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Basaliom

Synonyme: Basalzellkarzinom, "weißer Hautkrebs", Epithelioma basocellulare
Englisch: basalioma, basal cell carcinoma

1 Definition

Das Basaliom ist ein maligner Hauttumor, der lokal infiltrierend und destruierend wächst, aber nicht metastasiert. Früher wurde das Basaliom deshalb als semimaligne bezeichnet.

2 Epidemiologie

Das Basaliom ist in Mitteleuropa der häufigste bösartige Hauttumor. In Deutschland liegt die Inzidenz bei etwa 30-100 Fällen pro 100.000 Einwohner, wobei die Erkrankungsrate - durch verändertes Freizeitverhalten und höhere UV-Belastung - in den letzten Jahren steigt. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Hellhäutige Menschen des so genannten keltischen Typs mit sonnenempfindlicher Haut (Typ I und Typ II), die blonde oder rote Haare und blaue oder blaugrüne Augen haben, sind besonders gefährdet.

Das bevorzugte Auftreten liegt im 6. Lebensjahrzehnt.

3 Lokalisation

In rund 75 % der Fälle sind Basaliome im Kopfbereich lokalisiert. Nur etwa 5 % der Basaliome finden sich am Stamm oder an den Extremitäten. Da das Basaliom von den Haarfollikeln ausgeht, kommt es praktisch nie an unbehaarten Körperstellen (Handflächen, Fußsohlen) vor.

4 Pathogenese

Der entscheidende pathogenetische Faktor ist die UV-Bestrahlung. Das Basaliom-Risiko steigt mit der Dauer der Lichtexposition. Eine Ausnahme bildet das Rumpfhautbasaliom, das auch auf nicht lichtexponierten Hautpartien auftritt. Dabei kommt der chronischen Arsen-Exposition über viele Jahre eine Bedeutung in der Mutagenese des Basalioms zu. Dieses wurde früher als Pflanzenschutzmittel verwendet und entsteht auch beim Erzabbau.

Bei einigen Genodermatosen kommt es zu einem vermehrten Auftreten von Basaliomen, z.B. beim Gorlin-Goltz-Syndrom, beim Rombo-Syndrom, bei Xeroderma pigmentosum und beim okulokutanen Albinismus.

Zudem wurde ein erhöhtes Risiko bei langfristiger medikamentöser Immunsuppression beobachtet.

5 Klinik

Das klinische Bild ist sehr vielgestaltig. Als typische Primäreffloreszenz erscheinen zunächst unscheinbare Basaliomknötchen, die langsam wachsen und zentral nekrotisieren. Typisch sind der perlschnurartig betonte Randsaum und Teleangiektasien.

Basaliome können pigmentiert und nicht-pigmentiert sein. Pigmentierte Basaliome zeigen unter dem Dermatoskop graubraune bis grauschwarze Strukturen, welche oft die Form eines Ahornblatts annehmen. Unpigmentierte Basaliome lassen sich an ihrem astartig verzweigten Gefäßmuster identifizieren.

5.1 Fallbeispiele & Befundbilder

6 Pathohistologie

Das Basaliom entsteht aus den epidermalen Stammzellen der äußeren Haarwurzelscheide. Lichtmikroskopisch sieht man im Präparat strang- oder fingerförmige Tumorzellnester mit fibrosierender Stromareaktion. Die Tumorzellen präsentieren ein leicht basophiles Zytoplasma mit wenigen Kernatypien.

Histologisch kann man verschiedene Basaliomtypen unterscheiden:

Basaliomzellen lassen sich im Präparat mit Hilfe von Ber-EP4-Antikörpern immunhistochemisch darstellen, was eine Differenzierung gegenüber anderen Tumoren (v.a. Plattenepithelkarzinomen) und ein Aufspüren kleiner Tumorzellnester ermöglicht.

7 Differentialdiagnose

Beim superfiziellen Basaliom zusätzlich: Ekzem, seborrhoische Warze, Psoriasisplaque

8 Therapie

8.1 Operation

Die vollständige chirurgische Entfernung im Gesunden (Exzision) ist die sicherste Therapieform. Dabei kommen unterschiedliche Verfahren in Betracht:

  • Operation mit geringem Sicherheitsabstand (1-1,5 mm) bei systematischer, vollständiger Schnittrandkontrolle (Mohs-Chirurgie): Tumoren in Problemzonen des Gesichtsbereichs (Augenlider, Lippe, Nase und Ohr), sowie Rezidivtumoren
  • Operation mit an den Tumor angepasstem Sicherheitsabstand (4-5 mm) und konventioneller Histologie: Kleinere Tumoren, größere Tumoren an Stamm und Extremitäten.
  • Horizontalexzision mit konventioneller Histologie: Multifokale, kleine superfizielle Basaliome an Stamm und Extremitäten.

8.1.1 OP-Dokumentation: Basalzellkarzinom linkes Ohr

Dr. med. Karl-Heinz Günther zeigt die Operation eines Basaliom-Rezidivs am linken Ohr mit Teilresektion der Ohrmuschel.

8.2 Andere Verfahren

Als Alternative zur Operation kommen folgende Verfahren in Betracht:

Eine weitere Alternative stellt die topische Behandlung mit Imiquimod (Aldara®) oder 5-Fluorouracil in Form von Cremes dar.

Die Wahl der geeigneten Therapie ist von der Lokalisation des Tumors, seiner Ausdehnung, sowie vom Alter und Allgemeinzustand des Patienten abhängig. Alle nicht-operativen Verfahren weisen im Vergleich zur Exzision eine höhere Rezidivquote auf. Ein weiterer Nachteil ist, dass bei nicht-operativen Verfahren keine Möglichkeit besteht, die Tumoren histologisch untersuchen lassen.

Bei ausgedehnten Tumoren können im Anschluss rekonstruktive Maßnahmen oder - bei Befall der Gesichtshaut - auch die Anpassung von Gesichtsprothesen notwendig sein.

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