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Arterie

(Weitergeleitet von Arterienwand)

Synonyme: Schlagader, Pulsader, Arteria
Englisch: artery

1 Definition

Als Arterien bezeichnet man per Definition alle Blutgefäße, die das Blut vom Herzen wegführen.

2 Nomenklatur

Die Arterien werden in der Anatomie in der Regel systematisch nach der Körperregion benannt, in der sie sich befinden, oder ihr Name bezieht sich auf die von ihnen versorgte Struktur. Die Arteria radialis befindet sich beispielsweise am Radius, die Arteria facialis im Gesicht (lat. "facies"). Die Arteria renalis versorgt die Niere (lat. "ren"), die Arteria hepatica propria die Leber (lat. "hepar"). Weitere wichtige Arterien des menschlichen Körpers sind u.a.:

Kleinere Arterien haben häufig keinen eigenen Namen, sondern werden nur als "Ramus" (Ast) eines Ursprungsgefäßes bezeichnet, z.B. der Ramus calcarinus arteriae occipitalis medialis.

3 Lagebezeichnungen

4 Funktion

Die Arterien des Körperkreislaufs transportieren sauerstoffreiches Blut, das sie nach Passage von Lunge und linkem Herzventrikel direkt oder indirekt über die zentrale Arterie des Körpers, die Aorta, erhalten. Im Gegensatz dazu führen die Arterien des Lungenkreislaufs (Arteriae pulmonales) sauerstoffarmes Blut vom rechten Herzen weg. Eine weitere Ausnahme ist die paarige Arteria umbilicalis, die desoxygeniertes Blut vom Fetus zur mütterlichen Plazenta transportiert.

5 Einteilung

5.1 ...nach Wandaufbau

Je nach Wandaufbau und Größe der Gefäße unterscheidet man verschiedene Arterienformen:

  • Arterien vom elastischen Typ (Arteria elastotypica): Die Media besteht aus Lagen von elastischen Fasern, in die Faserzüge glatter Muskulatur eingelagert sind. Besonders die großen, herznahen Arterien des Körpers gehören zu dieser Gruppe. Arterien vom elastischen Typ haben eine so genannte Windkesselfunktion. Sie sorgen dafür, das der pulsatile Blutfluss, der durch Systole des Herzens verursacht wird, in eine quasi-kontinuierliche Strömung umgewandelt wird.
  • Arterien vom muskulären Typ (Arteria myotypica): Die Media besteht aus dicht gelagerten Bündeln glatter Muskulatur, die den Druck innerhalb des Lumens regulieren können. Durch die Fähigkeit zur Vasokonstriktion haben sie einen entscheidenden Einfluss auf die Blutdruckregulation. Bei einem Lagewechsel (Liegen -> Stehen) sorgen sie so für eine schnelle Umverteilung des Blutvolumens, die so genannte Orthostase-Reaktion.
  • Arterien vom gemischten Typ (Arteria mixtotypica): Sie sind die Übergangsform vom muskulären zum elastischen Typ.
  • Arteriolen: Kleine Arterien mit wenig glatter Muskulatur werden vor ihrer Aufspaltung in Kapillaren als Arteriolen bezeichnet.

5.2 ...nach Morphologie

Nach ihrer Morphologie unterscheidet man bei einigen Organen (z.B. beim Penis) besondere Arterienformen:

5.3 ...nach Funktion

6 Histologie

Arterien weisen typischerweise eine dreischichtige Wandstruktur auf, deren Schichten konzentrisch angeordnet sind:

  • Tunica intima (Intima): Wie alle Blutgefäße sind die Arterien zum Lumen hin mit einer Endotheleinzelschicht ausgekleidet, das einer dünnen Bindegewebeschicht aufsitzt.
  • Tunica media (Media): Je nach Größe und Druckverhältnissen innerhalb des Gefäßes weisen Arterien eine unterschiedlich dicke Schicht an glatter Muskulatur auf.
  • Tunica externa (Adventitia): Um die Muskulatur herum befindet sich eine zusätzliche Schicht von Bindegewebe.
  • Membranae elasticae: In größeren Gefäßen befinden sich auf beiden Seiten der Media Lagen von elastischen Fasern, die als Membrana elastica interna beziehungsweise externa bezeichnet werden.

Arterie-Schichten

7 Physiologie

Arterien beziehen Sauerstoff und Nährstoffe für die inneren Schichten durch Diffusion aus dem Blutstrom (Bradytrophie), während die äußeren Lagen von Media und Adventitia durch eigene kleine Gefäße (Vasa vasorum) versorgt werden.

8 Pathophysiologie

Durch degenerative Veränderungen in der Gefäßwand der Arterien kommt es zur Arteriosklerose. Dadurch wird die Elastizität der Arterien vermindert und das Lumen der Gefäße eingeengt. Zu den möglichen Folgen zählen Durchblutungsstörungen (pAVK, KHK), Hypertonie und Gefäßrupturen.

9 Klinik

Die Verletzung einer Arterie, z.B. durch eine Schnitt- oder Stichverletzung, führt zu einer Spritzblutung, die einen größeren Blutverlust nach sich ziehen kann. Sie muss daher schnell chirurgisch versorgt werden.

Arterien können für spezielle klinische Fragestellungen punktiert werden, z.B. im Rahmen der invasiven Blutdruckmessung oder zur Einbringung eines Linksherzkatheters.

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