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Akutes Abdomen

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Synonym: "akuter Bauch"
Englisch: acute abdomen

1. Definition [bearbeiten]

Beim akuten Abdomen handelt es sich nicht um eine eigene Krankheitsentität, sondern vielmehr um einen Symptomenkomplex, der sich durch starken abdominellen Schmerz und mögliche Lebensbedrohlichkeit auszeichnet. Das akute Abdomen kann durch verschiedene Baucherkrankungen ausgelöst werden und ist eine vorläufige Alarmdiagnose.

2. Ursachen [bearbeiten]

Das akute Abdomen kann durch verschiedene intra- oder extraabdominelle Erkrankungen ausgelöst werden. Dazu zählen unter anderem:

  • eine generalisierte Peritonitis durch Perforation eines Hohlorgans
  • eine lokale Peritonitis durch Entzündung eines Bauchorgans
  • ein Ileus aufgrund einer Tumorerkrankung, Entzündung oder eingeklemmte Hernie
  • eine Blutung im Bauchraum, ausgelöst durch eine Extrauteringravidität oder ein perforierendes Aortenaneurysma
  • eine intestinale Ischämie (z.B. durch Torsion eines Darmabschnittes)
  • extraabdominelle Erkrankungen (z.B. ausstrahlende Schmerzen bei einem Myokardinfarkt)
  • Erkrankungen der Nieren und ableitenden Harnwege (z.B. Nierenkolik oder Uretersteine)

3. Symptome [bearbeiten]

Zu den Leitsymptomen eines akuten Abdomens zählen plötzliche, heftige abdominelle Schmerzen, Paralyse sowie Schock. Desweiteren findet sich häufig eine Abwehrspannung des Abdomens. In vielen Fällen wird der Schmerz von Erbrechen begleitet, dabei kann Konsistenz und Aussehen des Erbrochenen Hinweise auf die Ätiologie des Schmerzes geben.

4. Differentialdiagnose [bearbeiten]

Da sich hinter dem akuten Abdomen Erkrankungen verschiedenster Art verbergen können, muss eine weitere Differenzierung erfolgen. Diese erfolgt über Typ, Dauer und Lokalisation des Schmerzes.

4.1. Schmerztypen [bearbeiten]

4.1.1. Viszeraler Schmerz [bearbeiten]

Der sogenannte viszerale Schmerz zeichnet sich durch einen plötzlichen, krampfhaften, kurzfristig gut lokalisierbaren Schmerz aus,welcher dann diffus, also schwer lokalisierbar wird und als brennend und dumpf bezeichnet wird. Der Patient versucht sich durch Krümmen Erleichterung zu verschaffen und verhält sich dem entsprechend sehr unruhig. Dieser Schmerz ist bei Entzündungen der Hohlorgane oder einer Ulkusperforation zu finden.

4.1.2. Kolikschmerz [bearbeiten]

Der Kolikschmerz ist dem viszeralen Schmerz untergeordnet und findet sich beim Ileus, sowie bei Gallensteinen und Uretersteinen. Er ist durch einen an- und abschwellenden, intermittierenden, krampfhaften Schmerzverlauf und ein Krümmen des Patienten gekennzeichnet.

4.1.3. Somatischer Schmerz [bearbeiten]

Der somatische Schmerz ist durch einen schneidenden, sich bei Bewegung stark verschlimmernden Schmerz gekennzeichnet, weshalb der Patient verhältnismäßig ruhig liegt. Zunächst ist auch er noch gut lokalisierbar, wird aber mit zunehmender Ausbreitung der Reizung bzw. Entzündung des Peritoneum parietale zunehmend diffus. Appendizitis, Pankreatitis und Cholezystitis sind typische Auslöser eines solchen Schmerzes.

4.2. Lokalisationen des Schmerzes [bearbeiten]

Gezieltes Abtasten des Abdomens lässt eine Orientierung über die genauere Schmerzlokalisation zu, was für eine weitere Differentialdiagnose unerlässlich ist. Zu unterscheiden sind hierbei:

Klinisch wird die Differentialdiagnose weiter von endoskopischen, laborchemischen und anderen Methoden unterstützt und vervollständigt.

5. Diagnostik [bearbeiten]

Zur Abklärung eines akuten Abdomens kommen folgende diagnostische Maßnahmen in Betracht:

5.1. Klinische Untersuchung [bearbeiten]

5.2. Bildgebende Verfahren [bearbeiten]

5.3. Labor [bearbeiten]

Diese Aufzählung ist nicht vollständig und umfasst nur die Primärdiagnostik. Je nach Verdachtsdiagnose können weitere Untersuchungsverfahren (z.B. Endoskopie) zum Einsatz kommen.

6. Therapie [bearbeiten]

6.1. Sofortmaßnahmen [bearbeiten]

Beim akuten Abdomen ist es für den Patienten sehr erleichternd mit dem Oberkörper leicht erhöht und mit den Beinen angewinkelt zu liegen, solange er nicht in den Schock fällt. Leichte Spasmolytika können dem Patienten ebenfalls sehr helfen, wobei häufig präklinisch von der Gabe von stärkeren Analgetika durch den Notarzt abgesehen wird, um das Bild für die klinische Differentialdiagnose nicht zu verfälschen.

6.2. Weitere Therapie [bearbeiten]

Die weitere Therapie ist abhängig von der auslösenden Ursache und kann chirurgisch oder konservativ sein.

Weitere Informationen im FlexiEssay: Chirurgische Intervention beim akuten Abdomen

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