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Cholinerges Syndrom

Synonyme: Akutes cholinerges Syndrom, SLUDGE-Syndrom

Englisch: cholinergic Syndrome

1 Definition

Unter dem Begriff cholinerges Syndrom subsumiert man eine Reihe an Symptomen, die durch eine pathologisch starke Stimulation des Nervus vagus, einem Teil des Parasympathikus, hervorgerufen werden.

2 Hintergrund

Bei der sogenannten cholinergen Krise steht eine akute Muskelschwäche, die sich besonders in Atemstörungen äußert, im Vordergrund der Klinik. Die Begriffe cholinerge Krise und cholinerges Syndrom werden z.T. synonym verwendet. Von einer cholinergen Krise wird besonders im Zusammenhang mit der Therapie der Myasthenia gravis gesprochen.

3 Ätiologie

Häufigste Ursachen des cholinergen Syndroms sind eine Überdosierung von Medikamenten mit cholinergen Wirkstoffen sowie Vergiftungen mit cholinerg wirkenden Giften. Dadurch wird entweder der Abbau von Acetylcholin gehemmt oder die Acetylcholin-Rezeptoren werden aktiviert.

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über häufige Auslöser des cholinergen Syndroms:

Auslösende Stoffgruppe Wichtige Beispiele
Organophosphate Malathion, Diazinon
Nervenkampfstoffe Sarin
Chemotherapeutika Irinotecan
reversible AChE-Inhibitoren Neostigmin, Physostigmin

4 Klinik

Klinisch zeigt sich die Symptomatik einer übermäßigen Parasympathikus-Aktivierung:

5 Eselsbrücken

Eselsbrücken für die Klinik des cholinergen Syndroms bieten die Akronyme SLUDGE und DUMBELLS.

  • S - Salivation
  • L - Lakrimation
  • U - Urination
  • D - Diarrhoe
  • G - Gastrointestinale Beschwerden
  • E - Emesis

6 Therapie

Die Therapie erfolgt meist durch die Gabe von Atropin. Weitere Therapiemöglichkeiten orientieren sich an der auftretenden Symptomatik:

Symptomatik Wirkstoff Dosierung
Bradykardie, Hypotension, Hypersalivation Atropin 0,02 mg/kg Bolus (Verdopplung alle 3 - 5 Min)
Muskelkrämpfe, Agitation Midazolam 0,2 mg/kg Körpergewicht
Azidose NaHCO3

Diese Seite wurde zuletzt am 15. November 2019 um 14:51 Uhr bearbeitet.

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