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Wirbel (Veterinärmedizin)

Synonyme: Vertebra, Wirbelknochen
Englisch: vertebra

1 Definition

Als Wirbel bezeichnet man bei den Haussäugetieren ein einzelnes knöchernes Segment der Wirbelsäule. Er entspricht dem Wirbel des Menschen.

2 Abschnitte

Die Wirbel der einzelnen Wirbelsäulenabschnitte stimmen in ihrem Grundbau überein, zeigen jedoch regionale anatomische Besonderheiten. Nach ihrer Zugehörigkeit zu den unterschiedlichen Abschnitten unterscheidet man:

Je nach Spezies und Rasse variiert die Anzahl der Wirbel in diesen Abschnitten, wobei zusätzlich noch geringe interindividuelle Variationen bestehen können.

3 Anatomie

Alle Wirbel besitzen eine gemeinsame Grundform, die jedoch in den verschiedenen Körperregionen aufgrund örtlichen Funktionen angepasst ist. Grundsätzlich unterscheidet man an jedem Wirbel folgende drei Grundbestandteile:

  • den Wirbelkörper (Corpus vertebrae),
  • den Wirbelbogen (Arcus vertebrae) und
  • die Wirbelfortsätze (Processus vertebrae).

3.1 Wirbelkörper

Der Wirbelkörper ist der dreiseitige prismatische bis zylindrische ventrale Teil des Wirbels. Seine kraniale Endfläche (Extremitas cranialis bzw. Caput vertebrae) ist konvex, seine kaudale Endfläche (Extremitas caudalis bzw. Fossa vertebrae) hingegen konkav. Die benachbarten Wirbel sind an diesen Flächen spaltfrei durch die Zwischenwirbelscheiben (Disci intervertebrales) miteinander verbunden.

An der Dorsalfläche des Wirbelkörpers ist eine durchgehende Bandleiste sowie seitlich je eine flache Längsrinne zur Aufnahme von Blutgefäßen ausgebildet. Von hier ausgehend durchbohren diese Gefäße den Wirbelkörper, um an seiner Ventralfläche zu münden. An der ventralen Seite ist zusätzlich noch eine regional verschieden stark ausgeprägte Crista ventralis ausgebildet.

3.2 Wirbelbogen

Über die dorsale Fläche des Wirbelkörpers spannt sich der Wirbelbogen, der sich aus den ventralen Pediculi sowie der sich dorsal anschließenden Lamina arcus vertebrae zusammensetzt. Mit seinen drei Anteilen begrenzt er - zusammen mit dem Wirbelkörper - das Wirbelloch (Canalis vertebralis), in dem das Rückenmark schwanzwärts zieht. Der Wirbelkanal ist stellenweise den Anschwellungen des Rückenmarks entsprechend erweitert. Ab dem Lendenbereich verjüngt sich der Wirbelkanal nach kaudal allmählich und verschwindet am ersten Schwanzwirbel vollständig.

Der Wirbelbogen ist an seinem beidseitigen Ursprung (Übergang Wirbelkörper zu den Pediculi) kranial und kaudal zur Incisura vertebralis cranialis bzw. caudalis eingekerbt. Diese Einkerbungen zweier benachbarter Wirbel umschließen das Zwischenwirbelloch (Foramen intervertebrale). Der kaudale Einschnitt kann manchmal (v.a. beim Rind an den Brustwirbel) durch einen Knochensteg geschlossen sein, wodurch ein zweigeteiltes Foramen intervertebrale entsteht. Durch diese Öffnungen treten die Rückenmarksnerven (Spinalnerven) aus dem Wirbelkanal aus.

Die Wirbelbögen benachbarter Wirbel legen sich dorsal meist eng aneinander, sodass diese im Brustbereich infolge der typischen Ausbildung der Gelenkfortsätze übereinander greifen. An einigen Stellen der Wirbelkette besteht jedoch ein zweiter Zwischenbogenspalt (Spatium interarcuale).

3.3 Wirbelfortsatz

Als Wirbelfortsätze bezeichnet man an jedem Wirbel folgende Knochenfortsätze:

Die letzten zwei Brust- und die Lendenwirbel des Fleischfressers sowie die letzten Brustwirbel des Schweines tragen zusätzlich noch je zwei Hilfsfortsätze (Processus accessorii). Alle diese Fortsätze dienen sowohl Muskeln als auch Bändern als Anheftungsstelle. Die Gelenkfortsätze sorgen zusätzlich noch für eine gelenkige Verbindung der Wirbel untereinander.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band I: Bewegungsapparat. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.
  • Salomon, Franz-Viktor, Geyer, Hans, Gille, Uwe. Anatomie für die Tiermedizin. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. Enke Verlag, 2005.

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