Synovialanästhesie (Pferd)
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Definition:
Unter der Synovialanästhesie versteht man die direkte Applikation von Anästhetika in synoviale Strukturen, um dort eine vorübergehende Analgesie zu erwirken. Sie ist in der Veterinärmedizin häufig ein elementarer Bestandteil der Lahmheitsdiagnostik beim Pferd. Sie dient der genauen Lokalisation des lahmheitsverursachenden Schmerzes.
Zu den synovialen Strukturen gehören Gelenke, Schleimbeutel und Sehnenscheiden.
Durchführung:
Vorbereitung:
Die Anästhesie sollte grundlegend in einer staubfreien und ruhigen Umgebung stattfinden. Zudem sollten störende exogene Faktoren auf ein Minimum begrenz werden.
Die Anästhesie sollte unter aseptischen Bedingungen stattfinden. Idealerweise wird die Punktionsstelle vorher geschert und mit Isopropanolalkohol, Chlorhexidinseife oder Provid-Jod gereinigt. Das Tragen von sterilen Handschuhen während der Injektion wird empfohlen.
Es kann Sinnvoll sein die Punktionsstelle in Vorraus mit einem Lokalanästhetikum zum behandeln, insbesondere bei Gelenken welche von größeren Muskelschichten umgeben sind. Hier sind Facettengelenk und Iliosakralgelenk als Beispiele zu nennen.
Bei jungen und wehrhaften Pferden kann eine Sedierung zum Schutz von Untersuchendem und selbstschädigung des Pferdes erwogen werden.
Injektion:
Die Wahl der Kanüle hängt vom zu punktierendem Gelenk ab. Eine Kanüle mit Mandrin kann ein Zusetzen durch Gewebe verhindern. Nach Aufsuchen der anatomischen Orientierungspunkte wird die Kanüle möglichst zügig durch die Haut in das Gelenk geführt. Zur Lagekorrektur sollte die Kanüle nur soweit zurückgezogen werden das sie die Subkutis nicht verlässt. Ein Hilfsmittel kann die sonographische Lagekontrolle darstellen.
Der korrekte Lage wird durch Abfließen oder Aspiration von Synovia kontrolliert.
In einigen Fällen kann trotz korrekter Lage keine Synovia gewonnen werden, da einige Gelenke wie Tarsometatarsalgelenk nur über eine geringe Menge verfügen.
Die Injektion des Anästhetikums sollte leicht und ohne Druck möglich sein. Bei übermäßiger Füllung des Gelenkes mit Synovia, sollte vor der Injektion des Anästhetikums entsprechend Synovia abfließen.
Nachsorge:
Nach dem Abschulss der Anästhesien sollte die Punktionstelle im untere Gliedmaßenabschnitt durch einen gepolsterten Verband geschützt werden. Im proximalen Bereichen können dafür einfache Klebeverbände genutzt werden. Im Nachgang wird für 24 Stunden Boxenruhe empfohlen um eventuelle Gelenkstraumata und Kontamination der Punktionstelle vorzubeugen.
Auswahl des Lokalanästhetikums:
Für die Synovialanästhesie haben sich überwiegend Mepivacain und Lidocain in 2%iger Lösung etabliert. Das Mepivacain bietet gegenüber dem Lidocain den Vorteil einer geringeren Toxizität und damit eine geringere Rate von Gewebsirritationen. Beide Anästhetika haben einen schnellen Wirkeintritt und eine Wirkdauer zwischen 60 und 180 Minuten. Die Menge des Verwendeten Anästhetika hängt im Wesentlichen von der Größe des Gelenkes ab.
Vorteile:
Die Synovialanästhesie ist Risikoarm. Sie ist für die Lahmheitsdiagnostik ein oft entscheidender Bestandteil, jedoch nicht alleinstehend.
Nachteile:
Durch die Diffusion, insbesondere bei Bewegung des Pferdes, durch die Synovialmemebran in die Peripherie muss mit Betäubung umliegender Strukturen und Nerven gerechnet werden. Dies kann insbesondere bei der Lahmheitsdiagnostik zu unerwarteten und fehlerhaften Befunden führen und sollte vom Untersuchenden bedacht werden.