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Thorax (Veterinärmedizin)

Synonym: Brustkorb

1 Definition

Als Thorax oder Brustkorb bezeichnet man den kranialen Abschnitt des Rumpfes bei den Haussäugetieren.

2 Anatomie

Der Thorax wird ringsum hauptsächlich von Knochen und Muskeln gebildet:

Die kraniale Öffnung wird als Apertura thoracis cranialis, die kaudale dementsprechend als Apertura thoracis caudalis bezeichnet.

2.1 Raumverhältnisse

Durch die besondere Anordnung der Rippen und der Rippen-Wirbel-Gelenke entsteht eine Konstruktion, die mit einem Spanngerüst vergleichbar ist. Der in diesem Gerüst enthaltene Raum wird als Brustkorbhöhle (Cavum thoracis) bezeichnet.

Da sich das Zwerchfell kuppelartig in den Brustkorb vorwölbt, liegt ein Teil der Bauchorgane im knöchernen Brustkorb. Dieser Abschnitt wird als intrathorakaler Teil der Bauchhöhle bezeichnet.

Der innerhalb der Brustkorbhöhle liegende Raum wird Brusthöhle (Cavum pectoris) genannt. Er nimmt den kranial des Zwerchfells liegenden Hohlraum ein und kann in zwei Pleurahöhlen (Cava pleurae) - die rechts und links vom Mittelfellspalt (Mediastinum) liegen - eingeteilt werden.

2.2 Organe

Die Brusthöhle wird größtenteils von beiden Lungen und dem Herz ausgefüllt. Der beim Jungtier ausgebildete Thymus kann beim adulten Tier nur noch in seiner rudimentären Form (retrosternaler Fettkörper) angetroffen werden.

Neben den großen Leitungsbahnen (Gefäße und Nerven) verlaufen noch der Ösophagus und der terminale Abschnitt der Trachea von kranial nach kaudal.

3 Klinik

Um eine diagnostische Untersuchung der Pleuraflüssigkeit durchführen zu können, muss eine sogenannte Thoraxpunktion erfolgen. Dazu wird beim Fleischfresser im 5. bis 8. Interkostalraum (IKR) in Höhe des Rippenknies eingestochen. Hier ist jedoch zu beachten, dass bei Rassen mit kurzem Stamm weiter kranial, bei solchen mit langem Körper weiter kaudal eingegangen werden muss.

Der bevorzugte operative Zugang zum Herzen ist der von links im 5. Interkostalraum. Bei allen Thorakotomien ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Interkostalgefäße und -nerven jeweils am kaudalen Rippenrand von dorsal nach ventral ziehen.

Neben der Auskultation des Herzens und der Lunge kann auch eine Perkussion der Lunge erfolgen. Hierbei zeigen die verschiedenen Tierarten folgende Lungengrenzen:

Tierart: obere LG: mittlere LG: untere LG:
Fleischfresser: 11. IKR 9. IKR 6. IKR
Pferd: 16. IKR 11.-13. IKR 6. IKR
Wiederkäuer: 11. IKR 9. IKR 6. IKR
LG = Lungengrenze

4 Literatur

  • König, Horst Erich, and Hans-Georg Liebich. Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. Schattauer Verlag, 2014.
  • Salomon, Franz-Viktor, Hans Geyer, Uwe Gille. Anatomie für die Tiermedizin. Georg Thieme Verlag, 2015.

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