Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Nervus ulnaris (Veterinärmedizin)

Synonym: N. ulnaris

1 Definition

Der Nervus ulnaris ist ein langer gemischter Nerv des Plexus brachialis und bei allen Haussäugetieren ausgebildet.

2 Anatomie

Der Nervus ulnaris entspringt, zusammen mit dem Nervus medianus, vor allem aus den Segmenten C8 und Th1 (Katze und Schwein). Beim Hund, Wiederkäuer und Pferd können sich auch noch Fasern aus Th2 anschließen. Beim Pferd ist die Wurzel aus C8, beim Hund und bei den kleinen Wiederkäuern aus Th2 inkonstant.

Beim Rind bleibt der Nervus ulnaris bis über die Ansa axillaris (einer Nervenschlinge um die Arteria axillaris bei den Ungulaten) hinaus mit dem Nervus medianus verbunden. Eine Trennung der beiden Nerven erfolgt erst im weiteren Verlauf.

Ähnlich dem Nervus medianus, innerviert auch der Nervus ulnaris die Beuger des Karpalgelenkes und der Zehengelenke. Die aus dem Nervus ulnaris hervorgehenden Hautäste versorgen vor allem die Kaudalfläche der unteren Vordergliedmaße und - zusammen mit dem Nervus medianus - die Mittelfuß- und Zehengebiete mit sensiblen Ästen.

2.1 Verlauf

Der Nervus ulnaris verläuft medial an der oberen Vordergliedmaße mit dem Nervus medianus, den er beim Hund an Stärke meistens übertrifft. Er zieht mit der Arteria brachialis bis zur Abgabestelle der Arteria collateralis ulnaris, mit der er dann - zusammen mit der gleichnamigen Vene - am distalen Rand des Caput mediale des Musculus triceps brachii, zur Streckseite des Ellenbogengelenks zieht. Beim Pferd und Wiederkäuer wird er währenddessen vom Musculus tensor fasciae antebrachii bedeckt.

2.2 Äste

Während seines Verlaufs von proximal nach distal entlässt der Nervus ulnaris folgende Äste:

2.2.1 Nervus cutaneus antebrachii caudalis

Der Nervus cutaneus antebrachii caudalis zweigt während des Verlaufs des Nervus ulnaris in Richtung Tuber olecrani ab. Er versorgt die Haut an der Kaudalseite des Vorderbeins sowie die lateral und medial angrenzenden Hautbezirke sensibel. Beim Pferd reichen die Endäste lateralseitig bis zur Hälfte des Mittelfußes, wobei proximal des Os carpi accessorium auch ein zarter Ast an das Karpalgelenk abzweigt.

2.2.2 Rami musculares

Nachdem der Nervus cutaneus antebrachii caudalis hervorging, zieht der fortlaufende Stamm des Nervus ulnaris proximomedial über den Epicondylus medialis humeri hinweg zur Streckseite des Ellenbogengelenks. Dort angekommen entsendet er unter dem Musculus anconaeus zarte Ästchen an die kaudale Ausbuchtung des Ellenbogengelenks. Im weiteren Verlauf tritt er lateral vom Caput ulnare des Musculus flexor carpi ulnaris hindurch an die Kaudalseite des Unterarms, um proximal am Radius die Muskeläste (Rami musculares) an die umliegenden Muskeln abzugeben.

2.2.3 Ramus dorsalis und Ramus palmaris

Nachdem der Nervus ulnaris seine Muskeläste an die Beuger des Karpal- und der Zehengelenke abgegeben hat, zieht er - begleitet von der Arteria und Vena collateralis ulnaris - in der Ulnarisrinne (Sulcus ulnaris) zehenwärts. Während seines Verlaufs schmiegt er sich dem kaudalen Rand des Musculus extensor carpi ulnaris medial an, um sich dann proximal des Karpus in einen Ramus dorsalis und einen Ramus palmaris aufzuteilen. Beide Endäste entsenden zarte Zweige an das Karpalgelenk.

2.2.4 Distaler Teil des Nervus ulnaris

Die zwei Hauptäste des Nervus ulnaris verhalten sich tierartlich unterschiedlich, weshalb sie gesondert betrachtet werden müssen.

3 Klinik

Der Ramus palmaris des Nervus ulnaris kann in der Ulnarisrinne, ca. 5 cm proximal des Os carpi accessorium, in einer Tiefe von 1 bis 1,5 cm blockiert werden. Außerdem ist die Aufzweigung des Nervus ulnaris, besonders sein Ramus palmaris, beim Pferd von besonderer praktischer Bedeutung im Hinblick auf die diagnostische Anästhesie (z.B. Lahmheitsdiagnostik).

4 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band III: Kreislaufsystem. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.
  • Künzel, Wolfgang. Topographische Anatomie, Hochschülerschaft Veterinärmedizinische Universität (Hersausgeber), 3. Auflage. WS 2011/12
  • Salomon, Franz-Viktor, Geyer, Hans, Uwe Gille. Anatomie für die Tiermedizin. Enke-Verlag, 2005.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

78 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: