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Selen

1 Definition

Selen ist ein essentielles Spurenelement, das im menschlichen Körper Bestandteil verschiedener Selenoproteine ist.

2 Stoffwechsel

Selen liegt in einer Menge von 5-15 mg im menschlichen Körper vor. Die täglich benötigte Zufuhr liegt bei etwa 0,1 mg. Es wird meist in Form von Organoselenverbindungen (z.B. Selenocystein) über die Nahrung aufgenommen. Die enterale Resorption über die Darmmukosa ist proportional zu der angebotenen Menge. Im Blut wird Selen zu zwei Dritteln an das Selenoprotein P gebunden transportiert. Die Ausscheidung erfolgt über den Urin und die Fäzes. Bei übermäßiger Selenaufnahme kann eine Selenose auftreten.

3 Funktion

Neben der Aufrechterhaltung der Pankreasfunktion liegt Selen als Bestandteil der Aminosäure Selenocystein vor, die als Cofaktor für die Glutathionperoxidase und die Thyroxin-5'-Dejodinase dient.

4 Klinik

4.1 Selenmangel

Ein Selenmangel kommt in Deutschland relativ selten vor. Er äußert sich hauptsächlich in Beeinträchtigungen der Schilddrüsenfunktion und des antioxidativen Schutzes, da die Funktionen der Glutathionperoxidase und der Thyroxin-5'-Dejodase gestört sind. Die Folgen eines Mangels können sein:

Ein Mangel an Tocopherol kann unter Umständen die Folgen eines Selenmangels verstärken. Weitere Folgeerscheinungen eines Selenmangels können eine Immunschwäche und eine gesteigerte Krebsgefahr sein, was aber derzeit (2021) noch diskutiert wird. Um einen Selenmangel zu diagnostizieren, kann die Gluthationperoxidase in den Erythrozyten als Indikator herangezogen und die Selenkonzentration im Serum bzw. Urin bestimmt werden.

4.2 Toxizität

Im Rahmen einer akuten Selenvergiftung können Reizungen von Augen und Atemwegen sowie eine Dermatitis auftreten. Die Folgen einer chronischen Vergiftung können sein:

5 Labormedizin

Die Bestimmung von Selen im Serum bzw. Urin erfolgt mittels Atomabsorptionsspektrometrie.

5.1 Material

Für die Untersuchung werden entweder 5 ml Serum oder 24h-Sammelurin benötigt.

5.2 Referenzbereich

Die Referenzbereiche für die Selenkonzentration im Serum sind altersabhängig:

Klientel Referenzbereich
1 bis 4 Monate 18 bis 64 μg/l
5 bis 12 Monate 32 bis 101 μg/l
Kleinkinder 58 bis 116 μg/l
Schulkinder 69 bis 121 μg/l
Erwachsene 74 bis 139 μg/l

Die Selenkonzentration im Sammelurin sollte bei 5 bis 30 μg/l liegen.

5.3 Erhöhte Werte

Erhöhte Selenkonzentrationen können zum einen im Rahmen einer beruflichen Exposition in der Glas-, Porzellan- und Elektroindustrie, zum anderen infolge unkontrollierter Selbstmedikation auftreten.

5.4 Erniedrigte Werte

Erniedrigte Selenkonzentrationen treten selten auf und sind in den meisten Fälle die Folge einer Malabsorption oder einer lang andauernden parenteralen Ernährung. Bei streng vegetarischer oder veganer Ernährung können ebenfalls Mangelerscheinung auftreten.

6 Literatur

  • R Gärtner, B Gasnier, J Dietrich, B Krebs und M Angstwurm (2002). "Selenium Supplementation in Patients with Autoimmune Thyroiditis Decreases Thyroid Peroxidase Antibodies Concentrations." J Clin Endocrinol Metab 87 (4): 1687-91.
  • Horn, Biochemie des Menschen, Georg Thieme Verlag Stuttgart, 8. Auflage 2021, Seiten 604/605
  • Laborlexikon.de; abgerufen am 29.04.2021

Fachgebiete: Allgemeinmedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 29. April 2021 um 17:21 Uhr bearbeitet.

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