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Colon

(Weitergeleitet von Kolon)

Synonyme: Grimmdarm, Kolon
Englisch: colon

1 Definition

Das Colon befindet sich als längster Teil des Dickdarmes zwischen dem Caecum (Blinddarm) und dem Rektum (Mastdarm).

2 Anatomie

Das Colon zieht sich rahmenförmig vom rechten unteren Quadranten des Abdomens ausgehend um das Dünndarmkonvolut und gliedert sich in vier Teile:

Der Übergang vom Colon ascendens zum Colon transversum ist durch eine Krümmung, die Flexura coli dextra, markiert. Die Krümmung zwischen Colon transversum und Colon descendens in der linken Bauchhälfte heißt dementsprechend Flexura coli sinistra.

2.1 Lage

Das Colon ascendens und descendens liegen retroperitoneal und sind jeweils mit der Fascia transversalis verwachsen. Das Colon transversum und sigmoideum liegen hingegen intraperitoneal und weisen jeweils ein Mesenterium auf, das Mesocolon transversum und das Mesocolon sigmoideum. Dadurch sind sie gut gegen die hintere Leibeswand verschieblich.

2.2 Dimensionen

Das Colon ist der längste Teil des Dickdarms. Es ist im Mittel etwa 155 cm (Frauen) bzw. 166 cm (Männer) lang.[1] Sein Durchmesser schwankt im Verlauf und beträgt zwischen 5 und 7 cm.

2.3 Charakteristika

Charakteristisch für den äußeren Aspekt des Colons sind:

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2.4 Blutversorgung

Die arterielle Versorgung des Colon ascendens erfolgt über die Arteria ileocolica und die Arteria colica dextra, das Colon transversum wird überwiegend von der Arteria colica media versorgt. Diese Gefäße stammen aus der Arteria mesenterica superior.

Für das Colon descendens ist hingegen die Arteria colica sinistra aus der Arteria mesenterica inferior verantwortlich. Die Arterien bilden untereinander Anastomosen, sodass sich ihre Versorgungsgebiete überschneiden. Wichtige Anastomosen zwischen der Arteria colica media und der Arteria colica sinstra sind die Drummond-Anastomose und die Riolan-Anastomose.

Der venöse Abfluss erfolgt über die gleichnamigen Venen (Vena colica dextra, Vena colica media und Vena colica sinistra).

2.5 Lymphabfluss

Die Lymphe aus dem Colon ascendens und den proximalen 2/3 des Colon transversum fließt in die Nodi lymphatici ileocolici (entlang der Arteria ileocolica) bzw. die Nodi lymphatici mesenterici superiores ab. Das distale 1/3 des Colons transversum und das Colon sigmoideum entsenden ihre Lymphe zu den Nodi lymphatici mesenterici inferiores.

2.6 Innervation

Die sympathische Innervation des Colon wird durch den Plexus mesentericus superior und - ab der Flexura coli sinistra - den Plexus mesentericus inferior besorgt. Die Nervenfasern folgen dabei den versorgenden Blutgefäßen. Die parasympathische Innervation erfolgt im proximalen Teil des Colon durch den Nervus vagus, im distalen Teil durch Äste der Nervi splanchnici pelvici. Der unscharfe Übergang der parasympathischen Innervation wird durch den Cannon-Böhm-Punkt markiert, der sich etwa im letzten Drittel des Colon transversum befindet.

3 Histologie

Der Wandaufbau des Colons entspricht weitgehend dem anderer Darmabschnitte. Allerdings besitzt das Colon in der Tunica muscularis keine durchgehende Längsmuskelschicht, sondern drei Züge von Tänien. Das Colon weist typischerweise keine Zotten (Villi intestinales) mehr auf, sondern eine grosse Anzahl von schlauchförmigen Lieberkühn-Krypten (Glandulae intestinales). Ihre Dichte wird mit etwa 100 Krypten pro mm2 angegeben, was bei einer Gesamtoberfläche des Colons von etwas unter 1.000 cm2 eine Gesamtzahl von nahezu 10 Mio. Krypten ergibt.

Die Epithelschicht der Krypten setzt sich zusammen aus:

Wie in anderen Darmabschitten schilfern die Epithelzellen des Dickdarms am Ende ihres Lebenzyklus in das Darmlumen ab. Der Ersatz wird durch kontinuierliche Teilung von Stammzellen an der Basis der Krypten geliefert. Pro Krypte sind dabei nur etwa 5-6 Stammzellen aktiv, die sich durchschnittlich alle 2 bis 3 Tage teilen.[2]

Die neu gebildeten Zellen wandern wie auf einem Förderband innerhalb einiger Tage entlang der Kryptenwand in Richtung des Lumens, wo sie verloren gegangene Zellen ersetzen.

4 Physiologie

Als Teil des Dickdarms ist das Colon an der Resorption von Wasser und Elektrolyten aus dem Darminhalt und damit an seiner Eindickung beteiligt. Dazu wird der Darminhalt durch Peristaltik und Antiperistaltik im Lumen hin und her bewegt, bis er eine breiige Konsistenz erreicht hat. Diese Bewegungen werden durch Kontraktionen der Ringmuskelschicht erreicht, die eine Segmentation des Lumens verursachen.

Das Colon ist dicht bakteriell besiedelt und bildet dadurch ein individualtypisches Mikrobiom, die Darmflora. Zwischen der Darmflora und dem Immunsystem besteht eine komplexe Wechselbeziehung, deren Details zur Zeit (2022) Gegenstand intensiver Forschung sind.

Durch die bakterielle Fermentation des Darminhalts entstehen wichtige Stoffwechselprodukte, die anschließend vom Wirtsorganismus verwendet werden können, u.a. Vitamin K.

5 Klinik

Wichtige funktionelle Störungen des Colons sind die Diarrhö und ihr Gegenteil, die Obstipation. Zu den relevanten Erkrankungen zählen:

Teile des Colons können nach einer Gastrektomie oder Ösophagektomie zur Überbrückung der entfernten Teile des Gastrointestinaltrakts eingesetzt werden. Man spricht dann von einer Koloninterposition.

6 Podcast

Hör Dir zu diesem Thema unseren Podcast FlexTalk - Abfahrt durch die Eingeweide: Der Dickdarm an!

7 Quellen

  1. Hounnou G et al.: "Anatomical study of the length of the human intestine". Surg Radiol Anat. 24 (5): 290–4 (2002). doi:10.1007/s00276-002-0057-y. PMID 12497219. S2CID 33366428.
  2. Baker AM et al.: "Quantification of crypt and stem cell evolution in the normal and neoplastic human colon". Cell Rep. 8 (4): 940–7 (2014) PMC 4471679. PMID 25127143.

Diese Seite wurde zuletzt am 27. Dezember 2022 um 09:17 Uhr bearbeitet.

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