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Lunge (Geflügel)

Synonym: Pulmo
Englisch: lung

1 Definition

Die Lunge ist das zentrale Atemorgan beim Geflügel und für den Gasaustausch zuständig. Sie ist mit der Lunge der Haussäugetiere vergleichbar.

2 Topographie

Die paarigen und hellroten Lungen sind ungelappt und verhältnismäßig klein. Sie sind rechts und links der Wirbelsäule über dem Septum horizontale volumenkonstant und von allen Seiten durch Bindegewebe mit dem ihnen zur Verfügung stehenden Raum (Cavum pulmonale) fest verbunden.

Da die Pleura vollständig verschwunden ist, bleibt die Lunge stets starr ausgedehnt, sodass die dünnwandigen Bronchien und Luftkapillaren nicht kollabieren können. Auf diese Weise bleiben die Parabronchien gestreckt und die strömungsdynamisch eingestellten Abgangswinkel der Sekundärbronchien erhalten.

3 Anatomie

Die rechte sowie linke Lunge (Pulmo dexter und Pulmo sinister) sind in ihrer Eigenform spiegelbildlich gleich ausgebildet. An jeder Lunge können drei Flächen beschrieben werden:

  • Facies vertebralis
  • Facies costalis
  • Facies septalis

3.1 Morphologie

Als Facies vertebralis bezeichnet man die der Wirbelsäule zugekehrte und gleichzeitig auch kleinste Fläche. Sie wird von der oberen Kante aus durch die Rippen tief eingeschnitten, wodurch Sulci costales entstehen. Zwischen den Sulci costales erhebt sich hügelig das Lungenparenchym, das die Zwischenrippenräume vollständig ausfüllt (Tori intercostales). Dieses sich auch über den Margo costovertebralis auf die Facies costalis fortsetzende Oberflächenrelief ist auch an der Lateralfläche zu finden. In Richtung des seitlichen Lungenrandes (Margo cranialis) weist die Facies costalis wieder eine glatte Oberfläche auf.

Der Kranialrand (Margo cranialis) befindet sich auf Höhe der ersten Costa vertebralis. Der Kaudalrand (Margo caudalis) hingegen erstreckt sich bis zur vorletzten Rippe oder leicht darüber hinaus. Auf diese Weise bekommt die Facies costalis des Huhnes eine mehr oder weniger rechteckige Form, wohingegen die Lunge von Gans und Ente aufgrund des längeren Thorax mehr dreieckige Form besitzt.

Die Lungenunterfläche (Facies septalis) erstreckt sich vom Margo costoseptalis bis zum Margo costovertebralis und ist nahzu eben, sodass sie sich dem Septum horizontale (mit dem sie verwachsen ist) anpasst. Etwa in der Mitte der Facies septalis liegt der Hilus pulmonalis (s. Hilus pulmonis), in den die Blutgefäße sowie der Hauptbronchus (Bronchus primarius) in das Organ ein- bzw. austreten.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.
  • King, Anthony S. et al. Handbook of Avian Anatomy: Nomina Anatomica Avium. Second Edition. Cambridge, Massachusetts. Published by the Club, 1993.

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