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Peritoneum

(Weitergeleitet von Peritonealüberzug)

von altgriechisch: περί- ("perí-") - um, herum; τόνος ("tónos") - gespannt
Synonym: Bauchfell
Englisch: peritoneum

1 Definition

Das Peritoneum oder Bauchfell ist eine seröse Haut, die mit ihren beiden Blättern die Peritonealhöhle (Cavitas peritonealis) auskleidet und so eine relativ reibungslose Verschiebbarkeit der Organe gewährleistet.

2 Anatomie

2.1 Einteilung

Man unterscheidet:

  • Peritoneum parietale (parietales Blatt): Es kleidet die Bauchwand von innen aus.
  • Peritoneum viscerale (viszerales Blatt): Es umkleidet Teile der Bauchorgane.

Die beiden Blätter des Peritoneums stehen über die Mesenterien miteinander in Verbindung. Die Gesamtfläche des Bauchfells beim Menschen liegt zwischen 1,6 und 2,0 m². In Bezug auf ihr Verhältnis zum Peritoneum unterscheidet man intraperitoneal oder extraperitoneal bzw. retroperitoneal gelegene Bauchorgane. Im Bereich des kleinen Beckens bezeichnet man das Bauchfell als Peritoneum urogenitale.

2.2 Innervation

Unmittelbar unterhalb des Zwerchfells wird das Peritoneum parietale vom Nervus phrenicus somatosensibel innerviert, ansonsten von sensiblen Fasern der segmentalen Spinalnerven (Nervi spinales). Das Peritoneum viscerale wird von viszeroafferenten Fasern versorgt, die gemeinsam mit sympathischen Nervenfasern laufen und ist - mit Ausnahme von Leber und Gallenblase - nicht somatosensibel innerviert.

2.3 Besondere Strukturen

An der vorderen Bauchwand wirft das Peritoneum fünf Längsfalten auf:

Zwischen Bauchwand, Bauchorganen und Mesenterien befinden sich zahlreiche Bauchfelltaschen.

3 Histologie

Histologisch besteht das Peritoneum wie die anderen serösen Häute aus einem flüssigkeitsabscheidenden Mesothel (Tunica serosa) und einer darunterliegenden dünnen Bindegewebeschicht, der Tela subserosa.

4 Funktion

Das Peritoneum sezerniert und reabsorbiert die Peritonealflüssigkeit, ein visköses Sekret, das die Reibung an seiner Oberfläche herabsetzt und so die Bewegungen der intraperitonealen Bauchorgane gegeneinander erleichtert. Die Sekretmenge beträgt unter physiologischen Bedingungen nur etwa 50-70 ml.

5 Klinik

Eine vermehrte Produktion von Peritonealflüssigkeit führt zum Aszites. Die relativ große Oberfläche des Peritoneums und seine Fähigkeit zur Stoffabsorption nutzt man im Rahmen der Peritonealdialyse.

6 Videotutorials

6.1 Sagittalschnitt

6.2 Transversalschnitt

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