Tumorzelle
Englisch: tumor cell
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1 Definition
Tumorzellen sind die zelluläre Grundlage von Tumoren. Im engeren Sinn sind damit vor allem die Zellen maligner Tumoren gemeint, die entartet sind, d.h. sich ohne Rücksicht auf das umgebende Gewebe teilen und seine Integrität zerstören. Sie nennt man auch Krebszellen.
2 Pathophysiologie
Eine Tumorzelle entsteht aus einer gesunden Zelle durch Mutation oder Deletion eines oder mehrerer Gene. Diese Mutationen sind vor allem in den Genbereichen riskant, welche in der normalen Zelle für das Zellwachstum, die Zellteilung und die Zelldifferenzierung verantwortlich sind. Sie bezeichnet man deshalb als Protoonkogene. Durch Mutation werden sie zu einem "Krebs-Gen", einem so genannten Onkogen. Weitere riskante Genloci sind die Tumorsuppressorgene. Sie kontrollieren den Zellzyklus und reduzieren damit die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zelle sich in eine Tumorzelle verwandelt.
Nach der Modellvorstelllung führen beide Mechanismen, d.h. die Aktivierung von Onkogenen und die Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen dazu, dass sich eine normale Zelle in einer maligne Tumorzelle verwandelt.
3 Eigenschaften
3.1 Fehlende Apoptose
Eine wichtige negative Eigenschaft der Tumorzellen ist das Versagen des induzierten Zelltodes, der Apoptose. Dafür sind häufig Störungen im Bereich des Fas-Rezeptors beziehungsweise des Fas-Proteins verantwortlich.
Der Fas-Rezeptor ist ein Zelloberflächenprotein, welches bei Bindung durch den Fas-Liganden die Apoptose der betreffenden Zelle auslöst. Ist der Fas-Rezeptor einer Tumorzelle strukturell verändert oder wurde er von ihr abgespalten, kommt es nicht zur Auslösung der Signalkaskade für die Apoptose.
Eine weitere Möglichkeit liegt in der direkten Beeinflussung der in der Zelle ablaufenden Signalkaskade. Hier findet zwar die Bindung des Fas-Liganden an den Fas-Rezeptors statt, die weitere Signalübertragung in der Zelle, die zur Aktivierung der Caspase führt, bleibt aber aus. Dies kann zum Beispiel durch das gezielte Ausschalten des Tumorsuppressorproteins p53 geschehen.
3.2 Entdifferenzierung
Bei Tumorzellen kommt es in der Regel im Laufe mehrerer Teilungszyklen zu zunehmenden Strukturveränderungen, welche mit einer Funktionsverminderung oder einem Funktionsverlust der Zelle einhergehen. Diesen Prozess bezeichnet man als Entdifferenzierung. Diese Zellveränderungen erzeugen zum Teil aber auch neue Funktionen, wie zum Beispiel eine vorher nicht bestehende Hormonproduktion (z.B. bei Bronchialkarzinomen).
4 Klinik
Tumorzellen werden anhand des so genannten Gradings beurteilt. Hierbei werden die Tumorgröße, die Differenzierung der Zellen, ihre Morphologie und ihre Teilungsrate (falls beurteilbar) einbezogen. Das Grading erfolgt durch eine mikroskopische Betrachtung einer Biopsie durch einen Pathologen.
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![]() | Focus on Stem Cells 18.03.2009, DocCheck TV Redaktion Dauer: 17:09 min |
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