion von Arzneistoffen.

4 Vorgehen

Eine Gelenkpunktion erfordert ein aseptisches Vorgehen und wird idealerweise in einem Operationsraum durchgeführt. Der Punktionsbereich wird gründlich desinfiziert, mit sterilen Tüchern abgedeckt, und die Punktionsstelle mit einem Schlitztuch versehen. Der ausführende Arzt trägt OP-Schutzkleidung. Für die Punktion werden - je nach Gelenk - Kanülen von unterschiedlicher Länge und mit unterschiedlichem Durchmesser benötigt.

5 Diagnostische Gelenkpunktion

5.1 Material

Um ein Gelenkpunktat zu diagnostischen Zwecken zu untersuchen, werden ingesamt 3 Röhrchen mit Synovialflüssigkeit benötigt: Ein Röhrchen für die Bakteriologie, eines für chemische und immunologische Untersuchungen und ein EDTA-Röhrchen für die mikroskopische bzw. zytologische Begutachtung (Zellzahl, Kristalle etc.).

5.2 Referenzwerte

Untersuchung Parameter Referenzbereich
Bakteriologie Nachweis von Bakterien (inkl. Mycobacterium tuberculosis) negativ
Mikroskopie Farbe klar, gelblich, transparent
Viskosität normal
Kristalle negativ
Zellzahl < 200/µl
Zelldifferenzierung polymorphkernige Granulozyten  ca. 10 - 25%
Lymphozyten und Monozyten ca. 90%
Rhagozyten < 5%
Synovialdeckzellen
Klinische Chemie/Serologie Gesamteiweiß 1,1 - 2,2 g/dl
Harnsäure 3,0 - 7,0 mg/dl
LDH  < 200 U/l
Komplementfaktor C3 55 - 120 mg/dl
Komplementfaktor C4 20 - 50 mg/dl
Immunglobuline ca. 50% des Plasmawertes
Rheuma-Faktor 0 - 10 U/l
CRP  < 6,0 mg/dl
Antistreptolysin O  0 - 200 U/ml
ANA < 1 : 40 Titer

6 Lagerung

Die Lagerung hängt vom punktierten Gelenk ab. Am häufigsten wird in Rückenlage punktiert, wobei häufig Lagerungshilfsmittel (z.B. Knierolle) verwendet werden, um das Gelenk in die richtige Position zu bringen bzw. zu entlasten.

7 Komplikationen

8 Literatur

  • Laborlexikon.de, abgerufen am 23.02.2021

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Fachgebiete: Orthopädie

Diese Seite wurde zuletzt am 24. Februar 2021 um 13:31 Uhr bearbeitet.

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