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PONV

Deutsch: postoperative Übelkeit und Erbrechen

1 Definition

Die Abkürzung PONV steht für postoperative nausea and vomiting, die Übelkeit und das Erbrechen nach einer Operation.

2 Epidemiologie

Jeder dritte Patient ist nach einer Operation von Übelkeit und Erbrechen betroffen.

3 Ätiopathogenese

Eine Stimulation des Brechzentrums in der Medulla oblongata führt zu Brechreiz und Erbrechen sowie Blässe und Kaltschweißigkeit. Verschiedene Chemorezeptoren und die daran bindenden Substanzen (z.B. Serotonin oder Histamin) sind für die Entstehung von Übelkeit verantwortlich.

Zu den Risikofaktoren für die Entwicklung von Übelkeit und Erbrechen nach einer Operation gehört zum einen das weibliche Geschlecht, da sich die Symptome deutlich häufiger bei Frauen als bei Männern manifestieren. Auch das Alter scheint eine Rolle zu spielen, da postoperative Übelkeit und postoperatives Erbrechen bei jüngeren Menschen häufiger beobachtet werden.

Ein nicht vorhandener Nikotinabusus erhöht ebenfalls das Risiko für PONV, denn Raucher sind seltener betroffen als Nichtraucher.

PONV wird weiterhin häufiger bei Patienten beobachtet, die an Reisekrankheit leiden.

Auch ein Zustand nach PONV erhöht das Risiko für postoperative Übelkeit und postoperatives Erbrechen.

Wenn der Anästhesist Inhalationsanästhetika verwendet, ist das Risiko für postoperative Übelkeit und postoperatives Erbrechen ebenfalls erhöht. Die postoperative Verabreichung von Opioiden führt ebenfalls häufig zu Übelkeit und Erbrechen.

postoperative Opioidgabe
PONV-Risikofaktoren
Weibliches Geschlecht
PONV in der Anamnese
Reisekrankheit in der Amanese
Nichtraucherstatus
Operationsdauer > 60 min

4 Klinik und Komplikationen

Die betroffenen Patienten klagen über Übelkeit und Erbrechen, welche das Allgemeinbefinden deutlich reduzieren. Vor allem bei unzureichenden Schutzreflexen besteht die Möglichkeit der Aspiration von Magensaft, die zu einem Mendelson-Syndrom sowie zu einer Obstruktion der Atemwege führen kann.

Rezidivierendes Erbrechen birgt weiterhin die Gefahr von Störungen im Elektrolythaushalt.

5 Therapie

Die Therapie besteht in der Gabe von Antiemetika wie z.B. Dimenhydrinat, Metoclopramid, Ondansetron oder Dolasetron.

Bei Mendelson-Syndrom sollte eine entsprechende intensivmedizinische Behandlung mit Intubation und Beatmung, Sauerstoff-Gabe sowie der Gabe von Antibiotika, Glukokortikoiden und Bronchospasmolytika erfolgen.

6 Prophylaxe

Zur Prophylaxe des PONV wird zu Beginn der Operation Dexamethason verabreicht. Auch Antiemetika wie die Setrone, Dimenhydrinat oder Droperidol können prophylaktisch wirken.

Da Inhalationsanästhetika das Risiko für PONV erhöhen, sollte bei hohem Risiko auf eine totale intravenöse Anästhesie (TIVA) zurückgegriffen werden. Auch die Durchführung der Operation in Regionalanästhesie verringert das Risiko für postoperatives Erbrechen und postoperative Übelkeit.

Wenn die genannten Verfahren kombiniert werden, lässt sich das Risiko für PONV deutlich senken.

7 Links

DocCheck News - PONV: Kotzeritis chirurgica

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