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Rippe (Geflügel)

Synonym: costa
Englisch: rib

1 Definition

Als Rippen bzw. Costae bezeichnet man die geraden und gebogenen Knochen, welche die Brustwirbel (Vertebrae thoracicae) mit dem Brustbein (Sternum) beim Geflügel verbinden.

2 Anatomie

Die Rippen bilden mit dem Brustbein und den Brustwirbeln eine funktionelle Einheit, die als Brustkorb (Thorax) die darin eingeschlossenen Organe schützt.

2.1 Rippenarten

Die Rippen der Vögel können grundsätzlich in zwei Formen unterteilt werden:

  • Die kompletten Rippen sind zweigliedrig und bestehen aus einem vertebralen Anteil (Costa vertebralis) und einem sternalen Anteil (Costa sternalis). Diese Rippen erreichen entweder direkt oder indirekt den Margo costalis sterni.
  • Die nicht-kompletten (asternalen) Rippen hingegen bestehen nur aus dem vertebralen Anteil (Costa vertebralis). Diese Rippen enden frei in der Körperwand.

In den meisten Fällen sind die erste und zweite Rippe - selten auch noch die dritte - inkomplett. Die letzte Rippe kann ebenso inkomplett sein, wobei meist der sternale Anteil ausgebildet ist, aber nicht am Sternum direkt endet, sondern an der vor ihr liegenden Costa sternalis. Zusätzlich kann die letzte sowie vorletzte Rippe vom Synsacrum stammen und sich auch mit der Ala praeacetabularis ilii verbinden.

2.2 Anzahl

Innerhalb der Nutzvögel sind folgende Rippenzahlen anzutreffen:

Rippenpaare bei Nutzvögeln
Spezies Rippenpaare
Huhn 7
Taube 7
Gans 9
Ente 9

2.3 Morphologie

An der Costa vertebralis können proximal ein Caput costae (Capitulum costae) und ein Tuberculum costae voneinander abgegrenzt werden. Beide Abschnitte sind durch eine Incisura capitulotubercularis weit voneinander getrennt. Über entsprechende Gelenkflächen artikuliert jede einzelne Rippe zweifach mit dem gleichzähligen Brustwirbel: einmal am Körper (Corpus vertebrae) und einmal am Querfortsatz (Processus transversus).

Der Angulus costae markiert den Knickbereich, indem der proximale Abschnitt der Rippe in das Corpus costae übergeht. Am Rippenkörper ist - mit Ausnahme der ersten Rippe und der zwei (Huhn, Taube) bzw. drei (Gans, Ente) letzten Rippen - ein Processus uncinatus ausgebildet. Dieser nach kaudodorsal gerichtete Fortsatz legt sich der Lateralfläche der nächstfolgenden Rippe an und trägt so zur Festigung des Brustkorbs bei.

Über Kontaktflächen stoßen die Costa vertebralis und Costa sternalis in einem nach kranial offenen Winkel in der Synchondrosis intercostalis zusammen. Die Costa sternalis endet mit einer (oder auch zwei) Gelenkfacetten (Facies articularis sternalis) auf dem Margo costalis sterni.

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.

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