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Axis (Veterinärmedizin)

Synonyme: 2. Halswirbel, Epistropheus, Umdreher
Englisch: axis

1 Definition

Als Axis bezeichnet man den 2. Halswirbel bei den Haussäugetieren.

2 Anatomie

Die Halswirbel zeigen in ihrem Grundaufbau große Ähnlichkeiten mit den Wirbeln der übrigen Wirbelsäulenabschnitte. An ihnen kann stets ein Wirbelkörper (Corpus vertebrae) und ein Wirbelbogen (Arcus vertebrae) unterschieden werden.

Die einzige Ausnahme bilden die ersten zwei Halswirbel (Atlas und Axis), die aufgrund ihrer Funktion große morphologische Unterschiede zeigen.

2.1 Morphologie

Der Axis besitzt (außer beim Schwein) einen besonders langen Körper, an dem eine deutliche Crista ventralis vorragt. An der Innenfläche ist eine Bandleiste mit seitlichen Gefäßlöchern ausgebildet. Der Körper trägt kranial einen Fortsatz, der als Dens axis bezeichnet wird. Dieser entsteht aus zwei - aus dem Körper des Axis nach kranial wachsenden - verschmolzenen Dentalfortsätzen.

Der Dornfortsatz (Processus spinosus) hat bei den Haussäugetieren (im Gegensatz zum dornartigen des Menschen) eine Kammform. Dieser Kamm weist beim Fleischfresser nach kranial und kaudal, beim Schwein nach kaudal. Beim Rind ist er rechteckig. Beim kleinen Wiederkäuer ist der Dorsalrand konvex und der Kranialrand atlaswärts ausgezogen. Beim Pferd ist der Kamm aufgrund einer Einkerbung zweigeteilt (Unterscheidungsmerkmal zum Wiederkäueraxis).

Der Querfortsatz (Processus transversus) ist im Gegensatz zum Dornfortsatz sehr schwach ausgebildet und besitzt nur einen nach kaudal gerichteten Fortsatz. Dieser überragt beim Hund und Wiederkäuer die Extremitas kaudalis des Wirbels. Beim Schwein und Pferd hingegen erreicht sie diese nicht. An seiner Wurzel durchbohrt das enge Foramen transversarium den Querfortsatz.

Die Gelenkflächen der Processus articulares craniales sind bei den verschiedenen Haussäugetieren recht unterschiedlich geformt. Sie liegen seitlich und teils auch ventral des Dens axis. Die nach hinten gerichteten Processus articulares caudales treten beim Fleischfresser und Pferd nicht frei hervor. Ihre Gelenkflächen sind unten jederseits dem Dornfortsatz angelagert, wohingegen sie beim Schwein und Wiederkäuer als selbständige Fortsätze ausgebildet sind.

Eine Incisura vertebralis cranialis ist nur beim Fleischfresser ausgebildet. Beim Pferd, Wiederkäuer und Schwein ist sie durch einen Knochensteg zum Foramen vertebrale laterale geschlossen. Im Gegensatz dazu besitzen alle Haussäugetiere eine Incisura vertebralis caudalis.

3 Klinik

Bei Zwergrassen (z.B. Chihuahua) kann es aufgrund einer angeborenen Hypoplasie oder auch traumatisch bedingter Seperation des Dens axis nach anschließendem Zerreißen des Bandes (Ligamentum transversarum atlantis) zur atlantoaxialen Subluxation kommen.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band I: Bewegungsapparat. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004
  • König, Horst Erich, and Hans-Georg Liebich. Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. Schattauer Verlag, 2014.
  • Salomon, Franz-Viktor, Hans Geyer, Uwe Gille. Anatomie für die Tiermedizin. Georg Thieme Verlag, 2015.

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