Glioblastoma multiforme
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Synonym: GBM
Englisch: glioblastoma multiforme
Inhaltsverzeichnis |
1 Definition [bearbeiten]
Glioblastome gehören zu den diffus infiltrierenden, hochmalignen Gliomen und sind die häufigsten hirneigenen Neoplasien. Das Erkrankungsalter erstreckt sich von der Kindheit bis zum höheren Seniorenalter.
2 Einteilung [bearbeiten]
Unterschieden werden kleinzellige und großzellige Glioblastome.
3 Ätiologie [bearbeiten]
Alle Glioblastome entstehen durch pathologische Vermehrung von veränderten Astrozyten und gehören deshalb zur Gruppe der Astrozytome. Als genetische Alterationen sind Mutationen von Tumorsuppressorgenen p53 (>30%) und p16 (>50%), Deletion auf Chromosom 10 (>60%) und 19q (25%) sowie eine EGF-Rezeptor Amplifikation (>30%) gefunden worden. Weitere genetische Merkmale sind Gegenstand aktueller Forschung.
4 Epidemiologie [bearbeiten]
Die Hälfte aller Astrozytome sind Glioblastome. Es handelt sich bei einem Anteil von 20% um den häufigsten Hirntumor überhaupt. Die meisten Patienten erkranken zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr, allerdings können auch Jugendliche und Kinder erkranken. Das Glioblastoma multiforme ist der dritthäufigste Tumor bei Kindern unter 2 Jahren.
5 Pathophysiologie [bearbeiten]
Die Symptomatik kommt v.a. durch Kompression benachbarter Strukturen zustande. Je maligner der Tumor, desto ausgeprägter ist die Reaktion des umgebenden Parenchyms in Form eines perifokalen Ödems, das ausgeprägt raumfordernd wirkt. Bei Blutung oder Verlegung des Liquorabflusses können noch Symptome eines Schlaganfalls oder Hydrozephalus hinzukommen.
6 Lokalisation [bearbeiten]
Die typische Lokalisation ist tief fronto-temporal. Die Ausbreitung erfolgt entlang von Trakten innerhalb der weißen Substanz, nur das Corpus callosum bleibt in der Regel ausgespart. Auch die Meningen und die Dura mater werden infiltriert. Die Metastasierung erfolgt kontinuierlich oder über den Liquor cerebrospinalis. 3 bis 6% der Glioblastome sind primär multizentrisch.
7 Morphologie und Histologie [bearbeiten]
Makroskopisch handelt es sich um einen heterogenen, mit Zysten durchsetzten, degenerativ veränderten Tumor mit zahlreichen Nekrosen. Mikroskopisch zeigen sich folgende Merkmale:
- ausgeprägtes Ödem
- Zellreichtum
- Kernatypien
- Mitoserate > 10%
- Pseudopallisaden am Tumorrand
- endovaskuläre Hyperplasie mit pathologischen Gefäßglomerula.
8 Symptomatik [bearbeiten]
Das Symptommuster ist weniger durch die Raumforderung des Tumors, sondern vor allem durch das perifokale Ödem gegeben, sodass viele Patienten nach pharmakologischer Ödemreduktion sogar vorübergehend symptomfrei werden können.
9 Diagnostik [bearbeiten]
Glioblastome lassen sich hervorragend durch die Kernspintomografie darstellen. Kalzifikationen (Verkalkungen) stellen sich am besten in der Computertomografie dar. Zusammen mit der Lokalisation, den radiologischen tumorspezifischen Besonderheiten und dem Erkrankungsalter lässt sich häufig bereits eine Verdachtsdiagnose stellen. Die Diagnose kann histologisch entweder durch Biopsie oder durch histopathologische Untersuchung des während der Tumorexstirpation gewonnenen Gewebes abgesichert werden. Das CT zeigt ein Glioblastoma multiforme als eine heterogene, in 85% zystische Läsion mit wenigen Verkalkungen und nekrotischen Arealen. In der Angiographie erscheint eine Gefäßmasse mit arterio-venösen Kurzschlüssen und verfrühten venösen Drainage.
10 Therapie [bearbeiten]
Da die Glioblastome ein ausgesprochen infiltratives Wachstum zeigen und zum Zeitpunkt der Diagnosestellung häufig schon das gesamte Gehirn mit Tumorzellen durchsetzt ist, besteht häufig nur die Möglichkeit einer operativen Tumormassenreduktion mit anschließender Bestrahlung und Chemotherapie. Zur Reduktion des perifokalen Ödems eignen sich Mannitol und Steroide.
11 Prognose [bearbeiten]
Die Prognose des GBM ist schlecht. Die mittlere Überlebenszeit beträgt trotz Behandlung oft nur 8 bis 18 Monate. Großzellige GBMs haben eine geringfügig bessere Prognose als kleinzellige.
Fachgebiete: Neurochirurgie, Neurologie
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