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Os sphenoidale

(Weitergeleitet von Keilbein)

Synonym: Keilbein
Englisch: sphenoid bone

1 Definition

Das Os sphenoidale ist ein Schädelknochen des Neurocranium, der frontal der beiden Ossa temporalia und des Os occipitale an der Schädelbasis liegt. Von dorsal betrachtet hat er die Form eines Schmetterlings mit einem Körper (Corpus ossis sphenoidalis), je 2 nach lateral abstrahlenden Flügeln (Alae majores und minores) und den nach kaudal abstrahlenden Processus pterygoidei.

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2 Corpus ossis sphenoidalis (Keilbeinkörper)

Der Körper des Os sphenoidale hat eine mehr oder weniger quadratische Grundform. In seinem Inneren finden sich 2 durch ein Septum getrennte Hohlräume, die Keilbeinhöhlen (Sinus sphenoidales).

2.1 Facies superior

Von ventral nach dorsal betrachtet zeigt die superiore Oberfläche des Keilbeinkörpers ein ganze Reihe von wichtigen anatomischen Strukturen:

2.2 Facies laterales

Die beiden seitlichen Flächen des Keilbeinkörpers sind der Ursprung der beiden großen Keilbeinflügel (Alae majores). Direkt oberhalb ihres Ansatzes liegt beidseits eine s-förmig geschwungene Rinne (Sulcus caroticus), welche die Arteria carotis interna und den Sinus cavernosus aufnimmt. Sie wird nach lateral durch eine Knochenkante, die Lingula, vom Flügel abgegrenzt.

2.3 Facies posterior

Die Rückfläche des Keilbeinkörpers artikuliert mit dem Os occipitale. Während der Kindheit wird diese Verbindung durch eine Knorpelplatte hergestellt, die zwischen dem 18ten und 25ten Lebensjahr ossifiziert.

2.4 Facies anterior

Die Vorderfläche des Keilbeinkörpers zeigt einen mittig verlaufenden Knochenkamm, die Crista sphenoidalis, die mit der Lamina perpendicularis des Os ethmoidale artikuliert und einen Teil des Nasenseptums bildet. Weitere Anteile der Vorderfläche artikulieren mit dem Os ethmoidale, dem Os frontale und dem Os palatinum. Beidseits führen unregelmäßig geformte Öffnungen in die Keilbeinhöhlen (Sinus sphenoidales). Sie sind sehr individuell gestaltet und können durch kleine Knochensepten weiter unterteilt sein. Nach ventral kommunizieren sie mit dem oberen und hinteren Teil der Nasenhöhle und werden dabei von den Conchae sphenoidales teilweise verschlossen.

2.5 Facies inferior

Aus der Unterfläche des Kleinbeinkörpers ragt ein dreieckiger Knochenkamm, der als Rostrum sphenoidale bezeichnet wird. Er setzt die Crista sphenoidalis nach dorsal fort und geht kaudal eine Artikulation mit dem Vomer über die Lamina perpendicularis ossis ethmoidalis ein und bildet so das Septum nasi osseum.

3 Alae ossis sphenoidalis (Keilbeinflügel)

Die Kleinbeinflügel sind flächige, paarige Knochenfortsätze des Keilbeins. Man unterscheidet:

Die großen Keilbeinflügel sind zwei kräftige Knochenfortsätze beidseits des Keilbeinkörpers. Sie sind konkav nach kranial gebogen. Ihr hinterer Teil artikuliert mit dem Winkel zwischen der Pars petrosa des Schläfenbeins und der Schläfenbeinschuppe (Squama ossis temporalis). An seiner Rückseite sieht man eine markante, nach unten gerichtete Knochenleiste, die Spina angularis, an der das Ligamentum sphenomandibulare ansetzt und der Musculus tensor veli palatini seinen Ursprung hat.

Die kleinen Keilbeinflügel sind zwei dünne, dreieckige Knochenplatten, die vorne oben am Keilbeinkörper ansetzen. Sie ziehen nach lateral und enden in einer scharf auslaufenden Spitze.

4 Processus pterygoideus (Flügelfortsatz)

Der Processus pterygoideus entspringt beidseits an der Verbindungsstelle zwischen dem Keilbeinkörper und dem großen Keilbeinflügel. Er ragt pendelartig nach kaudal.

Der Processus pterygoideus ist aus zwei Knochenlamellen zusammengesetzt, der Lamina medialis und der Lamina lateralis. Ihre beiden oberen Anteile fusionieren anterior miteinander und bilden die hintere Wand der Fossa pterygopalatina, die den Canalis pterygoideus enthält. Er setzt sich kaudal in einem vertikal verlaufenden Knochenkanal fort, dem Sulcus pterygopalatinus.

Nach posterior hin weichen die beiden Lamellen auseinander und schließen eine V-förmige Knochengrube ein, die Fossa pterygoidea, welche den Musculus pterygoideus medialis und den Musculus tensor veli palatini beherbergt. Oberhalb der Fossa findet man eine kleine, flache und ovale Einsenkung, die Fossa scaphoidea. Sie ist der Ursprung des Musculus tensor veli palatini.

Weiter kaudal sind die beiden Lamellen durch einen ausgeprägten Spalt, die Fissura pterygoidea, voneinander getrennt. Die Ränder der Fissur sind aufgeraut, da der Processus pterygoideus hier mit dem Processus pyramidalis des Os palatinum artikuliert.

Fachgebiete: Kopf und Hals

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