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HPPD

Synonyme: Fortbestehende Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogengebrauch
Englisch: Hallucinogen persisting perception disorder

1 Definition

Unter HPPD ist eine Störung des Verhaltens und der Psyche zu verstehen, deren Ursprung in dem (häufig wiederholten) Konsum von Halluzinogenen vermutet wird. Einen genauen Beweis für einen kausalen Zusammenhang zwischen psychischer Störung und vorher applizierten Drogen kann nicht genau erbracht werden; die Wahrscheinlichkeit für einen Zusammenhang ist freilich sehr hoch. Obwohl zum Einen das eigentliche Rauschmittel, als auch zum Anderen die dazugehörigen Metaboliten den Organismus längst verlassen haben, kommt es weiterhin andauernd zu Rausch-artigen Symptomen wie Halluzinationen, Pseudohalluzinationen etc. Diese können mitunter dauerhaft über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben.

2 Ursachen

Von den bisher dokumentierten Fällen des HPPD ist mit Abstand am häufigsten LSD die auslösende Substanz gewesen. Ob dies an der chemischen Konformation dieses Moleküls liegt oder andere biologische Gründe hat, ist nicht geklärt. Vermutlich liegt die Begründung darin, dass LSD eine der am häufigsten konsumierten Rauschmittel überhaupt ist. Ebenfalls sind seltene Fälle bekannt geworden, in denen eine Kombination aus Cannabis und Psilocybin HPPD ausgelöst hat. Die genaue Ursache kann ohnehin nicht immer gefunden werden. Psychiater und Pharmakologen gehen aber bereits seit langem davon aus, dass noch eine ganze Reihe weiterer Halluzinogene das beschriebene Störungsbild auslösen kann. In Frage kommende Substanzen wären z. B. das Mescalin.

3 Symptome

4 Diagnose

Um die Diagnose HPPD zu stellen, müssen die beschriebenen Krankheitszeichen derart häufig und stark vorliegen, dass sie ein normales Alltagsleben des Patienten extrem erschweren oder sogar unmöglich machen. Extrem wichtig für eine Diagnosestellung ist im konkreten Fall der Ausschluss sämtlicher Differentialdiagnosen. Eindeutig ausgeschlossen werden müssen Krankheiten aus dem schizophrenen Formkreis. Weiterhin darf keine andere Form von Delirium vorliegen. Auch bestimmter Formen von Epilepsie oder Persönlichkeitsstörungen müssen eindeutig ausgeschlossen werden, um eine sichere Diagnose zu stellen. Eine genaue Laboratoriumsdiagnostik ist ebenfalls essentiell, die das Vorhandensein von jeglichen Resten an Drogen, Metaboliten oder sonstigen psychoaktiven Substanzen ausschließt. Bei der Diagnose HPPD handelt es sich demnach um eine Ausschlussdiagnose.

5 Therapie

Eine spezielle Therapie gegen HPPD existiert nicht, jedoch gibt es einige Möglichkeiten, die Symptome zu lindern oder auszuschalten:

Fachgebiete: Psychiatrie

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