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Pneumonie (Pferd)

Synonym: Lungenentzündung
Englisch: pneumonia

1 Definition

Als Pneumonie bezeichnet man eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung der Lunge beim Pferd.

2 Ätiologie

Klassifizierung Auslöser Beispiel
infektiös
nicht-infektiös

3 Formen

Anhand der Ätiologie und der Pathogenese können unterschiedlich viele Strukturen (z.B. Bronchien, Pleurahöhle) gleichzeitig von der Entzündung betroffen sein. Typische Pneumonie-Formen beim Pferd sind:

4 Klinik

Das klinische Bild hängt vom Auslöser, der Form und dem Krankheitsstadium (akut oder chronisch) ab.

Entzündungen der Lunge gehen meistens mit Husten (trocken oder produktiv) und Nasenausfluss einher. Aufgrund des gestörten Gasaustauschs und der schmerzhaften Entzündung ist die Atemfrequenz deutlich erhöht (Tachypnoe mit Atemfrequenz > 14/Minute) oder gestört (Dyspnoe). Bei infektiösen Auslösern sind zusätzlich noch Fieber (> 39 °C), ein vermindertes Allgemeinbefinden und Inappetenz bis hin zur Anorexie ausgebildet.

5 Diagnose

Nach einer ausführlichen Anamnese (Husten, Leistungsintoleranz, Nasenausfluss u.ä.) und klinischen Untersuchung (Auskultation, innere Körpertemperatur, Atemfrequenz und -typ u.ä.) lässt sich häufig schon eine Verdachtsdiagnose stellen. Bei der Auskultation sowie Perkussion des Thorax sind deutliche Veränderungen (z.B. verstärkte Atemgeräusche, Stridor und gedämpfter Klopfschall) feststellbar.

Die weiteren diagnostischen Schritte sind der Klinik anzupassen. Um die Pneumonie genauer abklären zu können, sind verschiedene Proben und Untersuchungsmethoden notwendig:

Die entnommenen Proben sind dann zytologisch (Zellzahl, intrazelluläre Erreger u.ä.), mikrobiologisch (Bakterienkultur und Antibiogramm) und molekularbiologisch (z.B. PCR) aufzuarbeiten. Zusätzlich ist eine Blutuntersuchung (großes Blutbild, Entzündungsparameter, Elektrolyte u.ä.) sowie bei unregelmäßiger Atmung eine Blutgasanalyse erforderlich.

6 Therapie

Die Wahl der Therapie hängt vom Auslöser ab. Bei bakteriellen Infektionen muss zügig mit einer hochdosierten systemischen Antibiose (nach Antibiogramm, z.B. Penicillin 30.000 I.E./kgKG QID und Gentamicin 6,6 mg/kgKG SID) begonnen werden. Die Antibiotikagabe ist für mindestens 7 bis 10 Tage fortzuführen. Zusätzlich sind antiphlogistische, analgetische und antipyretische Medikamente (z.B. Metamizol 20 bis 50 mg/kgKG TID i.v.) zu verabreichen.

Bei hochgradiger Dyspnoe können Bronchodilatatoren und Sekretolytika (z.B. Clenbuterol 0,8 µg/kgKG BID p.o. und Dembrexin 0,6 mg/kgKG auf zwei Dosen verteilt p.o.) verabreicht werden. Bei sehr schmerzhaften Pleuropneumonitiden ist auf ein Opioid (z.B. Methadon 0,1 mg/kgKG QID i.m.) zurückzugreifen. Die Wahl der Medikamente muss aufgrund der Nebenwirkungen in Abhängigkeit der Symptome gewählt werden (z.B. Methadon wirkt zusätzlich atemdepressiv und kann die Dyspnoe verschlimmern).

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

Zusätzlich sind noch verschiedene Behandlungsmethoden, wie z.B. eine Thoraxdrainage bei Pleuropneumonitiden oder die chirurgische Resektion von Lungenabszessen, möglich.

7 Literatur

  • Reed SM, Bayly WM, Sellon DC. Equine internal medicine. 2018. St. Louis: Elsevier, Inc. ISBN: 978-0-323-44329-6
  • Fey K, Ohnesorge B, Venner M. Krankheiten der Atmungsorgane. In: Brehm W, Gehlen H, Ohnesorge B, Wehrend A (Hrsg.). 2017. Handbuch Pferdepraxis. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in Georg Thieme Verlag KG. 321-420. ISBN: 978-3-13-219621-6
  • Halbmayr, E. 2016. Dosierungsvorschläge für Arzneimittel bei Pferden und Eseln. MemoVet. 4., vollständig aktualisierte und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag in Georg Thieme Verlag KG. ISBN: 978-3-7945-3076-2

Diese Seite wurde zuletzt am 24. November 2020 um 14:38 Uhr bearbeitet.

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