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Dihydroergotoxin

Synonyme: Dihydroergotoxinum u.a.
Handelsnamen: Hydergin®, Orphol® u.a.
Englisch: dihydroergotoxine mesylate

1 Definition

Dihydroergotoxin ist ein Wirkstoffgemisch aus der Gruppe der Mutterkornalkaloide (Peptid-Typ) und besteht aus vier Inhaltsstoffen des Mutterkorns im Verhältnis (3:3:2:1):

Das Kombinationspräparat wird u.a. als Nootropikum zur Verbesserung der Hirnleistungsfähigkeit und Senkung des Bluthochdrucks bei älteren Patienten eingesetzt.

2 Indikationen

Die Hauptindikation sind Hirnleistungsstörungen. Darüber hinaus kann Dihydroergotoxin im Rahmen der Therapie des Zervikalsyndroms, der Migräne und des Altershochdrucks indiziert sein.

In einem Rote-Hand-Brief vom März 2014 informierte der Hersteller darüber, dass für dihydroergotoxinhaltige Präparate aufgrund des ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnisses (siehe auch "Unerwünschte Arzneimittelwirkungen") bei den folgenden Krankheitsbildern keine Indikation mehr vorliegt:

Patienten, die für die o.g. Indikationen dihydroergotxinhaltige Präparate erhalten sollten auf andere Therapieoptionen umgestellt werden.

3 Allgemeines

Das Arzneimittel wird in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen appliziert.

4 Wirkmechanismus

Die pharmakologischen Wirkungen der Mutterkornalkaloide sind vielfältig. Sie können die Dopamin-Rezeptoren stimulieren und die Ausschüttung bestimmter Hormone wie Prolaktin und Somatotropin hemmen. Darüber hinaus sind sie partielle Agonisten an den Serotonin-Rezeptoren.

Die in der Natur vorkommenden Mutterkornalkaloide sind keine Dihydroderivate. Durch nachfolgende Hydrierung der Doppelbindung an Position 9 und 10 im D-Ring des Indolalkaloids wird die α-agonistische Wirkung verdrängt, hingegen die α-antagonistische Wirkung verstärkt. Dieser Antagonismus erklärt die Vasodilatation der Gefäße, da der Sympathikustonus abnimmt.

Darüber hinaus hat Dihydroergotoxin eine antithrombotische Wirkung und verbessert die Viskosität des Blutes und damit die Sauerstoffversorgung. Ferner wird eine Optimierung des Nervenzellstoffwechsels diskutiert.

5 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

6 Interaktionen

7 Kontraindikationen

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