Bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung: Unterschied zwischen den Versionen

Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1:
''Synonym: bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, bakterielle Überwucherung des Dünndarms''<br />
{{rohbau}}
'''''Englisch:''''' ''small intestinal bacterial overgrowth, small intestinal bacterial overgrowth syndrome''
''Synonyme: Bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung (DDFB), Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, Bakterielle Überwucherung des Dünndarms''<br />
''Abkürzungen: DDFB, SIBO''
'''''Englisch:''''' ''Small intestinal bacterial overgrowth (SIBO), small intestinal bacterial overgrowth syndrome''


== Definition ==  
== Definition ==  
Bei der '''bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung''', kurz '''DDFB''', handelt es sich um eine heterogene Gruppe von [[Verdauungsstörung]]en, die auf einem Ungleichgewicht des bakteriellen [[Ökosystem]]s im [[Darm]] beruhen. Dabei kann eine bakterielle Fehlbesiedlung oder eine bakterielle Überwucherung des [[Dünndarm]]s vorliegen.
Bei der '''bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung''', kurz '''DDFB''', handelt es sich um eine heterogene Gruppe von [[Verdauungsstörung]]en, die auf einem Ungleichgewicht des [[bakteriell]]en [[Ökosystem]]s im [[Darm]] beruhen. Dabei kann eine bakterielle Fehlbesiedlung oder eine bakterielle Überwucherung des [[Dünndarm]]s vorliegen. Häufig wird der englische Begriff '''„small intestinal bacterial overgrowth“''', kurz '''SIBO''', verwendet.
 
==Terminologie==
Im deutschsprachigen Raum wird ebenfalls der englische Begriff '''„small intestinal bacterial overgrowth“''', kurz '''SIBO''', verwendet.


== Epidemiologie ==  
== Epidemiologie ==  
Die [[Prävalenz]] der bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung in der gesunden Bevölkerung wird auf 0 bis 20 % geschätzt. Bei Patienten mit einer [[Motilitätsstörung]] des Darms zeigt sich eine höhere Prävalenz.<ref>Grace et al. [https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/apt.12456 Review article: small intestinal bacterial overgrowth – prevalence, clinical features, current and developing diagnostic tests, and treatment.] Alimentary Pharmacology and Therapeutics; 2013, abgerufen am 02.09.2021</ref>
Die [[Prävalenz]] der bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung in der gesunden Bevölkerung wird auf 0-20 % geschätzt. Bei Patienten mit einer [[Motilitätsstörung]] des Darms zeigt sich eine höhere Prävalenz.<ref>Grace et al. [https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/apt.12456 Review article: small intestinal bacterial overgrowth – prevalence, clinical features, current and developing diagnostic tests, and treatment.] Alimentary Pharmacology and Therapeutics; 2013, abgerufen am 02.09.2021</ref>


== Ätiologie ==  
== Ätiologie ==  
Ursachen einer bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung können in Störungen der antibakteriellen Mechanismen des Körpers, in [[anatomisch]]en Abnormalitäten und/oder Motilitätsstörungen liegen. Es wird von einer [[multifaktoriell]]en [[Genese]] ausgegangen. Ob die Faktoren ursächlich oder [[Prädisposition|prädisponierend]] sind, ist bisher unklar.<br />
Ursachen einer bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung können in Störungen der antibakteriellen Mechanismen des Körpers, in [[anatomisch]]en Abnormalitäten und/oder [[intestinale Motilitätsstörung|intestinalen Motilitätsstörungen]] liegen. Es wird von einer [[multifaktoriell]]en [[Genese]] ausgegangen. Ob die Faktoren ursächlich oder [[Prädisposition|prädisponierend]] sind, ist bisher unklar.
Zu den Ursachen gehören u. a.:
 
Zu den Ursachen gehören u.a.:
* Störungen der antibakteriellen Mechanismen des Körpers
* Störungen der antibakteriellen Mechanismen des Körpers
** [[Achlorhydrie]] oder [[Protonenpumpeninhibitor]]-Langzeittherapie
** [[Achlorhydrie]] oder [[Protonenpumpeninhibitor]]-Langzeittherapie
Zeile 21: Zeile 19:
* Obstruktion des Darms
* Obstruktion des Darms
** [[Adhäsion]]en nach Operationen
** [[Adhäsion]]en nach Operationen
** [[Striktur]]en (z. B. durch [[Bestrahlung]]) oder [[Stenose]]n (z. B. bei [[Morbus Crohn]])
** [[Striktur]]en (z.B. durch [[Bestrahlung]]) oder [[Stenose]]n (z.B. bei [[Morbus Crohn]])
* anatomische Abnormalitäten  
* anatomische Abnormalitäten  
** [[Divertikel]]
** [[Divertikel]]
Zeile 27: Zeile 25:
** [[Resektion]]en (z. B. Ileumcoecalresektion)
** [[Resektion]]en (z. B. Ileumcoecalresektion)
** [[Blindsacksyndrom]] ("blind-loop-syndrom“)
** [[Blindsacksyndrom]] ("blind-loop-syndrom“)
* Motilitätsstörungen  
* intestinale Motilitätsstörungen  
** [[Sklerodermie]]
** [[Sklerodermie]]
** [[Autonome Neuropathie]] bei [[Diabetes mellitus]]
** [[Autonome Neuropathie]] bei [[Diabetes mellitus]]
** [[Chronische intestinale Pseudoobstruktion]] (CIPO)


== Pathophysiologie ==  
== Pathophysiologie ==  
Verschiedene Mechanismen können eine Fehlbesiedlung des Dünndarms hervorrufen. Motilitätsstörungen des [[Gastrointestinaltrakt]]es begünstigen eine pathologische Vermehrung von Bakterien im Dünndarm. Sind die [[physiologisch]]en Abwehrmechanismen des Körpers z. B. durch eine geringe [[Magensäure]]sekretion oder Immundefizienz gestört, verändert sich die bakterielle Besiedelung auch im Darm in Anzahl und Zusammensetzung. Außerdem können anatomische Veränderungen und eine daraus resultierende [[Stase]] eine Einwanderung von [[Kolon|kolonischen]] Bakterien in den Dünndarm und ihre Ausbreitung ermöglichen.
Verschiedene Mechanismen können eine Fehlbesiedlung des Dünndarms hervorrufen. Motilitätsstörungen des [[Gastrointestinaltrakt]]es begünstigen eine pathologische Vermehrung von Bakterien im Dünndarm. Sind die [[physiologisch]]en Abwehrmechanismen des Körpers z.B. durch eine geringe [[Magensäure]]sekretion oder [[Immundefizienz]] gestört, verändert sich die bakterielle Besiedelung auch im Darm in Anzahl und Zusammensetzung. Außerdem können anatomische Veränderungen und eine daraus resultierende [[Stase]] eine Einwanderung von [[Kolon|kolonischen]] Bakterien in den Dünndarm und ihre Ausbreitung ermöglichen.


== Symptome ==  
== Symptome ==  
Zeile 48: Zeile 47:
* [[H2-Atemtest]]
* [[H2-Atemtest]]
* [[Labor]]untersuchung
* [[Labor]]untersuchung
Als [[Goldstandard]] gilt die Anzüchtung einer [[Kultur]] aus einem [[Endoskopie|endoskopisch]] gewonnenen Jejunalaspirat. Als Schwelle für eine Dünndarmfehlbesiedlung wird aktuell mindestens 10^3 [[Keim]]e pro [[Milliliter]] Darminhalt angegeben. Dieses Verfahren ist jedoch sehr aufwändig, weshalb zunächst andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen und die Verdachtsdiagnose gestützt werden sollte. Dazu können andere Verfahren wie der H2-Atemtest, die Durchführung einer [[Ösophagogastroduodenoskopie]] oder eine [[Kernspintomographie]] mit [[Kontrastmittel]]passage nach [[Sellink]] durchgeführt werden. Diese haben jedoch in der Regel eine weitaus geringere [[Spezifität]] und [[Sensitivität]].<br />
Als [[Goldstandard]] gilt die Anzüchtung einer [[Kultur]] aus einem [[Endoskopie|endoskopisch]] gewonnenen Jejunalaspirat. Als Schwelle für eine Dünndarmfehlbesiedlung wird aktuell mindestens 10<sup>3</sup> [[Keim]]e pro [[Milliliter]] Darminhalt angegeben. Dieses Verfahren ist jedoch sehr aufwändig, weshalb zunächst andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen und die Verdachtsdiagnose gestützt werden sollte. Dazu können andere Verfahren wie der H2-Atemtest, die Durchführung einer [[Ösophagogastroduodenoskopie]] (ÖGD) oder eine [[Kernspintomographie]] mit [[Kontrastmittel]]passage nach [[Sellink]] ([[MR-Sellink]]) durchgeführt werden. Diese haben jedoch in der Regel eine weitaus geringere [[Spezifität]] und [[Sensitivität]].
Test der Wahl ist dabei meist der H2-Atemtest. Dabei haben erhöhte [[Wasserstoff]]werte (>19 ppm) eine hohe Vorhersagekraft für das Vorliegen einer bakteriellen Überwucherung des Dünndarms mit einer Spezifität von über 90 %. Die Sensitivität liegt bei allen Atemtests jedoch deutlich niedriger.<br />
 
Eine Laboruntersuchung sollte durchgeführt werden, um eine mögliche Malabsorption zu entdecken.<br />
Test der Wahl ist dabei meist der H2-Atemtest. Dabei haben erhöhte [[Wasserstoff]]werte (>19 ppm) eine hohe Vorhersagekraft für das Vorliegen einer bakteriellen Überwucherung des Dünndarms mit einer Spezifität von über 90 %. Die Sensitivität liegt bei allen Atemtests jedoch deutlich niedriger.
Eine [[probatorisch]]e Antibiotikagabe kann erfolgen, ist aber nicht Teil der klinischen Praxis.
 
Eine Laboruntersuchung sollte durchgeführt werden, um eine mögliche Malabsorption zu entdecken. Eine [[probatorisch]]e Antibiotikagabe kann erfolgen, ist aber nicht Teil der klinischen Praxis.


== Differentialdiagnosen ==  
== Differentialdiagnosen ==  
Zeile 58: Zeile 58:


== Therapie ==  
== Therapie ==  
Die Behandlung der bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung hat zunächst die bestmögliche Behandlung der Ursache als Ziel. Dazu gehören u.a:
Die Behandlung der SIBO hat zunächst die bestmögliche Behandlung der Ursache der bakteriellen Fehlbesiedlung als Ziel. Dazu gehören u.a:
* chirurgische Therapie von anatomischen Abnormalitäten
* [[chirurgisch]]e Therapie von anatomischen Abnormalitäten
* Beendigung der Einnahme von motilitätshemmenden Medikamenten oder von Protonenpumpeninhibitoren  
* Beendigung der Einnahme von motilitätshemmenden Medikamenten oder von Protonenpumpeninhibitoren  
* Verbesserung von Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus
* Verbesserung von Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus
Ohne den Einsatz von [[Antibiotika]] kommt es jedoch selten zu einer [[Eradikation]] der fehlbesiedelten Bakterien bzw. zur Reduktion der Dünndarmüberwucherung. Bisher gibt es keine festen Therapieregime und nur wenig Studien. Der Einsatz von [[Rifaximin]] für 7-10 Tage zeigte in Studien gute Ergebnisse. Häufig sind Patienten nach der Behandlung für einige Monate beschwerdefrei. [[Rezidiv]]e sind jedoch häufig.<br />
Ohne den Einsatz von [[Antibiotika]] kommt es jedoch selten zu einer [[Eradikation]] der fehlbesiedelten Bakterien bzw. zur Reduktion der Dünndarmüberwucherung. Bisher gibt es keine festen Therapieregimen und nur wenig Studien. Der Einsatz von [[Rifaximin]] für 7-10 Tage zeigte in Studien gute Ergebnisse. Häufig sind danach Patienten für einige Monate beschwerdefrei. [[Rezidiv]]e sind jedoch häufig.
Die anschließende Gabe von [[Probiotika]] scheint in Beobachtungsstudien Erfolge zu erzielen.<br />
 
Langfristige Erfolge sind vor allem in Kombination mit einer Ernährungsumstellung zu beobachten, bei der die Aufnahme von [[Fermentation| fermentierbaren]] Kohlenhydraten reduziert wird.   
Die anschließende Gabe von [[Probiotika]] scheint in Beobachtungsstudien Erfolge zu erzielen. Langfristige Erfolge sind vor allem in Kombination mit einer Ernährungsumstellung zu beobachten, bei die Aufnahme von [[fermentierbar]]en Kohlenhydraten reduziert wird.   
 
== Literatur ==
* Christoph Lübbert (2015): [https://www.springermedizin.de/emedpedia/dgim-innere-medizin/bakterielle-fehlbesiedelung-des-duenndarms?epediaDoi=10.1007%2F978-3-642-54676-1_298|Bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms], DGIM Innere Medizin - eMedpedia.
* Wilhelmi, Martin; Studerus, Diana; Dolder, Mathias; Vavricke, Stephan (2018): [https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2018.03208|SIBO «small intestinal bacterial overgrowth». Die Antwort auf therapierefraktäre Bauchbeschwerden?], Swiss Med Forum (9)


==Quellen==
==Quellen==
<references/>
<references/>
== Literatur ==
* Christoph Lübbert (2015): [https://www.springermedizin.de/emedpedia/dgim-innere-medizin/bakterielle-fehlbesiedelung-des-duenndarms?epediaDoi=10.1007%2F978-3-642-54676-1_298|Bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms.] DGIM Innere Medizin - eMedpedia.
* Wilhelmi, Martin; Studerus, Diana; Dolder, Mathias; Vavricke, Stephan (2018): [https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2018.03208|SIBO «small intestinal bacterial overgrowth». Die Antwort auf therapierefraktäre Bauchbeschwerden?] In: Swiss Med Forum (9). DOI: 10.4414/smf.2018.03208.
[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]]
[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]]
[[Fachgebiet:Ernährungsmedizin]]
[[Fachgebiet:Ernährungsmedizin]]

Version vom 3. September 2021, 09:19 Uhr

image
Dieser Artikel befindet sich noch im Rohbau.

Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.

image
Dieser Artikel befindet sich noch im Rohbau.

Wir werden ihn in Kürze checken und bearbeiten.

Synonyme: Bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung (DDFB), Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, Bakterielle Überwucherung des Dünndarms
Englisch: Small intestinal bacterial overgrowth (SIBO), small intestinal bacterial overgrowth syndrome

Definition

Bei der bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung, kurz DDFB, handelt es sich um eine heterogene Gruppe von Verdauungsstörungen, die auf einem Ungleichgewicht des bakteriellen Ökosystems im Darm beruhen. Dabei kann eine bakterielle Fehlbesiedlung oder eine bakterielle Überwucherung des Dünndarms vorliegen. Häufig wird der englische Begriff „small intestinal bacterial overgrowth“, kurz SIBO, verwendet.

Epidemiologie

Die Prävalenz der bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung in der gesunden Bevölkerung wird auf 0-20 % geschätzt. Bei Patienten mit einer Motilitätsstörung des Darms zeigt sich eine höhere Prävalenz.[1]

Ätiologie

Ursachen einer bakteriellen Dünndarmfehlbesiedlung können in Störungen der antibakteriellen Mechanismen des Körpers, in anatomischen Abnormalitäten und/oder intestinalen Motilitätsstörungen liegen. Es wird von einer multifaktoriellen Genese ausgegangen. Ob die Faktoren ursächlich oder prädisponierend sind, ist bisher unklar.

Zu den Ursachen gehören u.a.:

Pathophysiologie

Verschiedene Mechanismen können eine Fehlbesiedlung des Dünndarms hervorrufen. Motilitätsstörungen des Gastrointestinaltraktes begünstigen eine pathologische Vermehrung von Bakterien im Dünndarm. Sind die physiologischen Abwehrmechanismen des Körpers z.B. durch eine geringe Magensäuresekretion oder Immundefizienz gestört, verändert sich die bakterielle Besiedelung auch im Darm in Anzahl und Zusammensetzung. Außerdem können anatomische Veränderungen und eine daraus resultierende Stase eine Einwanderung von kolonischen Bakterien in den Dünndarm und ihre Ausbreitung ermöglichen.

Symptome

Klinisch präsentiert sich die bakterielle Fehlbesiedlung je nach grundlegender Ursache unterschiedlich. Häufig klagen Patienten über

Möglich sind auch Folgeerscheinungen durch die Malabsorption v.a. von Fetten, Proteinen und Mikronährstoffen (z. B. Vitamine).

Diagnose

Eine ausführliche Anamnese ist Grundlage jeder weiteren Untersuchung. Weitere Diagnostik beinhaltet insbesondere:

Als Goldstandard gilt die Anzüchtung einer Kultur aus einem endoskopisch gewonnenen Jejunalaspirat. Als Schwelle für eine Dünndarmfehlbesiedlung wird aktuell mindestens 103 Keime pro Milliliter Darminhalt angegeben. Dieses Verfahren ist jedoch sehr aufwändig, weshalb zunächst andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen und die Verdachtsdiagnose gestützt werden sollte. Dazu können andere Verfahren wie der H2-Atemtest, die Durchführung einer Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) oder eine Kernspintomographie mit Kontrastmittelpassage nach Sellink (MR-Sellink) durchgeführt werden. Diese haben jedoch in der Regel eine weitaus geringere Spezifität und Sensitivität.

Test der Wahl ist dabei meist der H2-Atemtest. Dabei haben erhöhte Wasserstoffwerte (>19 ppm) eine hohe Vorhersagekraft für das Vorliegen einer bakteriellen Überwucherung des Dünndarms mit einer Spezifität von über 90 %. Die Sensitivität liegt bei allen Atemtests jedoch deutlich niedriger.

Eine Laboruntersuchung sollte durchgeführt werden, um eine mögliche Malabsorption zu entdecken. Eine probatorische Antibiotikagabe kann erfolgen, ist aber nicht Teil der klinischen Praxis.

Differentialdiagnosen

Therapie

Die Behandlung der SIBO hat zunächst die bestmögliche Behandlung der Ursache der bakteriellen Fehlbesiedlung als Ziel. Dazu gehören u.a:

  • chirurgische Therapie von anatomischen Abnormalitäten
  • Beendigung der Einnahme von motilitätshemmenden Medikamenten oder von Protonenpumpeninhibitoren
  • Verbesserung von Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus

Ohne den Einsatz von Antibiotika kommt es jedoch selten zu einer Eradikation der fehlbesiedelten Bakterien bzw. zur Reduktion der Dünndarmüberwucherung. Bisher gibt es keine festen Therapieregimen und nur wenig Studien. Der Einsatz von Rifaximin für 7-10 Tage zeigte in Studien gute Ergebnisse. Häufig sind danach Patienten für einige Monate beschwerdefrei. Rezidive sind jedoch häufig.

Die anschließende Gabe von Probiotika scheint in Beobachtungsstudien Erfolge zu erzielen. Langfristige Erfolge sind vor allem in Kombination mit einer Ernährungsumstellung zu beobachten, bei die Aufnahme von fermentierbaren Kohlenhydraten reduziert wird.

Literatur

Quellen