Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Tsutsugamushi-Fieber

Synonyme: Japanisches Fleckfieber, Scrub Typhus
Englisch: scrub typhus, bush typhus

1 Definition

Das Tsutsugamushi-Fieber ist eine durch das Bakterium Orientia tsutsugamushi hervorgerufene Infektionskrankheit, die von der Symptomatik her dem epidemischen Fleckfieber ähnlich ist und überwiegend in Asien auftritt.

2 Erreger

Der Erreger des Tsutsugamushi-Fiebers ist der einzige Vetreter der Gattung Orientia und zählt zur Familie der Rickettsiaceae. Es handelt sich um ein gramnegatives, kleines Kurzstäbchen, das sich nur in Wirtszellen vermehren kann (obligat intrazellulärer Erreger). Das Bakterium weist viele verschiedene Serotypen auf und ist hochvirulent. Als Reservoir und Vektor dienen dem Erreger Milben aus der Ordnung der Trombidiformes, die überwiegend auf Sträuchern heimisch sind, sowie Nagetiere.

3 Verbreitung

Die Erkrankung tritt vor allem in Asien in einem dreieckigen Gebiet auf, das nördlich von Japan, südlich von West-Australien und im Westen von der arabischen Halbinsel begrenzt wird. Gefährdet sind die einheimische Bevölkerung sowie Touristen. Mit etwa 1 Million Erkrankungsfällen pro Jahr, stellt das Tsutsugamushi-Fieber die am weitesten verbreitete menschliche Rickettsieninfektion dar.

4 Klinik

Nach dem Biss durch eine befallene Milbe kommt es mit einer Inkubationszeit von 10-21 Tagen zu einem abrupten Krankheitsbeginn mit hohem Fieber. Begleitend treten Kopfschmerzen, Myalgien, Schwitzen, konjunktivale Injektion, Lymphadenopathie und mentale Veränderungen (von kognitiver Dysfunktion über Delirium bis hin zum Koma) auf. An der Einbissstelle bildet sich eine nekrotische Läsion mit lokaler Lymphknotenschwellung.

Am Ende der ersten Erkrankungswoche kann es zur Bildung eines rumpfnahen makulösen bis makulopapulösen Exanthems kommen. Weiterhin möglich sind Hepatosplenomegalie, Leucopenie bzw. Lymphopenie sowie Thrombopenie. In schweren Fällen ist ein Befall multipler Organe sowie eine DIC möglich. Die Schwere der Erkrankung ist abhängig vom jeweiligen Serotyp und den Eigenschaften des Infizierten. Die Mortalität liegt bei 1-60%, ist aber seit der Behandlung mit Antibiotika deutlich gesunken.

5 Diagnostik

Die Diagnosestellung beruht meist auf einem serologischen Test, der sogenannten Weil-Felix-Agglutinations-Reaktion mit Proteus OX, die jedoch eine geringe Sensitivität und Spezifität aufweist. Sensitiver, aber auch teuer und schwieriger in der Handhabung ist die indirekte Immunfluoreszenz zum Nachweis der Antikörper.

6 Differentialdiagnosen

7 Therapie

Orientia tsutsugamushi ist in vitro sensibel gegenüber Doxycyclin, Rifampicin und Azithromycin. Resistenzen bestehen gegenüber allen Betalaktamantibiotika. Therapiert wird in der Regel mit Doxycyclin, wobei bereits Resistenzen beobachtet werden. Eine Impfung existiert bisher nicht, dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass der Erreger so viele verschiedene Serotypen aufweist. Wichtig ist folglich eine gute Prophylaxe mittels Insektenschutz.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

1.514 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: