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Splicing

von englisch: splice - verbinden, zusammenfügen
Synonym: Spleißen

1 Definition

Als Splicing wird ein Vorgang bei der RNA-Prozessierung bezeichnet, bei dem die Introns aus der transkribierten hnRNA-Kette entfernt werden. Er wird durch einen RNA-Protein-Komplex, das sogenannte Spliceosom, katalysiert. Das Splicing ist entscheidend für die Bildung der reifen mRNA.

2 Hintergrund

Eukaryotische Gene bestehen aus kodierenden und nicht kodierenden Abschnitten, sogenannten Exons und Introns. Bei der Transkription wird zunächst die hnRNA gebildet, die sowohl Exons als auch Introns enthält. Im Zellkern finden daraufhin verschiedene RNA-Prozessierungsschritte statt. Hierzu zählen neben dem Splicing das Capping und die Polyadenylierung.

3 Ablauf

3.1 Basismechanismus

An den Grenzen zwischen Introns und Exons befinden sich Konsensussequenzen, die als Erkennungssignal für verschiedene snRNPs ("small nuclear ribonucleoproteins") dienen. Das U1 snRNP bindet mit seinen RNA-Anteil über komplementäre Basenpaarung an die 5'-Exon-Intron-Grenze. Das U2 snRNP lagert sich an den Branch-Point an, einen Bereich nahe der 3'-Exon-Intron-Grenze, der durch ein konserviertes Adenin gekennzeichnet ist.

Unter Energieverbrauch aus ATP-Hydrolyse lagern sich weitere snRNPs an, die gemeinsam das Spliceosom bilden. Es kommt zur Spaltung an der 5'-Exon-Intron-Grenze und das Intron bildet eine Lassostruktur (Lariat). Das resultierende freie 3'-Ende des Exons greift daraufhin an der 3'-Exon-Intron-Grenze an und wird mit dem nachfolgenden Exon verknüpft.

3.2 Biochemie

Bei beiden Reaktionen handelt es sich um eine nukleophile Substitution (SN2-Reaktion). Dabei greift jeweils eine nukleophile Hydroxygruppe an einem Phosphat an.

3.3 Alternatives Splicing

Aus hnRNAs können durch Variationen beim Splicing verschiedene reife mRNA-Varianten hervorgehen. Somit können aus einem Gen mehrere funktionelle Proteine gebildet werden. Dies ist eine evolutiv bedeutsame Entwicklung bei Eukaryoten und erleichtert die Anpassung an veränderte Lebensbedingungen.

siehe Hauptartikel: alternatives Splicing

3.4 Autosplicing (Selbstsplicing)

In einigen Organismen existieren katalytisch wirksame RNAs, sogenannte Ribozyme, die in der Lage zum Autosplicing sind. Sie besitzen eine charakteristische Sekundär- und Tertiärstruktur, die ihnen ermöglicht, das Splicing ohne die Hilfe zusätzlicher Proteine durchzuführen. Dieser Vorgang wurde zuerst bei der 26S-rRNA von Ciliaten beschrieben.

Abhängig vom Mechanismus des Autosplicings wird zwischen Gruppe-I- und Gruppe-II-Introns unterschieden. Der Splice-Vorgang bei Gruppe-II-Introns ähnelt dem Spliceosom-vermittelten Splicing und wird daher als eventueller phylogenetischer Vorläufer vermutet.

4 Klinik

Genmutationen in Introns können das korrekte Splicing beeinträchtigen und somit z.B. zur Intronretention oder zum Exonskipping führen. Solche Splicing-Mutation sind u.a. als Auslöser für Mukoviszidose und die Muskeldystrophie Typ Duchenne beschrieben.

Fachgebiete: Genetik

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Juni 2022 um 12:42 Uhr bearbeitet.

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