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Bevacizumab

Handelsname: Avastin®

1 Definition

Bevacizumab ist ein monoklonaler Antikörper, welcher an VEGF bindet und somit die Bindung an den VEGF-Oberflächenrezeptor verhindert. Damit kann die Bildung neuer Blutgefäße inhibiert werden.

2 Anwendung

Bevacizumab ist in Deutschland für die Behandlung verschiedener Tumorerkrankungen zugelassen, u.a. bei Kolonkarzinom, Mammakarzinom, Bronchialkarzinom, Nierenzellkarzinom und Ovarialkarzinom. In der 1st-Line Therapie des metastasierten Kolonkarzinoms wird Bevacizumab in Kombination z.B. mit FOLFIRI eingesetzt. In der Zulassungsstudie konnte durch die Kombination von Bevacizumab eine signifikant erhöhte Ansprechrate sowie ein signifikant verlängertes progressionsfreies Überleben erreicht werden.

Ebenfalls wirksam erscheint Bevacizumab in der Augenheilkunde bei der Therapie der feuchten Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Das eigentliche Bevacizumab ist hierfür nicht zugelassen. Ein speziell für die Behandlung der AMD zugelassenes Präparat ist das Ranibizumab.

3 Wirkmechanismus

Bevacizumab gehört zur Arzneimittelgruppe der Angiogenese-Hemmer. In dieser Funktion verhindert der Wirkstoff die Ausbildung von neuen Gefäßen. Die Neubildung von Blutgefäßen ist eine unerlässliche Vorraussetzung für einen Tumor, um sich weiter zu verbreiten, da auch das maligne Gewebe auf eine Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr angewiesen ist. Bei noch extrem kleinen Krebsgeschwüren unter 1 – 1,5 mm erfolgt die Versorgung mittels Diffusion. Übersteigt die Größe des Tumors aber diesen Wert, ist eine weitere Proliferation nur noch über ein eigenes Gefäßsystem möglich, weswegen Bevacizumab eine effektive Krebstherapie darstellt. Für die Ausbildung eines autonomen Blutgefäßsystems setzt der Tumor eine Reihe von speziellen Wachstumsfaktoren frei, die eine Bildung von Blutgefäßen im Bereich der Raumforderung stimulieren. Man spricht in diesem Fall von einem angiogenen Switch. Der für die Tumorangiogenese bedeutendste Wachstumsfaktor ist das VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor). Das Bevacizumab-Molekül verbindet sich selektiv fest mit dem VEGF und verhindert damit ein Andocken von Letzterem an seinen speziellen Rezeptor. Dadurch ist der Wachstum-stimulierende Effekt unterbunden.

Bevacizumab unterbindet damit zum einen die Ausbildung neuer Gefäße, zum anderen sorgt es für die Rückbildung bereits entstandener Blutgefäße. Durch die nun fehlende Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen geht der Tumor zu Grunde bzw. kann sich nicht mehr ausweiten.

4 Nebenwirkungen

5 Kosten

Die Kosten für eine monatliche Behandlung von Bevacuzimab sind abhängig vom Dosierungsschema. Sie liegen in der Regel bei mehreren Tausend Euro pro Monat.

6 Kritik

Die Verwendung von Bevacizumab ist bei einigen Indikationen umstritten. Ende 2011 entzog die FDA dem Medikament die Zulassung zur Behandlung von metastasierendem Brustkrebs. Laut FDA können lebensbedrohliche Nebenwirkungen auftreten, ohne dass signifikante Belege für eine Verlängerung der Lebenszeit oder -qualität vorliegen. Andere Krebsarten dürfen weiterhin mit Bevacuzimab behandelt werden.

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