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Integrin

Englisch: integrin

1 Definition

Integrine sind Membranproteine, die in allen tierischen Zellen vorkommen. Die einzige Ausnahme bilden dabei die Erythrozyten. Integrine durchqueren als Transmembranproteine die Zellmembran und sind fest in ihr verankert. Da sie sowohl einzelne Zellen untereinander, als auch Zellen mit der Extrazellulärmatrix verbinden (Adhäsion), werden sie auch Adhäsionsmoleküle genannt. Integrine besitzen eine wichtige Funktion in der Signaltransduktion der Zelle.

2 Aufbau

Integrine sind Glykoproteine und sogenannte Heterodimere, das heißt sie bestehen aus zwei unterschiedlichen Glykoproteinketten, die nicht-kovalent miteinander verbunden sind. Die beiden Ketten werden als Alpha- bzw. Beta-Untereinheit bezeichnet. Es gibt 18 Alpha-Untereinheiten und 8 Beta-Untereinheiten. Durch verschiedene Kombinationen entstehen ingesamt 24 unterschiedliche Integrinformen.

Der Teil des Integrins, der extrazellulär liegt, trägt Bindungstellen für Adhäsionsmoleküle, die die sogenannte RGD-Sequenz tragen. Die RGD-Sequenz steht für die Aminosäuren Arginin, Glycin und Asparaginsäure. Sie kommt zum Beispiel bei Fibronectin vor. Aber auch andere Proteine, die nicht diese Sequenz enthalten, können von Integrinen erkannt werden. Dazu gehören vor allem Kollagen und Laminin.

3 Funktion

Integrine bilden die essentielle Verbindung zwischen zwei Zellen, oder zwischen einer Zelle und der Extrazellulärmatrix. Dies dient in erster Linie der Signalübertragung von der Matrix auf das Zytoskelett. Dieser Vorgang ist besonders wichtig für die Zellproliferation und die Zelldifferenzierung aber auch für die Apoptose und die Blutgerinnung. Integrine in den Zellmembranen der Leukozyten ermöglichen diesen die zielgerichtete Wanderung zu einem Entzündungsherd. Weiterhin sind Integrine an der Implantation des Trophoblasten im mütterlichen Endometrium beteiligt.

4 Übersicht

Name Synonym(e) Exprimierende Zellen/Gewebe Liganden
α1β1 VLA-1 Fibroblasten, Osteoblasten Kollagene, Laminine
α2β1 VLA-2 Fibroblasten Kollagene, Laminine
α3β1 VLA-3 Epithelzellen Laminin-5
α4β1 VLA-4 VCAM, Fibronektin
α4β7 Lymphozyten MAdCAM-1
α5β1 VLA-5; Fibronektinrezeptor Fibroblasten, Endothelzellen Fibronektin
α6β1 VLA-6; Lamininrezeptor Epithelzellen Laminine
α6β4 Epithelzellen Laminine
α7β1 Muskelzellen Laminine
α8β1
α9β1 Lymphgefäße Tenascin, Proteasen, Fibronektin
α10β1 Kollagene
α11β1 Kollagene
αVβ1 TGFβ, Vitronektin, Fibronektin
αVβ3 Vitronektinrezeptor Fibroblasten, Endothelzellen Vitronektin, Osteopontin, Fibronektin, Fibrinogen, Thyroxin, TETRAC
αIIbβ3 GPIIbIIIa; Fibrinogenrezeptor Thrombozyten Fibrinogen, Fibronektin
αVβ5 Fibroblasten, retinales Pigmentepithel Vitronektin, Fibronektin
αVβ6 Epithelzellen TGFβ
αVβ8 Nervengewebe Transforming Growth Factor beta|TGFβ
αDβ2 ICAM
αLβ2 LFA-1 ICAM
αMβ2 Mac-1 ICAM
αXβ2 ICAM
αEβ7 E-Cadherin

Diese Seite wurde zuletzt am 14. Juli 2022 um 20:15 Uhr bearbeitet.

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