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Wirbelsäule (Geflügel)

Synonym: Columna vertebralis

1 Definition

Als Wirbelsäule bezeichnet man die Gesamtheit aller aneinander gereihten Wirbel beim Geflügel.

2 Anatomie

Die Wirbelsäule der Vögel ist in ihren einzelnen Abschnitten hoch spezialisiert und unterscheidet sich deutlich von der Wirbelsäule der Haussäugetiere.

2.1 Abschnitte

Die Geflügelwirbelsäule wird ebenfalls in mehrere funktionell zusammenhängende Anteile gegliedert, die jedoch tierartspezifische Besonderheiten aufweisen.

Die Halswirbelsäule ist besonders lang, weshalb der Schnabel als Greiforgang große Bewegungsfreiheit erhält. Im Rumpfbereich ist die Wirbelsäule durch die Verschmelzung mehrerer Einzelwirbel zum Synsacrum verfestigt, was als Anpassung an die Bedingungen des Fliegens und der Bipedie anzusehen ist. Die Schwanzwirbelsäule ist deutlich reduziert, die letzten Wirbel sind als Grundlage für die Steuerfedern zum Pygostyl verschmolzen.

2.2 Wirbelanzahl

Die Gesamtzahl der ursprünglich angelegten Wirbelelemente beträgt zwischen 39 und 64.

Die Unterteilung der Wirbelsäule in ihre Abschnitte und somit die genaue Anzahl der einzelnen Wirbel bedarf einer Vorbemerkung: Der Grenzbereich zwischen den Hals- und Brustwirbeln wird durch die Lage der freien Rippen künstlich definiert. In der gängigen Literatur sind (leider) zwei Definitionen im Gebrauch:

  • Die erste Definition besagt, dass der erste Brustwirbel nach der Lage der ersten freien Rippe gekennzeichnet ist.
  • Die zweite Definition besagt, dass der erste Brustwirbel nach der Lage der ersten vollständigen (d.h. mit dem Brustbein verbundenen) Rippe gekennzeichnet ist.

Beide Definitionen haben ihre Begründung, wobei im Artikel die erste Definition verfolgt wird, da bei funktioneller Betrachtung die ersten Rippen in den Bewegungsmechanismus der Atmung einbezogen sind.

Anzahl der Wirbel in den einzelnen Abschnitten
Huhn  Taube  Ente  Gans  Truthuhn  Wellensittich
Halswirbel 14-17 12-13 14-15 17-18 13-16  12
Brustwirbel 7 7  9  9 7  8
Synsacrum bei allen verschmolzen
Schwanzwirbel 5-6 8  8 8 5-6  8

3 Klinik

Typische Prädilektionsstellen für Frakturen der Wirbelsäule sind die Abschnitte unmittelbar kranial und kaudal des Notariums.

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band V: Geflügel. Parey, 2004.
  • Salomon, Franz-Viktor, Geyer, Hans, Gille, Uwe. Anatomie für die Tiermedizin. Enke, 2008.

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