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Niereninfarkt

Englisch: renal infarction

1 Definition

Unter einem Niereninfarkt versteht man eine ischämiebedingte Nekrose von Nierengewebe unterschiedlichen Ausmaßes.

2 Ätiopathogenese

Ursächliche Pathomechanismen sind

3 Pathologie

Der pathologische Befund ist für das jeweilige Infarktgeschehen charakteristisch.

3.1 Anämischer Infarkt

  • Morphologischer Befund: Morphologisch zeigt sich nach Abheilung eine Deformierung der Niere (Kraterbildung) durch narbige Umwandlung und Schrumpfung des infarzierten Gewebes.
  • Längsschnitt: Im Längsschnittpräparat ist das nekrotische Gewebe gelblich verfärbt (durch die Migration von Leukozyten) und von einem roten hämorrhagischen Saum umgeben.

Die Lokalisation der Nekrose ist abhängig von der betroffenen Arterie:

  • Okklusionen einer Arteria interlobaris weisen eine auf die entsprechende Nierenpyramide begrenzte Nekrose auf, es zeigt sich ein keilförmiges Infarktareal des Nierenmarks.
  • Thromboembolische Gefäßverschlüsse der Aa. arcuatae und interlobulares führen zu kortikalen Infarkten.

3.2 Hämorrhagischer Infarkt

  • Morphologischer Befund: Hämorrhagisch infarzierte Nieren weisen eine stauungsbedingte Umfangszunahme bei bläulich violetter Verfärbung auf.
  • Längsschnitt: Die Infarktareale sind violett bläuliche verfärbt und weisen in Abhängigkeit der jeweils betroffenen Vene eine analog zu den Arterien auftretende charakteristische Lokalisation auf.

4 Klinik

Kleinere Infarkte können einen asymptomatischen Verlauf nehmen. Ausgeprägte Infarkte zeigen das Symptombild eines akuten Abdomens mit:

5 Diagnostik

Labordiagnostisch sieht man einen Anstieg der LDH und eine Leukozytose. Im Urin ist mittels Teststreifenuntersuchung (U-Stix) eine Hämaturie, ggf. auch eine Proteinurie nachweisbar.

Die Sicherung der Diagnose erfolgt mittels bildgebender Verfahren:

Die Ursachenabklärung erfolgt mittels

5.1 Differentialdiagnostik

Differentialdiagnostisch sind Nierenerkrankungen anderer Genese auszuschließen:

6 Therapie

Symptomatisch steht die Analgesie des Patienten im Vordergrund.

Die kausale Therapie des Niereninfarktes besteht in der Rekanalisation der betroffenen Gefäße mittels

Desweiteren ist die Ausschaltung der Emboliequelle anzustreben und der Patient prophylaktisch mit oralen Antikoagulantien einzustellen.

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