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Lungenkreislauf

Synonyme: Pulmonaler Kreislauf, "kleiner Kreislauf"
Englisch: pulmonary circulation

1 Definition

Der Lungenkreislauf ist der Teil des Blutkreislaufs, der das Blut vom Herzen zur Lunge und von dort wieder zurück zum Herzen leitet.

2 Physiologie

Desoxygeniertes Blut wird vom rechten Herzventrikel über den Truncus pulmonalis und die Lungenarterien in die Kapillargefäße der Lunge abgeführt. Dort erfolgt in den Lungenalveolen der Gasaustausch: Das Blut gibt Kohlenstoffdioxid (CO2) ab und nimmt Sauerstoff (O2) auf. Das oxygenierte Blut fließt schließlich über mehrere Venae pulmonales wieder zurück zum linken Vorhof des Herzens. Von dort wird es über die Mitralklappe in die linke Herzkammer gepumpt, die es schließlich in den Körperkreislauf einspeist.

Bei Fetus besteht vom Truncus pulmonalis eine direkt Verbindung zur Aorta, der Ductus arteriosus (Botalli). Darüber hinaus existiert eine Öffnung zwischen rechtem und linkem Herzvorhof, das Foramen ovale cordis. Diese beiden Strukturen sind Kurzschlussverbindungen, die das Blut an der Lunge vorbei leiten und dadurch den Lungenkreislauf umgehen. Der Grund dafür ist, dass die Oxygenierung des fetalen Bluts in der Plazenta erfolgt, nicht in der Lunge.

Desoxygeniertes Blut Rechte Herzkammer
Pulmonalklappe
Truncus pulmonalis
Lungenarterien
Lungenkapillaren
Oxygeniertes Blut Lungenvenen
Linker Vorhof
Mitralklappe
Linke Herzkammer

Der Gefäßwiderstand der Lungenstrombahn wird als pulmonal-vaskulärer Widerstand (PVR) bezeichnet. Er beträgt etwa 1/10 des peripheren Widerstand im Körperkreislauf. Der Blutdruck im Lungenkreislauf ist daher deutlich niedriger (20/8 mmHg) als im Blutkreislauf (120/80 mmHg).

Eine Hypoxie in den Lungenalveolen löst eine Vasokonstriktion der Lungengefäße in den entsprechenden Lungenabschnitten aus, was zu einer Erhöhung des PVR führt. Diese Regulation nennt man Euler-Liljestrand-Mechanismus. Sie führt dazu, dass die Durchblutung schlecht belüfteter Lungenabschnitte eingeschränkt wird - das Blut des Lungenkreislaufs wird dadurch in besser belüftete Lungengebiete umgeleitet.

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3 Klinik

Eine Erhöhung des Gefäßwiderstands im Lungenkreislauf bezeichnet man als pulmonale Hypertonie (PAH).

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