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Organophosphate

(Weitergeleitet von Organophosphat)

1. Definifion

Bei Organophosphaten handelt es sich um organische Phosphorsäureester (Alkylphosphate) nach der typischen Schrader-Formel:

  • R1- (PO) - R2 + ein X- am Phosphat als Zentrum

Durch kovalente Bindung führen sie zu einer nahezu irreversiblen Hemmung der Acetylcholinesterase und der Pseudocholinesterase.

2. Wirkungsweise

Die Phosphorsäureester gehören zu den veresternden Inhibitoren der Cholinesterasen. Sie binden an das esteratische Zentrum und phosphorylieren das entsprechende Enzym. Durch Hydrolyse findet zwar eine Regeneration der phosphorylierten Enzyme statt, diese erfolgt aber extrem langsam und kann mitunter Tage dauern. Daher kommt die Wirkung einer irreversiblen Hemmung nahezu gleich.

In Folge der Hemmung kommt es zu einem Acetylcholinanstieg im synaptischen Spalt und zu einer Dauererregung der muskarinischen und nikotinischen Acetylcholinrezeptoren.

3. Toxizität

Nach ihrer Toxizität kann man Organophosphate wie folgt klassifizieren:

Klassifizierung LD 50 bei Ratte [mg/kg] Stoffbeispiel
Supertoxisch 0,2-0,5 Tabun
Extrem toxisch 5-10 Paraoxon
Sehr toxisch 100-200 Diazinon
Mittelgradig toxisch 500-600 Trichlorphon
Gering toxisch über 5000
Nicht toxisch über 15000

Durch eine Messung der Cholinesterase-Aktivität im Blut kann der Grad einer Organophosphat-Intoxikation abgeschätzt werden.

4. Anwendung

5. Intoxikationssymptome

Bei einer Intoxikation mit Organophosphaten zeigt sich infolge der cholinergen Wirkung die Symptomatik eines Cholinergen Syndroms, u.a. mit:

Zur Diagnostik einer Intoxikation kann auf eine laborchemische Bestimmung der Pseudocholinesterase-Aktivität zurückgegriffen werden. Bei schweren Intoxikationen liegt der entsprechende Wert unterhalb von 10% der Norm[1] (4 bis 13 U/ml[2]).

6. Therapie bei Organophosphatvergiftung

  • Atropin, als Antidot, in hohen (eigentlich toxischen) Dosen: > 0,1 mg/ kg intravenös
  • Beatmung
  • Obidoxim (Toxogonin) zur Enzymreaktivierung, 2-4 mg/kg, solange das Enzym noch nicht gealtert ist (24-48 h)

7. Einzelnachweise

  1. Mutschler et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen, 8. Aufl, Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft.
  2. deGruyter: Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter, 261. Aufl.

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