Mineralstoff: Unterschied zwischen den Versionen

Keine Bearbeitungszusammenfassung
Markierung: 2017-Quelltext-Bearbeitung
K (dc name tag added)
 
(8 dazwischenliegende Versionen von einem anderen Benutzer werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
'''''Englisch''': mineral''
'''''Englisch''': <name lang="en">mineral</name>''


==Definition==
==Definition==
Unter '''Mineralstoffen''' versteht man [[anorganisch]]e [[Nährstoff|Nährstoffe]], die mit der täglichen [[Nahrung]] aufgenommen werden. Sie kommen in Form verschiedener Verbindungen vor.
Unter '''Mineralstoffen''' versteht man [[anorganisch]]e [[Nährstoff|Nährstoffe]], die mit der täglichen [[Nahrung]] aufgenommen werden. SIe liegen meist als geladene [[Ion|Ionen]] in gelöster Form im Wasser und in den Nahrungsmitteln vor, können aber auch an [[Protein|Proteine]] oder andere Verbindungen gebunden sein.


==Hintergrund==
==Hintergrund==
Anhand der benötigten Menge der Mineralien unterscheidet man sogenannte [[Mengenelement|Mengenelemente]] und [[Spurenelement|Spurenelemente]]. Beispiele für Mengenelemente sind [[Calcium]] (Ca), [[Chlor]] (Cl), [[Kalium]] (K), [[Magnesium]] (Mg), [[Natrium]] (Na) und [[Phosphor]] (P). Zu den nur in kleinen Mengen erforderlichen Spurenelementen gehören u.a. [[Cobalt]] (Co), [[Eisen]] (Fe), [[Iod]] (I), [[Kupfer]] (Cu), [[Mangan]] (Mn), [[Selen]] (Se) und [[Zink]] (Zn).
Anhand der physiologisch benötigten Menge unterscheidet man bei den Mineralien sogenannte [[Mengenelement|Mengenelemente]] und [[Spurenelement|Spurenelemente]]. Beispiele für Mengenelemente sind [[Calcium]] (Ca), [[Chlor]] (Cl), [[Kalium]] (K), [[Magnesium]] (Mg), [[Natrium]] (Na) und [[Phosphor]] (P). Zu den nur in kleinen Mengen erforderlichen Spurenelementen gehören u.a. [[Cobalt]] (Co), [[Eisen]] (Fe), [[Iod]] (I), [[Kupfer]] (Cu), [[Mangan]] (Mn), [[Selen]] (Se) und [[Zink]] (Zn).
 
== Beispiele ==


===Natrium===
===Natrium===
Der [[Körper]] benötigt [[Natrium]] vor allem als [[Cotransporter]] beim [[Ionentransport|Ionentransport]] durch die [[Zellmembran]] sowie für den [[Säure-Basen-Haushalt]]. Natrium ist Bestandteil des [[Kochsalz]]es, findet sich aber auch im [[Mineralwasser]]. Es wird eine tägliche Zufuhr von 1,5 g Kochsalzes empfohlen. Natrium ist vor allem in Frischkäse und Kochschinken zu finden. Ein [[Natriummangel]] verursacht eine [[Hypoosmolarität]] des [[Blutplasma|Blutplasmas]], die zu [[Kopfschmerz|Kopfschmerzen]] und [[Erbrechen]] führen kann. Aus einer erhöhten Natriumkonzentration kann eine [[Hypertonie]] resultieren.
Der [[Körper]] benötigt Natrium vor allem als [[Cotransporter]] beim [[Ionentransport|Ionentransport]] durch die [[Zellmembran]] sowie für den [[Säure-Basen-Haushalt]]. Natrium ist ein Hauptbestandteil des Stein- und Meersalzes und findet sich in vielen industriell gefertigten Lebensmitteln sowie im [[Mineralwasser]]. Es wird eine tägliche Zufuhr von 1,5 g Kochsalz empfohlen. Ein [[Natriummangel]] verursacht eine [[Hypoosmolalität]] des [[Blutplasma|Blutplasmas]], die zu [[Kopfschmerz|Kopfschmerzen]] und [[Erbrechen]] führen kann. Aus einer erhöhten Natriumkonzentration im Blut ([[Hypernatriämie]]) kann eine [[Hypervolämie]] und [[Hypertonie]] resultieren.
 
===Magnesium===
===Magnesium===
[[Magnesium]] wirkt vor allem als [[Cofaktor]] für zahlreiche [[Enzym|Enzyme]]. Von der [[DGE]] wird eine tägliche Zufuhr von etwa 300 mg empfohlen. Magnesium findet sich in allen allen grünen Pflanzenteilen sowie in Nüssen und Weizenkleie.  
Magnesium wird als [[Cofaktor]] für zahlreiche [[Enzym|Enzyme]] verwendet. Von der [[DGE]] wird eine tägliche Zufuhr von etwa 300 mg empfohlen. Magnesium findet sich in allen grünen Pflanzenteilen sowie in Nüssen und Weizenkleie.  
===Kalium===
===Kalium===
[[Kalium]] kann den [[Elektrolythaushalt]] regulieren und spielt vor allem bei der Tätigkeit des [[Herz|Herzens]] eine Rolle. Um den Tagesbedarf abzudecken, sollten 2 g täglich aufgenommen werden. Kalium findet sich vor allem in Gemüse.  
Kalium ist ein unabdingbares Mineral für die Funktion des [[Nervensystem|Nervensystems]], da seine Konzentrationsunterschiede im [[Extrazellularraum|Extra]]- und [[Intrazellulärraum]] das [[Membranpotential]] aufrechterhalten. Eine [[Hypokaliämie]] führt zu [[Lähmung|Lähmungen]] und [[Herzrhythmusstörung|Herzrhythmusstörungen]]. Um den Tagesbedarf abzudecken, sollten 2 g täglich aufgenommen werden. Kalium findet sich vor allem in Gemüsen.  
===Calcium===
===Calcium===
[[Calcium]] wird u.a. bei der [[Mineralisierung]] von [[Knochen]] und [[Zahn|Zähnen]] benötigt und wirkt ebenfalls als [[Second Messenger]]. Calcium ist vor allem in Milchprodukten enthalten. Die empfohlene Calciumzufuhr ist [[Alter|altersabhängig]] und varriiert von etwa 200-300 mg in den ersten Lebensmonaten bis zu mehr als 1.000 mg zu Beginn der [[Pubertät]] und ab dem 16. [[Lebensjahr]] etwa 1.000mg.
[[Calcium]] wird u.a. bei der [[Mineralisierung]] von [[Knochen]] und [[Zahn|Zähnen]] benötigt, wo es in Form von [[Hydroxylapatit]] eingebaut wird. Darüber hinaus und wirkt als [[Second Messenger]] in vielen zellulären [[Signalweg|Signalwegen]]. Calcium ist vor allem in Milchprodukten enthalten. Die empfohlene Calciumzufuhr ist [[Alter|altersabhängig]] und variiert von etwa 200-300 mg in den ersten Lebensmonaten bis zu mehr als 1.000 mg zu Beginn der [[Pubertät]].
===Phosphor===
===Phosphor===
Der Körper benötigt [[Phosphor]] vor allem für den Knochenaufbau und als Energiespeicher. Die empfohlene Zufuhr ist altersabhängig und liegt bei etwa 200 mg in den ersten Lebensmonaten und sollte ab dem 20. Lebensjahr etwa 700 mg betragen. Phophor findet man vor allem in Härtkäse und Linsen.
Der Körper benötigt [[Phosphor]] vor allem für den Knochenaufbau und zur Synthese energiereicher Verbindungen wie [[ATP]]. Die empfohlene Zufuhr ist altersabhängig und liegt bei etwa 200 mg in den ersten Lebensmonaten. Ab dem 20. Lebensjahr sollte sie etwa 700 mg betragen. Phosphor findet man u.a. in Härtkäse und Linsen.
[[Fachgebiet:Biochemie]]
[[Fachgebiet:Biochemie]]
[[Fachgebiet:Ernährungsmedizin]]
[[Fachgebiet:Ernährungsmedizin]]

Aktuelle Version vom 21. März 2024, 10:10 Uhr

Englisch: mineral

Definition

Unter Mineralstoffen versteht man anorganische Nährstoffe, die mit der täglichen Nahrung aufgenommen werden. SIe liegen meist als geladene Ionen in gelöster Form im Wasser und in den Nahrungsmitteln vor, können aber auch an Proteine oder andere Verbindungen gebunden sein.

Hintergrund

Anhand der physiologisch benötigten Menge unterscheidet man bei den Mineralien sogenannte Mengenelemente und Spurenelemente. Beispiele für Mengenelemente sind Calcium (Ca), Chlor (Cl), Kalium (K), Magnesium (Mg), Natrium (Na) und Phosphor (P). Zu den nur in kleinen Mengen erforderlichen Spurenelementen gehören u.a. Cobalt (Co), Eisen (Fe), Iod (I), Kupfer (Cu), Mangan (Mn), Selen (Se) und Zink (Zn).

Beispiele

Natrium

Der Körper benötigt Natrium vor allem als Cotransporter beim Ionentransport durch die Zellmembran sowie für den Säure-Basen-Haushalt. Natrium ist ein Hauptbestandteil des Stein- und Meersalzes und findet sich in vielen industriell gefertigten Lebensmitteln sowie im Mineralwasser. Es wird eine tägliche Zufuhr von 1,5 g Kochsalz empfohlen. Ein Natriummangel verursacht eine Hypoosmolalität des Blutplasmas, die zu Kopfschmerzen und Erbrechen führen kann. Aus einer erhöhten Natriumkonzentration im Blut (Hypernatriämie) kann eine Hypervolämie und Hypertonie resultieren.

Magnesium

Magnesium wird als Cofaktor für zahlreiche Enzyme verwendet. Von der DGE wird eine tägliche Zufuhr von etwa 300 mg empfohlen. Magnesium findet sich in allen grünen Pflanzenteilen sowie in Nüssen und Weizenkleie.

Kalium

Kalium ist ein unabdingbares Mineral für die Funktion des Nervensystems, da seine Konzentrationsunterschiede im Extra- und Intrazellulärraum das Membranpotential aufrechterhalten. Eine Hypokaliämie führt zu Lähmungen und Herzrhythmusstörungen. Um den Tagesbedarf abzudecken, sollten 2 g täglich aufgenommen werden. Kalium findet sich vor allem in Gemüsen.

Calcium

Calcium wird u.a. bei der Mineralisierung von Knochen und Zähnen benötigt, wo es in Form von Hydroxylapatit eingebaut wird. Darüber hinaus und wirkt als Second Messenger in vielen zellulären Signalwegen. Calcium ist vor allem in Milchprodukten enthalten. Die empfohlene Calciumzufuhr ist altersabhängig und variiert von etwa 200-300 mg in den ersten Lebensmonaten bis zu mehr als 1.000 mg zu Beginn der Pubertät.

Phosphor

Der Körper benötigt Phosphor vor allem für den Knochenaufbau und zur Synthese energiereicher Verbindungen wie ATP. Die empfohlene Zufuhr ist altersabhängig und liegt bei etwa 200 mg in den ersten Lebensmonaten. Ab dem 20. Lebensjahr sollte sie etwa 700 mg betragen. Phosphor findet man u.a. in Härtkäse und Linsen.