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Korsakow-Syndrom

Synonyme: Morbus Korsakow, Korsakow-Symptomenkreis, amnestisches Psychosyndrom, Korsakow-Symptomenkomplex

1 Definition

Bei dem Korsakow-Syndrom handelt es sich um eine spezielle Form der Amnesie. Es ist benannt nach dem russischen Facharzt für Psychiatrie und Neurologie Sergej Korsakow.

2 Entdeckung

Die Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1887 durch den Mediziner Sergej Korsakow im Rahmen einer von ihm durchgeführten Studie zum polyneuritischen anamnestischen Syndrom bei Alkoholkranken. Bei Letzteren wurde das Korsakow-Syndrom als erstes entdeckt.

3 Ätiologie

Wie erwähnt stellt der chronische Alkoholismus eine der Hauptrisiken für das Auftreten des Korsakow-Syndroms dar. Es existieren aber noch weitere Erkrankungen oder Läsionen des Gehirns, in dessen Rahmen es zu den Korsakow-typischen Symptomen kommen kann.

Speziell Hirnblutungen (z.B. durch hämorrhagischen Schlaganfall oder Aneurysma) im Strombereich der Arteria communicans anterior, oder bestimmte Formen des Schädel-Hirn-Traumas können eine solchen Symptomkomplex auslösen.

Durch Vergiftungen (z.B. Kohlenstoffmonoxidintoxikation) oder Sauerstoffmangel können Hirnschädigungen auftreten, die diese Amnesie auslösen, ebenso wie durch bestimmte Infektionen (Borreliose, Enzephalitis, Meningitis, Typhus o.ä.).

Letztlich führen auch sämtliche Läsionen des Limbischen Systems zu Symptomen aus dem Korsakow-Symptomenkreis. Dementsprechend ist das Korsakow-Syndrom auch ein Leitsymptom der limbischen Enzephalitis.

4 Pathophysiologie

Dem Korsakow-Syndrom liegt ein dekompensierbarer Mangel an Thiamin (Vitamin B1) zu Grunde. Dieser kann durch mehrere Faktoren ausgelöst werden. Bestimmte gastrointestinale Resorptionsstörungen kommen in Frage, ebenso wie Mangelernährung (z. B. als Folge von längerem Fasten oder Magersucht) oder zu einseitiger Nahrungsaufnahme. Alkoholiker, die Mahlzeiten durch den Genuss von alkoholischen Getränken ersetzen, entwickeln ebenfalls oft einen Thiaminmangel. Thiamin ist Kofaktor für diverse enzymatische Prozesse im menschlichen Körper, die als Folge des Mangels weit weniger effektiv ablaufen. Resultat daraus sind Schädigungen von Hirnstrukturen.

5 Krankheitsbild

Wichtigstes Krankheitszeichen des Korsakow-Syndroms sind starke Gedächtnisstörungen. Diese setzen sich zusammen aus:

Dabei ist im Falle des Korsakow-Syndroms die Anterograde Amnesie deutlich stärker ausgeprägt. Bei vielen Betroffenen bleiben alte Erinnerungen weitestgehend unbeeinflusst. Dies führt bei vielen Patienten dazu, dass sie häufig an diese älteren Erinnerungen denken, sowie diese ins Gespräch einbringen um von den gegenwärtigen Denk- bzw. Merkstörungen abzulenken. Die Gedächtnisstörungen können so stark werden, dass dem Patienten ein eigenständiges Alltagsleben nicht mehr möglich ist. Weitere Symptome können sein:

Fachgebiete: Neurologie

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