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Gaumenmandel

Synonym: Tonsilla palatina
Englisch: palatine tonsil

1 Definition

Die Gaumenmandel oder Tonsilla palatina ist ein mandelförmiges lymphatisches Organ, das zwischen dem vorderen und hinteren Gaumenbogen lokalisiert ist.

2 Anatomie

2.1 Topographie

Die Gaumenmandeln sind paarig angelegt und befinden sich im posterioren Bereich der Mundhöhle im Übergang zum Rachen (Pharynx), zwischen Arcus palatoglossus und Arcus palatopharyngeus in der so genannten "Tonsillarbucht" oder Fossa tonsillaris. Dort sind sie in eine bindegewebige Kapsel eingebettet. Die Tonsillenbucht sowie die Tonsilla palatina entstehen aus der 2. Schlundtasche.

In der Nähe der Gaumenmandel liegt der Musculus constrictor pharyngis superior.

2.2 Aufbau

Die Tonsilla palatina besteht wie die anderen Tonsillen aus lymphatischem Gewebe mit zahlreichen Lymphfollikeln und ist Teil des Waldeyerschen Rachenrings und des MALT. Die Tonsille ist durch eine Bindegewebskapsel von ihrer Umgebung abgegrenzt, von der ausgehend Septen ins Innere der Tonsille ziehen und sie weiter in Läppchen unterteilen.

Die dem Isthmus faucium zugewandte Seite weist zahlreiche Öffnungen auf, die als Fossulae tonsillae bezeichnet werden. Von ihnen gehen tiefe Krypten ab, die mit mehrschichtigem, unverhorntem Plattenepithel überzogen sind und eine deutliche Oberflächenvergrößerung bewirken. Unter dem Epithelgewebe liegt lymphoretikuläres Bindegewebe, in dem sich zahlreiche Primär- und Sekundärfollikel befinden. Die der Oberfläche zugewandte Seite der Sekundärfollikel zeigt verstärkte Lymphozytenansammlungen, so genannte Lymphozytenkappen. Die Krypten (Cryptae tonsillae) sind verzweigt, liegen relativ dicht nebeneinander und geben der Gaumenmandel insgesamt ein zerklüftetes Aussehen.

In den Krypten sammeln sich gelegentlich Speisereste an, die zusammen mit abgeschilferten Epithelzellen und Leukozyten so genannte Tonsillarpfröpfe ("Tonsillolithen") bilden. Sie sind mitunter als weiße Erhebungen auf der Oberfläche der Mandel sichtbar.

Außerhalb der Tonsilla palatina befinden sich muköse Speicheldrüsen, die meist neben der Tonsille münden.

2.3 Gefäßversorgung

Die arterielle Gefäßversorgung der Gaumenmandel ist variabel. Sie erfolgt meist durch einen Ramus tonsillaris der Arteria palatina ascendens, aber auch durch Äste der Arteria palatina descendens oder Rami dorsales linguae der Arteria lingualis.

Der venöse Abfluss wird über Plexus venosus pharyngeus und die Vena jugularis interna gesichert.

Die Lymphe fließt über die Nodi lymphatici submandibulares in die Nodi lymphatici cervicales profundi ab.

2.4 Innervation

Die Gaumenmandeln werden sensibel über Fasern des Nervus glossopharyngeus (IX. Hirnnerv) und Nervus vagus (X. Hirnnerv) innerviert. Manche Quellen nennen auch den Nervus maxillaris (V2)

3 Histologie

4 Aufgabe

Die Tonsilla palatina ist Teil des Immunsystems und dient der Infektabwehr. Sie stellt eine Barriere für Krankheitserreger dar, die z.B. über die Mundschleimhaut in den Rachen gelangen wollen.

5 Klinik

Die Entzündung der Gaumenmandel ist eine der häufigsten HNO-Erkrankungen. Sie wird als Tonsillitis bezeichnet. Die Gefäße und Nervenäste sind bei einer Tonsillektomie besonders gefährdet.

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