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Enfuvirtid

Synonym: T-20
Handelsname: Fuzeon

1 Definition

Enfuvirtid ist ein selektiv gegen HIV-1 wirkendes Virostatikum aus der Gruppe der Fusionsinhibitoren.

2 Chemie

Enfuvirtid ist ein aus 36 Aminosäuren aufgebautes Peptid mit der Struktur:

Ac-Tyr-Thr-Ser-Leu-Ile-His-Ser-Leu-Ile-Glu-Glu-Ser-Gln-Asn-Gln-Gln-Glu-Lys-Asn-Glu-Gln-Glu-Leu-Leu-Glu-Leu-Asp-Lys-Trp-Ala-Ser-Leu-Trp-Asn-Trp-Phe-NH2

3 Indikationen

Enfuvirtid ist indiziert bei Patienten mit HIV-1-Infektion in Kombination mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen

Heutzutage wird es wegen der Verfügbarkeit auch bei einer Vielzahl von Resistenzen noch wirksamer Substanzen (z.B. Integrasehemmer, neuere NNRTI) nur noch selten eingesetzt.

4 Wirkmechanismus

Das HI-Virus bindet mit seinem Transmembranprotein gp120 an den CD4-Rezeptor der menschlichen T-Zelle. Dadurch wird eine Interaktion von gp120 mit Chemokinrezeptor (CXCR4 und/oder CCR5) der Immunzelle ermöglicht. Dies führt zu einer Konformationsänderung von gp120 und einem weiteren viralen Protein, dem gp41. Letzteres besitzt zwei bestimmte Sequenzmotive, die sogenannten Heptadenmuster HR-1 und HR-1. Diese vermitteln die Fusion des Virus mit der Immunzelle. Dafür ist jedoch eine Stabilisierung der molekularen Struktur der HR-1-Region durch Anlagerung der HR-2-Region notwendig.

Enfuvirtid ähnelt in seiner molekularen Struktur einem Bereich der HR-2-Region, sodass es an HR-1 bindet und kompetitiv die Anlagerung der HR-2-Region hemmt.[1] Als sogenannter Fusionsinhibitor gehört er somit zur Gruppe der Entry-Inhibitoren.

5 Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

An den Injektionsstellen treten fast immer lokale schmerzhafte Reaktionen auf (Erytheme, Knoten, Zysten, Ekchymosen, Pruritus). Behandlungsbedürftige Eosinophilien kommen bei 10 % der Patienten vor. Weitere Nebenwirkungen sind unter anderem:

6 Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeitsreaktionen
  • Schwangerschaft: Keine vorliegenden Daten, daher erfolgt die Anwendung nur nach strenger Indikationsstellung
  • Stillzeit: Auf Grund des Risikos einer HIV-Übertragung und möglicher Nebenwirkungen sollten Mütter während der Therapie nicht stillen

7 Pharmakokinetik

Es ist nicht oral bioverfügbar und muss subkutan verabreicht werden. Die Plasmahalbwertszeit beträgt ungefähr vier Stunden.

8 Quellen

  1. Wild C et al. A synthetic peptide from HIV-1 gp41 is a potent inhibitor of virus-mediated cell-cell fusion, AIDS Res Hum Retroviruses. 1993 Nov;9(11):1051-3, abgerufen am 21.08.2019

Fachgebiete: Arzneimittel

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