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Spot-on

von englisch: to spot - tröpfeln; on - auf
Synonym: Lösung zum Auftropfen

1 Definition

Als Spot-on bezeichnet man eine dermale Applikationsform von Arzneimitteln in der Veterinärmedizin, die hauptsächlich bei Kleintieren angewendet wird. Bei Großtieren greift man auf sogenannte Pour-ons zurück.

2 Anwendung

In der Veterinärmedizin werden verschiedene Medikamente in Form von Spot-ons auf die Haut aufgebracht. Dabei wird die meist wenige Milliliter betragende Lösung an einer für das Tier unzugänglichen Körperstelle (z.B. im Nacken) durch Scheiteln der Haare auf die Haut aufgetröpfelt.

Anschließend darf die Applikationsstelle nicht durch andere Tiere beleckt werden oder mit Wasser in Kontakt kommen, um eine Wirkungsminderung zu verhindern.

3 Arzneimittel

In den meisten Fällen handelt es sich bei Spot-ons um Ekto- oder Endoparasitika bzw. Kombinationen aus beiden Wirkstoffgruppen (Endektozide), die zur Therapie oder Prophylaxe von Parasitenbefall am Tier angewendet werden.

Je nach Wirkstoff und chemischen Eigenschaften verteilt sich der applizierte Wirkstoff entweder lokal auf der Haut oder wird systemisch aufgenommen und gelangt so in den Blutkreislauf, um sich im Zielorgan anzureichern. Zu den lokal wirksamen Arzneistoffen zählen z.B. Fipronil, Delthametrin, Imidacloprid oder Permethrin. Diese Wirkstoffe durchdringen das Stratum basale der Oberhaut nicht, sondern werden durch Diffusionsvorgänge mit dem Hauttalg über die gesamte Körperoberfläche verteilt. Im Gegensatz dazu werden verschiedene Endoparasitika wie z.B. Avermectine (z.B. Ivermectin, Selamectin, usw.) oder Praziquantel gut resorbiert, sodass sie über den Blutweg in die Organe (z.B. Gastrointestinaltrakt) gelangen.

4 Vorteile

Spot-ons eignen sich, um kleine Wirkstoffmengen am Tier sicher zu applizieren, ohne dass eine Gefahr für Mensch und Tier entsteht. Aufgrund der einfachen Handhabung können Spot-ons an Tierbesitzer abgegeben werden, sodass die Applikation nicht von Tierärzten übernommen werden muss.

5 Nachteile

Bei falscher Handhabung (z.B. ungenügendes Scheiteln des Fells) oder nach frühzeitigem Kontakt mit Wasser (z.B. bei Freigängerkatzen und Regen) kann der Arzneistoff nicht seine volle Wirkung entfalten. In diesen Fällen muss mit einem teilweisen bzw. ungenügenden Therapieerfolg gerechnet und die Applikation gegebenenfalls wiederholt werden. Zusätzlich sollte vorab ein Tierbesitzergespräch geführt werden, sodass durch korrekte Ausführung der applizierte Wirkstoff nicht von anderen Haustieren durch Belecken oder von Kindern aufgenommen wird. Besondere Vorsicht gilt bei

  • Ivermectin-haltigen Präparaten, die keinesfalls mit MDR1-gendefekten Hunden in Kontakt kommen dürfen bzw. bei
  • Permethrin-haltigen Präparaten, die keinesfalls von Katzen aufgenommen sollten.

In beiden Fällen kommt es zu schweren neurotoxischen Nebenwirkungen.

6 Handelsnamen

Spot-ons können sowohl als Monopräparat oder in verschiedenen Wirkstoffkombinationen erworben werden. Gängige Präparate sind z.B.:

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