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Newcastle-Krankheit

Synonyme: atypische Gefügelpest, ND, Newcastle Krankheit
Englisch: Newcastle disease, Pseudo-Fowlpest

1 Definition

Bei der Newcastle-Krankheit handelt es sich um eine durch das Newcastle-Disease-Virus (NDV) hervorgerufene Erkrankung der Hühner und Truthühner. Auch andere Vögel (z.B. Enten, Gänse, Tauben) sind empfänglich. Die Newcastle-Krankheit ist in Deutschland anzeigepflichtig.

2 Erreger

Bei dem Erreger handelt es sich um ein Einzelstrang (ss) RNA-Virus, das zu den Paramyxoviridae zählt. Entsprechend ihrer Virulenz werden apathogene, lentogene, mesogene und velogene Stämme unterschieden.

3 Epizootiologie

Das Virus wird in hohen Mengen über die Körpersekrete, die Eier und den Kot erkrankter Tiere ausgeschieden. Die Infektion kann direkt durch Kontakt, oder indirekt durch Vektoren (Käfige, Stalleinrichtung, Staub, Schuhe/Kleidung) erfolgen. Auch eine Übertragung durch Geflügelprodukte (Fleisch, Eier) in denen der Erreger mindestens einige Monate infektionsfähig bleiben kann, ist möglich. Bei Menschen, die mit Geflügel arbeiten, kann in seltenen Fällen eine Konjunktivitis auftreten. Verbraucher sind durch den Verzehr von Produkten erkrankter Tiere nicht gefährdet.

4 Klinik

Nach einer Inkubationszeit von 3-6 Tagen können hohes Fieber, wässrige Durchfälle, plötzlicher starken Rückgang der Legeleistung, dünnschalige oder schalenlose Eier, Atemnot und schleimiger Ausfluss aus Nase und Augen auftreten. Außerdem kann es zu Störungen der Zirkulation und einhergehenden zyanotischer Verfärbungen des Kamms kommen. Weiterhin können unspezifische Symptome wie Apathie und Inappetenz hinzukommen. Bei hohem Infektionsdruck innerhalb eines Bestands sind perakute Verläufe mit plötzlichem Tod betroffener Tiere ohne vorherige Symptome möglich. Die Mortalität ist hoch und kann innerhalb eines Bestands bis zu 100% betragen.

Bei chronischem Verlauf stehen zentralnervöse Störungen wie Lähmungen und Torticollis im Vordergrund. Chronische Verlaufsformen treten vor allem bei jungen Tieren auf.

5 Prophylaxe

In Deutschland ist die regelmäßige Impfung aller Hühner- und Truthühnerbestände gesetzlich vorgeschrieben. Die Impfung erfolgt in der Regel über das Trinkwasser, so dass auch große Bestände unkompliziert geimpft werden können. Es ist zu beachten, dass alle Tiere geimpft werden müssen, auch solche aus Hobbyhaltungen, in denen unter Umständen nur ein oder zwei Tiere vorhanden sind.

6 Rechtlicher Hintergrund

Bekämpfung und Prophylaxe werden in Deutschland aktuell durch die Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest [1](Geflügelpest-Verordnung) mit geregelt. Da der Erreger hoch infektiös ist und sich schnell ausbreiten kann, müssen jegliche Verdachtsfälle dem zuständigen Veterinäramt sofort gemeldet werden.

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