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Mallophaga

von altgriechisch: mallos - Wolle; phagein - fressen
Synonyme: Mallophagen, Haarlinge, Federlinge, Beißläuse
Englisch: chewing lice

1 Definition

Als Mallophaga bezeichnet man eine Zusammenfassung zweier Unterordnungen innerhalb der Ordnung der Phthiraptera (Tierläuse).

2 Taxonomie

Mallophaga bilden in der Systematik der Insekten keine abgrenzbare Gruppe, sondern müssen vielmehr als Zusammenfassung zweier Unterordnungen angesehen werden. In der oben angeführten Auflistung werden sie daher ohne Rangbezeichnung angeführt.

3 Morphologie

Der Körper der Mallophaga ist dorsoventral abgeplattet und der Kopf ist breiter als das erste Thorakalsegment. Innerhalb der Gruppe können die Vertreter der beiden Unterordnungen am deutlichsten anhand der Antennen (Fühler) unterschieden werden:

  • Amblycera: Viergliedrige Antennen, die in einer Rinne seitlich am Kopf liegen.
  • Ischnocera: Drei- bis fünfgliedrige, deutlich sichtbare Antennen.

Zwei- bis viergliedrige Maxillarpalpen sind nur bei Amblycera ausgebildet. Mithilfe der beißenden Mandibeln können Vertreter dieser Unterordnung Blutgefäße eröffnen. Im Gegensatz dazu stehen die Mandibeln der Untergruppe Ischnocera senkrecht zur Unterseite des Kopfes, sodass sie als Haltemandiblen fungieren und keine Beißfunktion ausführen.

Haarlinge tragen an den Tarsen eine Kralle, Federlinge hingegen ein Krallenpaar. Die Arten beider Untergruppen werden zwischen 1 und 2 mm lang.

4 Unterordnungen

In beiden Untergruppen finden sich sowohl Haar- als auch Federlinge, allerdings dominieren unter den Haarlingen die Ischnocera. Es existieren mehr als 2.600 Arten, die in verschiedene Familien, Unterfamilien und Gattungen aufgeteilt werden.

5 Vertreter

Bei den Haussäugetieren sowie Hausgeflügeln kommen folgende Haarlinge bzw. Federlinge vor:

Haarlinge und Federlinge
Wirt Haarlinge Wirt Federlinge
Rind Bovicola bovis Huhn Menopena gallinae, Eomenacanthus stramineus, Uchida pallidula, Goniocotes gallinae, Goniodes gigas, Goniodes dissimilis, Gallipeurus heterographus, Lipeurus caponis
Schaf Bovicola ovis Truthuhn Eomenacanthus stramineus, Cehlopistes meleagridis, Reticulipeurus corpulentus
Ziege Bovicola caprae, Bovicola ovis, Bovicola limbatus, Holakartikos crassipes Taube Hohorstiella lata, Columbicola columbae, Campanulotes compar
Pferd Werneckiella equi equi Gans Anaticola anseris, Anatoecus adustus, Trinoton anserinum
Esel Werneckiella equi asini Ente Anaticola crassicornis, Anatoecus boschadis, Trinoton ludwigfreundi
Hund Trichodectes canis  
Katze Felicola substrostratus
Meerschweinchen Gliricola porcelli, Gyropus ovalis, Trimenopan hispidum

6 Entwicklung

Mallophaga haben eine hemimetabole Entwicklung, weshalb die präadulten (Larven) und adulten Stadien sehr ähnlich sind. Die Fortpflanzung erfolgt in den meisten Fällen geschlechtlich, bei einigen wenigen Arten auch parthenogenetisch (eingeschlechtliche Fortpflanzung).

Die Weibchen kleben die Eier (Nissen) an die Wirtshaare oder Federn. Nach ca. 4 bis 12 Tagen schlüpfen die Erstlarven, die sich innerhalb von 3 Wochen über zwei weitere Larvenstadien und drei Häutungen zu adulten Männchen und Weibchen weiter entwickeln.

7 Verbreitung

Mallophaga sind weltweit verbreitet.

8 Epidemiologie

In Europa sind Haarlinge in Rinder- und Schafbestände häufig anzutreffen. Die Übertragung erfolgt meist direkt von Tier zu Tier, kann aber auch durch unbelebte Vektoren erfolgen (Stallungen, Bürsten, u.ä.).

9 Klinik

Ein Befall mit Haarlingen wird von gesunden Wirtstieren meist gut kontrolliert, sodass er inapparent bleibt. Kranke, unterernährte oder schlecht gehaltene Tiere hingegen entwickeln oft eine klinisch manifeste Parasitose mit unterschiedlichen Symptomen: Juckreiz, Exkoriationen, squamöse Veränderungen, Verdickungen der Haut und Alopezie. Bei Vögeln können entsprechende Symptome beobachtet werden (Ausfall der Federn, usw).

10 Diagnose

Ein massiver Befall kann oft schon mit bloßem Auge erkannt werden. Die Haarlinge bzw. Federlinge werden im gescheitelten Vlies und Haar- sowie Federkleid unter Zuhilfenahme einer Lupe nachgewiesen.

11 Therapie

Haarlinge und Federlinge lassen sich mit verschieden Spot-on- sowie Pour-on-Formulierungen behandeln, die Pyrethroide und makrozyklische Laktone enthalten. Alternativ kann Amitraz und Phoxim als Sprühbehandlung eingesetzt werden.

12 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

13 Quellen

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