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Folsäuremangelanämie

Englisch: folate-deficiency anemia

1 Definition

Die Folsäuremangelanämie ist eine Form der Anämie, die auf einem Mangel am Vitamin Folsäure beruht.

2 Ätiologie

Ein alimentärer Folsäuremangel ist selten und kommt vor allem bei Alkoholikern und alten Menschen unter Bedingungen der Verwahrlosung vor. Häufiger ist ein Folsäuremangel, wenn durch verschiedene Umstände der Bedarf an Folsäure gesteigert ist, beispielsweise in der Schwangerschaft und beim Vorliegen einer chronischen Hämolyse (Vermehrte reaktive Erythropoese mit erhöhtem Verbrauch).

Eine weitere mögliche Ursache des Folsäuremangels sind Malabsorptionssyndrome wie z.B. die Zöliakie und die Einnahme von Medikamenten, welche die Folsäureresorption beeinträchtigen und/oder in ihrem Wirkungsmechanismus die Folsäure antagonisieren. Zu diesen Medikamenten zählen unter anderem:

3 Pathophysiologie

Folsäure katalysiert in ihrer aktivierten Form als Tetrahydrofolsäure molekulare Umlagerungen bei der Synthese von DNA. Fehlt Tetrahydrofolsäure infolge eines Folsäuremangels, ist die DNA-Synthese und somit ein zentraler Schritt der Erythropoese eingeschränkt.

Eine Folsäuremangelanämie führt außer der Anämie nicht konstant zu weiteren klinischen Symptomen. Jedoch ist bei Schwangeren mit Folsäuremangel im ersten Trimenon die Inzidenz für Neuralrohrdefekte des Ungeborenen erhöht, sodass generell eine Substitutionsempfehlung bei Kinderwunsch besteht.

4 Diagnostik

Die Folsäuremangelanämie ist eine megaloblastär-hyperchrome Anämie. MCV und MCH sind erhöht. Eine Vitamin-B12-Mangelanämie ist die wichtigste Differentialdiagnose. Diese fällt jedoch unter Umständen durch weitere Symptome des Vitamin-B12-Mangels auf.

Die Bestimmung von Folsäure im Serum kann in unklaren Fällen dienlich sein. Der Referenzbereich liegt bei 3-15 ng/ml. Zur Differenzierung eines B12-Mangels kann der Schilling-Test durchgeführt werden, welcher bei einem reinen Folsäuremangel normale Ergebnisse liefert. Eine weitere indirekte Möglichkeit, den Folsäuremangel nachzuweisen ist der sogenannte Figlu-Test.

5 Therapie

Ist eine Fehlernährung die Ursache des Mangels, sollte auf eine langfristige und bleibende Ernährungsumstellung und -bereicherung zugearbeitet werden. Eine Folsäuresubstitution erfolgt mit oral applizierbaren Präparaten mit einer Tagesdosierung von 5 mg.

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