Sexuell übertragbare Krankheiten
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LoslegenSynonyme: sexuell übertragbare Infektion, Geschlechtskrankheit, Geschlechtserkrankung, STI
Englisch: sexually transmitted disease (STD), sexually transmitted infection (STI)
Definition
Als sexuell übertragbare Krankheiten, kurz STD, bezeichnet man Erkrankungen des Menschen, die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Da diese Infektionen nicht selten asymptomatisch verlaufen, wird auch die Bezeichnung sexuell übertragbare Infektion benutzt.
Einteilung
Die häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten sind:
Vorwiegend genital (lokal)
- nichtgonorrhoische Urethritis (NGU) und/oder Zervizitis (Infektion durch Chlamydien, Mykoplasmen oder Ureaplasmen)
- Gonorrhoe, Tripper (Infektion durch Neisseria gonorrhoeae)
- Herpes genitalis (Infektion durch Herpes-simplex-Virus Typ 1 und 2)
- Condylomata acuminata, genitale Feigwarzen (Infektion durch Humanes Papillomvirus (HPV))
- Trichomoniasis (Infektion durch Trichomonas vaginalis)
- Syphilis, Lues (Infektion durch Treponema pallidum)
- Lymphogranuloma venereum (Infektion durch Chlamydia trachomatis, Serovare L1–L3)
- bakterielle Vaginose bzw. Aminkolpitis (durch Gardnerella vaginalis oder andere anaerobe Bakterien); sexuelle Aktivität gilt als Risikofaktor, die Einordnung als klassische STI ist jedoch umstritten
Weitere STD sind beispielsweise:
- Ulcus molle, weicher Schanker (Infektion mit Haemophilus ducreyi)
- Skabies (Infektion durch Sarcoptes scabiei (Krätzmilben))
- Filzlausbefall
- Donovanosis (Granuloma inguinale) (Infektion mit Klebsiella granulomatis)
- Molluscum contagiosum (Infektion mit MCV)
Extragenital (systemisch)
Zu den systemischen sexuell übertragbaren Krankheiten zählen:
- HIV (Infektion mit HI-Virus)
- Hepatitis (Infektion mit Hepatitisviren)
- Syphilis (Infektion mit Treponema pallidum)
Epidemiologie
Für das Jahr 2020 schätzt die WHO weltweit etwa 374 Millionen Neuinfektionen mit Chlamydien, Gonokokken, Syphilis und Trichomonaden bei Menschen im Alter von 15–49 Jahren.[1] Einen Überblick zur Lage in Deutschland gibt eine Auswertung des Robert Koch-Instituts.[2]
Prävention
Barrieremethoden wie Kondome und Lecktücher können das Übertragungsrisiko abhängig von der jeweiligen Sexualpraktik reduzieren.
Sofern verfügbar, verringern Impfungen, z.B. gegen Hepatitis B und humane Papillomviren (HPV), zusätzlich das Infektionsrisiko. Gegen eine HIV-Infektion besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Präexpositionsprophylaxe.
Therapie
Die Therapie von STD richtet sich nach der Art der Infektion bzw. deren Erreger. Häufig werden Antibiotika und Virostatika eingesetzt. Eine erfolgreiche Therapie ist nicht bei allen STD möglich (z.B. bei HIV).[3][4] Zusätzlich wird die Therapie durch zunehmende Antibiotikaresistenzen erschwert.
Meldepflicht
In Deutschland besteht derzeit (2026) eine bundesweite nichtnamentliche Labormeldepflicht für den direkten oder indirekten Nachweis von HIV, Treponema pallidum, Neisseria gonorrhoeae sowie Chlamydia trachomatis der Serotypen L1–L3. Für Hepatitisvirusnachweise bestehen erregerabhängige namentliche Meldepflichten nach dem Infektionsschutzgesetz.[5]
Im Bundesland Sachsen besteht eine Labormeldepflicht für den Nachweis von Gonokokken.
Quellen
- ↑ WHO: Sexually transmitted infections (STIs), Stand 10.09.2025, abgerufen am 22.09.2026
- ↑ Sexuell übertragbare Infektionen in Deutschland. Die aktuelle epidemiologische Lage. Bundesgesundheitsbl. 2017;60:948–957.
- ↑ AWMF: S2k-Leitlinie Sexuell übertragbare Infektionen (STI) – Beratung, Diagnostik, Therapie. AWMF-Registernummer 059-006, Version 2.1, Stand 03.08.2018; Gültigkeit am 01.08.2023 abgelaufen, in Überarbeitung, abgerufen am 22.09.2026
- ↑ Deutsche STI-Gesellschaft (DSTIG): Leitlinien, abgerufen am 22.09.2026
- ↑ Infektionsschutzgesetz (IfSG), § 7 Abs. 3, abgerufen am 22.09.2026