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Hufbein-Ostitis (Pferd)

Synonyme: Ostitis des Hufbeins, Hufbeinentzündung
Englisch: pedal osteitis

1 Definition

Als Hufbein-Ostitis bezeichnet man eine Entzündung des Hufbeins mit anschließender Demineralisation des Knochens.

2 Ätiologie

Anhand der Ursache unterscheidet man zwei Formen einer Hufbein-Ostitis:

3 Pathogenese

3.1 Aseptische Hufbein-Ostitis

Aseptische Hufbein-Ostitiden können entweder primär oder sekundär entstehen. Primäre Ostitiden entstehen häufig infolge schwerwiegender oder chronischer Sohlenprellungen. Es wird angenommen, dass wechselnde und unphysiologische Belastungsverhältnisse zu Veränderungen des Knochens sowie der Gefäßversorgung führen. Sekundäre Ostitiden hingegen sind die Folge von Hufrehe, penetrierenden Wunden, akuten Sohlenprellungen und Stellungsfehlern.

3.2 Septische Hufbein-Ostitis

Septische Hufbein-Ostitiden entwickeln sich aufgrund einer bakteriellen Infektion des Hufbeins und/oder der umgebenden Strukturen. Die Infektion findet entweder direkt durch eine penetrierende Verletzung des Hufbeins (z.B. tiefer Nageltritt) oder indirekt durch infizierte Weichteilstrukturen in der Umgebung (z.B. Bursa podotrochlearis) bzw. durch hämatogene Streuung (v.a. beim Fohlen) statt.

4 Klinik

4.1 Aseptische Hufbein-Ostitis

Aseptische Hufbein-Ostitiden treten vorwiegend an der Vordergliedmaße (uni- oder auch bilateral) auf. Der Grad der Lahmheit hängt vom Auslöser und der Schwere der Verletzung ab. Eine verstärkte Lahmheit kann vor allem bei vermehrter Belastung (z.B. Training), Bewegung auf hartem Untergrund oder unmittelbar nach der Hufkorrektur bzw. Hufbeschlag beobachtet werden. Sowohl die Palpation als auch die Perkussion mit der Hufzange sind schmerzhaft.

4.2 Septische Hufbein-Ostitis

Septische Ostitiden kommen bei adulten Pferden hauptsächlich an den Vordergliedmaßen, bei Fohlen hingegen gehäuft an den Hintergliedmaßen vor. In den meisten Fällen ist eine deutliche Lahmheit ausgebildet (häufig Stützbeinlahmheit Grad 3-4/5). Zusätzlich ist der Huf überwärmt und die Hauptmittelfußarterie zeigt eine verstärkte Pulsation.

5 Diagnose

Neben der Anamnese sowie klinischen und orthopädischen Untersuchung können eine diagnostische Leitungsanästhesie (positive TPA bei aseptischer, positive MPA bei septischer Ostitis) und Röntgenuntersuchungen durchgeführt werden.

6 Bildgebende Diagnostik

Bei der Röntgenuntersuchung sind hauptsächlich drei Strahlengänge aussagekräftig: 60° dorsopalmar/plantar ("high-coronary-Aufnahme"), Schrägaufnahmen (dorsomedial-palmaro-/plantarolateral sowie dorsolateral-palmaro-/plantaromedial). Zu den typischen röntgenologischen Veränderungen einer septischen sowie aseptischen Hufbein-Ostitis gehören:

aseptische Ostitis  septische Ostitis

7 Therapie

Die Therapie hängt vom Auslöser der Erkrankung, dem Verwendungszweck des Tiers (z.B. Sportpferd) und den finanziellen Mitteln der Tierbesitzer ab.

Eine aseptische Hufbein-Ostitis kann mit einer fachgerechten Hufkorrektur, einem orthopädischen Beschlag (z.B. Eiereisen oder Hufeisen mit einer dämpfenden Sohleneinlage), Boxenruhe und NSAIDs (z.B. Phenylbutazon 2,2 mg/kgKG SID p.o.) behandelt werden.

Septische Hufbeinentzündungen hingegen sind deutlich schwieriger zu therapieren. Die Behandlung umfasst sowohl die systemische Gabe von Antibiotika als auch die lokale Antibiose in Form einer intravenösen Stauungsantibiose (IVSTAB). Zusätzlich ist ein Débridement des infizierten Knochens indiziert.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

8 Prognose

Bei adäquater Therapie weist sowohl die aseptische als auch die septische Hufbein-Ostitis eine gute Prognose auf.

9 Literatur

  • Baxter GM. 2011. Adams and Stashak's Lameness In Horses. Sixth edition. Wiley-Blackwell Publishing, Ltd. ISBN: 978-0-8138-1549-7/2011.

Diese Seite wurde zuletzt am 11. November 2020 um 12:45 Uhr bearbeitet.

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