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Halswirbel (Veterinärmedizin)

(Weitergeleitet von Halswirbelsäule (Veterinärmedizin))

Synonym: Vertebrae cervicales
Englisch: cervical vertebra

1 Definition

Als Halswirbel werden die ersten sieben Wirbel der Haussäugetiere bezeichnet.

2 Anatomie

Die Halswirbel zeigen in ihrer Ausprägung den selben Grundaufbau wie die übrigen Wirbelsäulenabschnitte. Sie können in einen Wirbelkörper (Corpus vertebrae) und einen Wirbelbogen (Arcus vertebrae) unterteilt werden.

Die ersten zwei Halswirbel, Atlas und Axis, unterscheiden sich aufgrund ihrer Funktion am stärksten von den übrigen Halswirbeln.

2.1 Atlas

Die Besonderheit des Atlas ist, dass er keinen Körper besitzt, sondern nur aus einem dorsalen Bogen (Arcus dorsalis) und einem ventralen Bogen (Arcus ventralis) zusammengesetzt ist. Auf diesen Bögen befindet sich jeweils zwei Höcker, die als Tuberculum dorsale bzw. ventrale bezeichnet werden.

Die Querfortsätze des Atlas werden aufgrund ihrer Größe als Atlasflügel (Ala atlantis) bezeichnet. Auf den Atlasflügel befinden sich mehrere Foramina und Fossae, anhand derer man die einzelnen Tierarten unterscheiden kann. So ist zum Beispiel beim Fleischfresser statt dem sonst ausgebildeten Foramen alare (an der Basis des Atlasflügel) nur eine Inzisur zu erkennen.

Die vordere Gelenkfläche des Atlas artikuliert mit dem Os occipitale, das zusammen mit dem Atlas die Articulatio atlantooccipitale bildet. Dieses Gelenk ist für Nickbewegungen des Kopfes verantwortlich.

Die hintere Gelenkfläche artikuliert mit dem Dens axis des 2. Halswirbels, das in Summe die Articulatio atlantoaxialis bildet. Dieses Gelenk ist für Drehbewegungen verantwortlich.

2.2 Axis

Der Axis besitzt meist einen zylindrischen Körper (Corpus vertebrae). Er weist eine stark ausgeprägte Crista ventralis auf und ist auffällig stark über den Dens axis nach kranial gerichtet. Dieser Fortsatz steht mit dem kranialen Nachbarwirbel (Atlas) in gelenkiger Verbindung (Articulatio atlantoaxialis).

Auf dem Wirbelbogen ist ein kammförmiger Fortsatz ausgebildet, der dem Dornfortsatz (Processus spinosus) entspricht. Anhand dieses Fortsatzes kann aufgrund der charakteristischen Ausprägung wiederum auf die Tierart geschlossen werden. Beim Pferd ist er - im Gegensatz zu den übrigen Haussäugetieren - im kaudalen Abschnitt zweigeteilt.

An der Basis der paarig angelegten Querfortsätze findet man jeweils ein Loch, das Foramen transversarium, das als Durchtrittsstelle mehrerer Leitungsbahnen dient.

2.3 3. bis 7. Halswirbel

Diese Wirbel werden nach kaudal immer kürzer. Zudem ist keine Crista ventralis mehr ab dem 5. Halswirbel (oder nur noch undeutlich) ausgebildet. Alle übrigen Halswirbel besitzen kräftige Quer- und Gelenkfortsätze (Processus articularis cranialis und caudalis). Der Dornfortsatz ist beim 3. Halswirbel eher niedrig ausgebildet und nimmt dann bis zum 7. Halswirbel stetig an Höhe zu.

Das an den fünf Halswirbeln ausgebildete Tuberculum ventrale wird am 6. Halswirbel durch eine Lamina ventralis ersetzt. Der Wirbelkanal (Canalis vertebralis), der durch die aneinander gereihten Foramina vertebralia der einzelnen Wirbel gebildet wird, zeigt in der Mitte des Halses einen kleineren Querschnitt.

Der 7. Halswirbel zeigt einen charakteristisch schwach ausgebildeten Querfortsatz, wobei sein Dornfortsatz besonders spitz ausgeprägt ist. Am Kaudalrand des Wirbelkörpers findet man eine paarige Fovea costalis caudalis, die als Artikulationsfläche mit der ersten Rippe fungiert.

3 Klinik

Die Halswirbelsäule wird bei Fleischfressern zur diagnostischen Entnahme von Liquor cerebrospinalis (Subokzipitale Punktion) herangezogen. Hierfür muss das Tier in Vollnarkose gelegt und in Seitenlage gebracht werden. Für die Entnahme muss der Kopf stark gebeugt werden. Die Nadel wird in der Mitte eines gedachten Dreiecks zwischen den Rändern der beiden Atlasflügel und der Protuberantia occipitalis eingestochen. Anschließend wird sie so weit vorgeschoben, bis die Cisterna magna erreicht wird. Bei erfolgreicher Punktion sollte der Liquor spontan und tropfenweise abrinnen.

4 Literatur

  • König, H., Liebich, H. (2015). Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. Stuttgard: Schattauer GmbH
  • Baumgartner, W., Wittek, T. (2018). Klinische Propädeutik der Haus- und Heimtiere. Stuttgard: Enke Verlag in Georg Thieme Verlag KG

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