Tumor
(Weitergeleitet von Tumoren)
von lateinisch: tumor - Schwellung
Englisch: tumor
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Der Begriff Tumor wird in der Medizin in zweierlei Bedeutungen verwendet:
1.1 Weitere Bedeutung [bearbeiten]
Im weiteren Sinn ist ein Tumor eine Schwellung bzw. eine Raumforderung, ohne dass damit eine Aussage über die Natur der Schwellung gemacht wird. Insofern kann mit dem Begriff Tumor eine Entzündung, ein Ödem eine Zyste oder ein Geschwulst bezeichnet werden.
1.2 Engere Bedeutung [bearbeiten]
Im engeren Sinn versteht man unter einem Tumor eine benigne (gutartige) oder maligne (bösartige) Neubildung (Neoplasie) von Körpergewebe, die durch eine Fehlregulation des Zellwachstums entsteht. Bösartige Tumoren werden umgangsprachlich auch als Krebs bezeichnet.
2 Allgemeines [bearbeiten]
Tumoren können nahezu alle lebenden Körpergewebe betreffen. Je nach Lokalisation und Funktion des Tumors können sie zu einer Fehlfunktion von Organen mit Beeinträchtigung des Gesamtorganismus bis zum Tod führen. Bösartige Tumoren sind nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in den Industrieländern.
3 Einteilung [bearbeiten]
Tumoren lassen sich nach ihrem Wachstumsverhalten, insbesondere den Merkmalen des invasiven oder nicht-invasiven Wachstums und der Metastasierung in drei Klassen einteilen:
- Benigne Tumoren sind "gutartig". Sie wachsen in der Regel langsam und verdrängen das umgebende Gewebe lediglich, ohne die Grenzen zu den Nachbargeweben zu überschreiten.
- Semimaligne Tumoren wachsen lokal destruierend und infiltrierend, setzen aber in der Regel keine Metastasen.
- Maligne Tumoren sind "bösartig". Sie wachsen invasiv in das umgebende Gewebe ein und zerstören es. Darüber hinaus setzen sie durch hämatogene oder lymphogene Aussaat Metastasen.
Die Einteilung ist nicht trennscharf - zwischen den einzelnen Formen besteht ein fließender Übergang. Benigne Tumoren können im Laufe ihres Wachstums maligne entarten. In einem komplexen Tumor können benigne und maligne Tumorteile nebeneinander vorliegen.
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4 Histologie [bearbeiten]
Tumoren bestehen aus zwei Komponenten:
- Parenchymzellen, d.h. neoplastische Zellen und
- nichttumoröses Stroma, d.h. Bindegewebe und versorgende Blutgefässe.
Die Nomenklatur der Tumoren bezieht sich auf den Phänotyp der Parenchymzellen. Man unterscheidet:
- Epitheliale Tumoren
- Mesenchymale Tumoren
Maligne (bösartige) Tumoren mesenchymaler Zellen werden als Sarkome bezeichnet. Diese Bezeichnung leitet sich vom griechischen Wort "sarcos" (= fleischig) ab. Sie enthalten wenig Bindegewebsstroma. Maligne Tumoren epithelialer Zellen heißen Karzinome.
Oft werden Tumoren durch Anhängen des Suffix -om an die Stammzelle benannt.
5 Beispiele [bearbeiten]
- Gutartige Tumoren
- Bösartige Tumoren
5.1 Nomenklatur der Tumoren [bearbeiten]
6 Effekte von Tumoren auf den Körper [bearbeiten]
Sowohl benigne als auch maligne Tumoren können den umgebenden Körper schädigen. Zu den verursachenden Faktoren zählen:
- Druckatrophie umgebender Strukturen durch verdrängendes Wachstum
- Obstruktion (Verlegung) von Lumina
- Bronchusverschluss → Atelektase, Pneumonie
- Ösophagusverschluss → Dysphagie
- Gallengangverschluss → Ikterus
- Darmverschluss → Ileus
- Gewebezerstörung, Ulkusbildung
- Arrosionsblutungen
- Sekundärinfektionen
- Gesteigerte Syntheseaktivität (Hormonproduktion)
- Tumorkachexie: Atrophie des Muskel- und Fettgewebes, Anorexie, Anämie, Schwäche. Vermutlich durch TNF-α und andere Zytokine verursacht.
- Paraneoplastische Syndrome: Darunter versteht man Symptome, die nicht direkt aus der Lokalisation oder der Tumorart zu erklären sind. Bsp: ektopische Hormonproduktion (ACTH, Parathormon, Insulin), Erkrankungen der Nerven und Muskeln (Myasthenie), Hypertrophe Osteoarthropathie (Trommelschlegelfinger, Uhrglasnägel), Thrombophlebitis, usw.
- Ödeme durch Obstruktion von Venen oder Lymphgefässen
Modifiziert nach dem Wikipedia-Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Tumor
Fachgebiete: Onkologie, Pathologie
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