Diagnose
von altgriechisch: διάγνωσις ("diágnosis") - Entscheidung
Englisch: diagnosis
Definition
Die Diagnose ist die bewertende Zusammenfassung der Symptome und Befunde eines Patienten, die in der Feststellung und Benennung der zugrundeliegenden Krankheit gipfelt. Dabei fließen auch Normalbefunde ein.
Hintergrund
Führt die Bewertung der Symptome zu mehreren möglichen Erkrankungen, erhält man so genannte Differentialdiagnosen. Sind die Erkenntnisse unvollständig, wird eine Verdachtsdiagnose gestellt, die weiter abgeklärt wird. Bleibt nach Abschluss aller Untersuchungen die eigentlich Krankheitsursache weiter unklar, wird oft eine Verlegenheitsdiagnose gestellt. Eine Scheindiagnose liegt dann vor, wenn eigentlich gar keine Erkrankung besteht. Werden hingegen Symptome übersehen oder falsch interpretiert, kann es zu einer Fehldiagnose kommen.
Auf der Diagnose baut die nachfolgende ärztliche Behandlung, die Therapie auf. Sie kann auch auf einer Arbeitsdiagnose aufsetzen, die gestellt wird, wenn ein sichere Diagnosestellung nicht möglich oder pragmatisch ist. Manchmal ergibt sich die Diagnose gewissermaßen als Restmenge durch den systematischen Ausschluss (Exklusion) anderer Krankheitsursachen. Man spricht dann von einer Ausschlussdiagnose.
Die Methoden der Diagnose und ihre Abfolge werden in der Diagnostik zusammengefasst. Um ein spezielles Krankheitsbild aus einer Gruppe ähnlicher Symptomkomplexe zu identifizieren, bedient man sich der sog. Differentialdiagnostik, welche meist ein Vorgehen nach dem Ausschlussverfahren beinhaltet.
Einteilung
...nach Fokus
...nach Methodik
...sonstige Formen
Kodierung
Um Diagnosen eindeutig zu klassifizieren und damit die Datenverarbeitung von Diagnosen zu erleichtern, werden sie nach verbindlichen Systematiken verschlüsselt. Am meisten verbreitet sind die von der WHO herausgegebenen Klassifikationssysteme ICD-10 und ICD-11. Für psychische Störungen wird ergänzend das DSM-5 verwendet.
In Deutschland erfolgt die Kodierung derzeit (2026) überwiegend nach ICD-10, während die Einführung der ICD-11 schrittweise erfolgt.
Seltene Erkrankungen können zusätzlich über spezifische Kennzeichnungen wie die Orpha-Kennnummer oder die Alpha-ID-SE erfasst werden.[1]
Diagnoseverfahren
Die medizinische Diagnostik greift auf eine Vielzahl verschiedener Verfahren zurück, die von einfachen klinischen Untersuchungstechniken (z.B. Auskultation) bis hin zu komplexen apparativen Möglichkeiten (z.B. Kardio-MRT) reichen. Beispiele sind:
- Körperliche Untersuchung
- Auskultation
- Palpation
- Funktionstests
- Bildgebende Verfahren
- Lungenfunktionsdiagnostik
- Endoskopie
- Laboruntersuchungen
- Pathohistologie
- ↑ Bundesministerium für Gesundheit, Kodierung von Seltenen Erkrankungen, abgerufen am 4.5. 2026