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Stichverletzung

1 Definition

Eine Stichverletzung ist ein Trauma, das durch einen spitzen Gegenstand verursacht wird, der unter Krafteinwirkung die Haut durchstößt und die darunterliegenden Gewebeschichten penetriert. Dabei kommt es zur Bildung eines Stichkanals.

2 Pathologie

Die Blutungsintensität, die Wundtiefe und die Wundränder der Stichwunde sind vom verwendeten Gegenstand und von der betroffenen Körperregion abhängig.

Ist der Stichkanal schmal, ist die resultierende Blutung in der Regel gering und kann über das tatsächliche Ausmaß der Verletzung, z.B. über eine mögliche Beteiligung innerer Organe hinwegtäuschen. Bei perforierenden Stichverletzungen unterscheidet man

  • Einstichverletzung und
  • Ausstichverletzung

Glattrandige, spitze und scharfe Gegenstände (z.B. Messer) hinterlassen glatte Wundränder, wohingegen stumpfe Gegenstände mit unregelmäßigem Rand (z.B. Äste) den Wundrand oft zerfetzen.

3 Prädilektionsstellen

Die meisten Stichverletzungen betreffen die Hand.

4 Diagnostik

Die Basisdiagnostik von Stichverletzungen an den Extremitäten umfasst die sorgfältige Überprüfung von Durchblutung, Motorik und Sensibilität ("DMS"). Die Sensibilität sollte - insbesondere im Bereich der Hand - mit Hilfe der 2-Punkte-Diskrimination getestet werden. Besteht der Verdacht auf eine Verletzung von Leitungsbahnen oder eine funktionsmindernde Durchtrennung von Muskeln, Gelenken oder Sehnen, ist eine Revision der betroffenen Extremität in Blutleere notwendig.

Je nach Lage und Schwere der Stichverletzung können weitere Maßnahmen erforderlich sein, z.B. Röntgenaufnahmen oder Sonografie. Betrifft die Stichverletzung den Rumpf, ist bei Verletzungen im Thoraxbereich vor allem das Vorliegen eines Pneumothorax auszuschließen. Bei Verdacht auf eine Perforation des Bauchraums wird eine Laparoskopie oder ggf. eine Probelaparotomie durchgeführt.

5 Therapie

5.1 Infektionsprophylaxe

Da Krankheitserreger in den Stichkanal eingetragen werden können, erfordern auch kleinere Stichwunden die Überprüfung des Tetanusschutzes. Kann ein Impfschutz nicht sicher nachgewiesen werden, ist im Zweifelsfall immer eine Tetanusprophylaxe durchzuführen.

Eine Besonderheit stellen Stichverletzungen dar, die im klinischen Bereich durch Kanülen oder andere spitze medizinische Hilfsmittel entstehen. Sie sind potentiell mit infektiösem Material kontaminiert, das zu einer Exposition gegenüber HIV oder Hepatitis führen kann, und machen daher weitere prophylaktische Maßnahmen notwendig.

5.2 Chirurgische Therapie

Stichverletzungen werden unter Rekonstruktion durchtrennter Strukturen chirurgisch revidiert.

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