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Cholinesterase

Abkürzung: CHE
Englisch: cholinesterase enzyme

1 Definition

Die Cholinesterase, kurz CHE, ist ein zur Gruppe III der EC-Klassifikation (Hydrolasen) gehörendes Enzym, welches die hydrolytische Spaltung der Esterbindung zwischen der OH-Gruppe des Cholins und der Carboxy-Gruppe einer organischen Säure katalysiert.

2 Einteilung

Je nach Art der Säure, die als Substrat des Enzyms fungiert, unterscheidet man mehrere Cholinesterasen:

Nach neuerer Lehrmeinung (2021) ist diese Nomenklatur überholt. Sie hat leider den Nachteil, das im klinischen Kontext mit Cholinesterase meist die Pseudocholinesterase gemeint ist. Das führt zu Verwechslungen. Man differenziert stattdessen in

Der Unterschied zwischen beiden Formen liegt in ihrer Substratspezifität: ACHE hydrolysiert Acetylcholin schneller, BCHE entsprechend das Butyrylcholin. Allerdings hat sich diese Einteilung noch nicht allgemein durchgesetzt.

3 Pharmakokinetik

Die biologische Halbwertzeit der Cholinesterase beträgt etwa 10 Tage.

4 Klinik

Da die Cholinesterase in den Hepatozyten gebildet wird, ist sie im klinischen Alltag ein guter Marker, um den Verlauf einer Lebererkrankung zu überwachen. Gemessen wird dabei die Aktivität der Butyrylcholinesterase, die auch Plasmacholinesterase genannt wird.

Weiterhin erfolgt eine Bestimmung der Cholinesterase vor größeren operativen Eingriffen.

5 Labormedizin

5.1 Material

Für die Untersuchung wird 1 ml Serum benötigt.

5.2 Atypische CHE-Varianten

Zur Untersuchung auf atypische CHE-Varianten wird die sogenannte Dibucainzahl bestimmt. Die Cholinesteraseaktivität wird dabei zunächst ohne und dann mit Zusatz von Dibucain gemessen. Die Differenz beider Aktivitäten wird als prozentualer Anteil der Gesamtaktivität angegeben. Eine erniedrigte Dibucainzahl ist mit einem erhöhten Narkoserisiko verbunden (z.B. Succinylcholin-Sensitivität).

5.3 Referenzbereich

  • Butyrylcholinesterase: 4 bis 13 kU/l
  • Dibucainzahl: > 65 %.

Die genauen Referenzwerte der Butyrylcholinesterase schwanken je nach Geschlecht und Alter:

Geschlecht Alter Referenzbereich (Messung 37 °C)
Männer Alle Altersstufen 4.620 bis 11.500 U/l
Frauen 16. bis 39. Lebensjahr

≥40. Lebensjahr
3.930 bis 10.300 U/l

4.620 bis 11.500 U/l
Kinder 2. bis 15. Lebensjahr 4.620 bis 11. 350 U/l

5.4 Interpretation

5.4.1 Erniedrigte CHE

Sinkt die Cholinesterase-Aktivität, ist das ein Zeichen für eine verminderte Syntheseleistung der Leber. Sie ist meist durch eine Schädigung der Hepatozyten bedingt, beispielsweise im Rahmen einer Leberzirrhose, einer chronischen Hepatitis, einer chronischen Leberstauung oder bei Lebertumoren.

Des Weiteren sinkt die Cholinesterase-Aktivität bei:

5.4.2 Erhöhte CHE

Erhöhte Werte der Cholinesterase sind u.a. zu finden bei:

5.4.3 Hinweise

6 Literatur

  • Laborlexikon.de, abgerufen am 23.02.2021

Diese Seite wurde zuletzt am 24. Februar 2021 um 14:19 Uhr bearbeitet.

So 100%ig weiß man das noch nicht. Für die Zusammenhänge beim DM kann ich dir das hier anbieten: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5878042/
#2 am 29.01.2021 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Kann mir jemand erklären, warum bei der KHK und Diabetes mellitus die Cholinesterase erhöht ist? Danke
#1 am 29.01.2021 von Fabio Wipfli (Gesundheits- und Krankenpfleger/in)

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