Alkalose
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LoslegenEnglisch: alkalosis
Definition
Als Alkalose bezeichnet man eine Störung des Säure-Basen-Haushaltes, bei welcher der pH-Wert des Blutes auf über 7,45 ansteigt. Der Normwert liegt im Korridor von 7,35 bis 7,45.
Formen
Je nach Ursache der Störung wird die respiratorische Alkalose und die metabolische Alkalose unterschieden:
Respiratorische Alkalose
Bei einer respiratorischen Alkalose steigt der pH-Wert infolge gesteigerter Atmung (Hyperventilation) an. Durch die vermehrte Abatmung von Kohlendioxid (CO₂) sinkt der arterielle pCO₂ (Hypokapnie), was zu einer Verschiebung des Gleichgewichts in Richtung höherer pH-Werte führt.[1]
Häufige Ursachen sind:
- Hyperventilationssyndrom (z.B. bei Angst, Schmerz, Stress)
- Fieber
- Höhenkrankheit
- Mechanische Überventilation (z.B. im Rahmen der maschinellen Beatmung)
- Schwangerschaft (physiologische Hyperventilation)
- Zentralnervöse Erkrankungen mit Steigerung des Atemantriebs
Metabolische Alkalose
Bei der metabolischen Alkalose liegt eine primäre Erhöhung des Bikarbonats (HCO₃⁻) im Blut vor. Sie ist im klinischen Alltag die häufigste Säure-Basen-Störung bei hospitalisierten Patienten.[2]
Häufige Ursachen sind:
- Verlust saurer Valenzen durch chronisches Erbrechen oder Magenspülungen
- Einnahme von Schleifendiuretika oder Thiaziden
- Hypokaliämie
- Hyperaldosteronismus (primär oder sekundär)
- Überdosierung von Natriumbikarbonat oder Antazida
Symptome
Klinische Beschwerden entstehen vor allem durch die alkalosebedingte Hypokalzämie (erhöhte Proteinbindung von ionisiertem Calcium) sowie durch Elektrolytverschiebungen:
- Tetanie, Parästhesien, Muskelkrämpfe
- Schwindel, Benommenheit
- Herzrhythmusstörungen (begünstigt durch Hypokaliämie)
- Bei schwerer metabolischer Alkalose (pH ≥ 7,55): erhöhte adrenerge Sensitivität, neuromuskuläre Komplikationen, myokardiale und zerebrale Ischämie[2]
Diagnostik
Die Diagnose und Differenzierung der Alkaloseform erfolgt mittels Blutgasanalyse:
| Parameter | Respiratorische Alkalose | Metabolische Alkalose |
|---|---|---|
| pH | ↑ > 7,45 | ↑ > 7,45 |
| pCO₂ | ↓ (primär) | ↑ (kompensatorisch) |
| HCO₃⁻ | ↓ (kompensatorisch) | ↑ (primär) |
Ergänzend sind Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Chlorid) sowie die Urinchloridkonzentration zur Differenzierung chlorid-responsiver von chlorid-resistenter metabolischer Alkalose hilfreich.
Therapie
Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache:
- Respiratorische Alkalose: Behandlung der Grundursache (z.B. Anxiolyse bei Hyperventilationssyndrom, Anpassung der Beatmungsparameter), bei leichten Formen ggf. Rückatmung in eine Tüte
- Metabolische Alkalose: Ausgleich von Hypovolämie und Elektrolytdefiziten (insbesondere Chlorid und Kalium) durch Flüssigkeitssubstitution, bei schwerer therapierefraktärer Alkalose kann eine Hämodialyse mit niedrig bikarbonathaltiger Dialysatlösung erforderlich sein.[2]
Podcast
Bildquelle
- Bildquelle Podcast: © Eddie Pipocas / Unsplash
Quellen
- ↑ Tucker AM, Johnson TN. Breathing and balance: Clinical insights and management strategies of respiratory acid-base disorders. Nutr Clin Pract. 2025;40(4):774-792.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Ávila ER, Sepúlveda RA. Hemodialysis for Severe Metabolic Alkalosis: A Comprehensive Review of Current Practices. Blood Purif. 2025;55(1):65-78.