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Gallereflux

Ceyhun Tufan Sütcü
Student/in der Humanmedizin
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Definition

Gallereflux (biliärer Reflux) ist das Zurückfließen von Gallenflüssigkeit aus dem Zwölffingerdarm in den Magen und teilweise in die Speiseröhre, während die Galle normalerweise in den Dünndarm geleitet wird, um die Fettverdauung zu unterstützen. Dieses Zurückfließen kann die Schleimhäute von Magen und Speiseröhre reizen.

Ursachen

Entsteht häufig durch Funktionsstörungen, die den normalen Fluss der Galle behindern:

Symptomatik

  • Sodbrennen, häufig unabhängig von Mahlzeiten
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Oberbauchschmerzen oder Völlegefühl
  • Reizungen der Speiseröhre bis hin zu Ösophagitis
  • Langfristige Veränderungen: Schleimhautveränderungen und in seltenen Fällen zu einem Barrett-Ösophagus

Diagnose

Die Diagnose stützt sich auf Anamnese, Endoskopie und spezielle Refluxtests:

  • Gastroskopie: Beurteilung von Schleimhautreizungen im Magen und Ösophagus
  • Bilitec-Messung: pH-unabhängige Erfassung von Gallensäuren in der Speiseröhre
  • Motilitätsmessung: Untersuchung von Magen- und Sphinkterfunktion
  • Ausschluss anderer Ursachen, wie säurebedingtes Sodbrennen (GERD) oder Infektionen (H. Pylori)

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und dem Ausmaß der Schleimhautschädigung:

Medikamentös:

  • Gallensäurebindende Mittel zur Neutralisierung der Galle
  • Protonenpumpenhemmer zur Linderung sekundärer Säureschaden

Lebensstil und Ernährung:

  • Kleine, fettarme Mahlzeiten
  • Vermeidung von Alkohol, Nikotin, koffeinhaltigen Getränken
  • Aufrechte Körperhaltung nach Mahlzeiten

Chirurgisch:

  • In schweren, therapieresistenten Fällen können Anti-Reflux-Operationen oder Rekonstruktionen nach Magenoperationen notwendig sein.

Prognose

Bei konsequenter Behandlung bessern sich die Symptome in der Regel deutlich. Unbehandelter Gallereflux kann zu chronischen Schleimhautentzündungen, Narbenbildung und einem erhöhten Risiko für präkanzeröse Veränderungen, wie beispielsweise einen Barrett-Ösophagus, führen.

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