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Thiaminmangel

Synonym: Vitamin-B1-Mangel

1 Definition

Der Thiaminmangel beschreibt eine Form der Hypovitaminose, bei welcher der physiologische Bedarf an Vitamin B1 (Thiamin) nicht gedeckt ist.

2 Ätiologie

In der Regel wird nur eine sehr geringe Menge an Thiamin im Körper gespeichert, daher können bei mangelnder Thiaminzufuhr die ohnehin geringen Speicher innerhalb von 14 Tagen aufgebraucht werden. Der Mangel an Thiamin tritt besonders in Entwicklungsländern auf, in denen polierter Reis konsumiert wird, da dieser keine thiaminhaltige Schale besitzt. Weitere mögliche Ursachen eines Thiaminmangels sind:

3 Risikogruppen

In den entwickelten Ländern sind unter anderem folgende Personengruppen betroffen bzw. gefährdet:

4 Pathophysiologie

Das Thiamin in Pyrophosphat-Form spielt als Coenzym bei Decarboxylierungen eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel. Es ermöglicht zum Beispiel die Umsetzungsreaktionen der Pyruvatdehydrogenase und der Alpha-Ketoglutarat-Dehydrogenase. Ferner dient es als Coenzym der Transketolase. Ein Thiaminmangel führt aus diesem Grund zu massiven Einschränkungen der Energieverwertung. Unter anderem kommt es zu einer Blockade der Transketolasereaktion in Erythrozyten, wodurch ein Anstieg der Pentosephosphate auf das 3-fache des Normwerts hervorgerufen wird. Dies kann sich durch erhöhte Pyruvat- und Laktatblutspiegel äußern. Darüberhinaus kommt Thiamintriphosphat in hohen Konzentrationen in Neuronen vor, an deren Axonen es die Funktionalität der Ionenkanäle aufrechterhält. Aus diesem Grund kann ein Thiaminmangel zu Neuropathien führen.

5 Symptome

Die Frühsymptome eines Thiaminmangels sind oft unspezifisch und vielfältig:

Ein gravierender Thiaminmangel kann sich zur Beriberi-Krankheit bzw. zum Wernicke-Korsakow-Syndrom entwickeln, wobei unter anderem Symptome wie Muskelschwäche, Herzversagen, Neuropathien und Zustände von Verwirrtheit auftreten.

6 Literatur

  • Rassow, J., Netzker, R. & Hauser, K. (2016). Duale Reihe Biochemie (4. Aufl.). Thieme.
  • Königshoff, M. & Brandenburger, T. (2018). Kurzlehrbuch Biochemie (4. vollständig überarbeitete Aufl.). Thieme.

Diese Seite wurde zuletzt am 11. Oktober 2021 um 12:42 Uhr bearbeitet.

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